Pilzerkrankungen (Mykosen) - Jetzt alle Informationen erfahren

Pilze befinden sich auf jedem Körper und sind ein natürlicher Bestandteil von unserem Organismus. Allerdings können einige Faktoren dazu führen, dass sich die Pilze ungünstig vermehren und es so zu Erkrankungen mit unangenehmen Folgen kommt. Wir haben Dir alle wichtigen Informationen rund um das Thema Pilzerkrankungen zusammengestellt. Du erfährst welche Pilzarten es gibt, wie die Symptome einer Erkrankung aussehen und auch, wie sich diese behandeln lassen.

Dauer

5-10 Minuten

Ausfallzeit

Keine

Stationär

Nicht notwendig

Was versteht man unter einer Pilzerkrankung?

Pilzerkrankungen (Mykosen) sind Infektionserkrankungen, die durch Pilze entstehen. Pilze sind überall und können Deine Haut befallen, wenn diese verletzt ist oder Dein Immunsystem geschwächt ist. Die Beschwerden sind häufig lästig und die Therapie mitunter langwierig. Daher ist es wichtig mit Hilfe Deines Arztes ein geeignetes Medikament auszuwählen sowie Dich an strenge Hygienemaßnahmen und die richtige Ernährung zu halten.

Welche Ursachen können Pilzerkrankungen haben?

Eine Übertragung von Pilzen erfolgt von Mensch zu Mensch, entweder durch Körperkontakt oder durch kontaminierte Gegenstände. Eine Infektion durch Tiere ist ebenfalls möglich, in Mitteleuropa allerdings sehr selten.

Pilze sind weit verbreitet. Sie befinden sich in der Luft, Erde, auf Deiner Haut und Schleimhaut und sogar in Deinem Darm. Normalerweise stellt dies für Deinen Körper kein Problem dar. Leidest Du unter Hautverletzungen, können die Erreger jedoch leichter in Deinen Körper eindringen. Bei einem intakten Immunsystem entsteht aus dieser Infektion jedoch keine Pilzkrankheit mit entsprechender Symptomatik, da Dein körpereigenes Abwehrsystem sich in der Regel während der Infektion erfolgreich gegen den Pilz wehrt.

Zum eigentlichen Krankheitsausbruch mit Beschwerden kann es dennoch kommen, wenn Dein Immunsystem geschwächt ist, hervorgerufen durch andere Grunderkrankungen, wie beispielsweise Diabetes, AIDS oder bösartige Tumore.

Experten unterteilen humanpathogene Pilze in drei Gruppen (DHS-System):

Dermatophyten

Diese Pilze können sich auf Haut, Haaren und Nägeln befinden und ernähren sich von dem dort vorkommenden Protein Keratin. Es gibt drei Arten von Dermatophyten. Die Epidermophyten befallen die oberste Hautschicht und verursachen oft Fußpilz. In Haarfollikel eingedrungene Dermatophyten sind die Trichophyten. Die Microspori besiedeln meist die Kopfhaut.

 

 

Hefepilze

Hefepilze befallen meist Schleimhäute, aber auch innere Organe. Bekanntester Vertreter ist der Candida albicans, weshalb Mykosen der Schleimhaut auch unter dem Namen Candidose bekannt sind.

Schimmelpilze

Die Aufnahme der Schimmelpilze erfolgt meist mit der Atemluft oder durch Speisen, wodurch oft innere Organe infiziert sind, selten jedoch auch Schleimhäute und Nägel. Die Infektion kann schnell im Körper verlaufen und unter Umständen sogar tödlich sein.

Welche Arten gibt es?

Experten unterteilen Pilzerkrankungen in oberflächliche und systemische Mykosen. Oberflächliche Mykosen betreffen Haut und Hautanhangsgebilde sowie Schleimhäute.

Mykosen der Haut (Dermatomykose), Haare und Nägel entstehen meist durch Dermatophyten, weshalb Mediziner diese Art der Pilzerkrankung als Dermatophytose oder Tinea bezeichnen. Je nach betroffener Körperstelle differenziert man unter anderem:

  • Kopfpilz (Tinea capitis)
  • Bartpilz (Tinea barbae)
  • Körperpilz (Tinea corporis)
  • Handpilz (Tinea manus)
  • Fußpilz (Tinea pedis)
  • Nagelpilz (Tinea unguium)

 

Mykosen der Schleimhäute betreffen vor allem die Geschlechtsorgane (Scheidensoor beziehungsweise Penispilz), aber auch die Mundschleimhaut (oraler Soor) kann betroffen sein. Typisch hierfür sind Pilze der Gattung Candida, insbesondere Candida albicans. Betroffene tragen oft auf den Schleimhäuten einen weißen Belag mit umgebender Rötung, was Fachleute als Soor bezeichnen.

Bei systemischen Mykosen ist der Erreger in den Blutkreislauf gelangt und hat innere Organe befallen. Am häufigsten hierbei ist eine Pilzerkrankung des Darms, aber auch andere Organe wie Lunge, Leber und Milz können betroffen sein. Kommt es zu Funktionsstörungen der inneren Organe durch den Pilzbefall, sind schwere Verläufe, die tödlich enden können, keine Seltenheit.

Wie sehen die Symptome aus?

Je nachdem welche Körperteile, Hautpartien oder Organe betroffen sind, können die Beschwerden sehr unterschiedlich sein. Häufig kommt es zu Erwärmung, Rötung und Schwellung der betroffenen Hautpartie, die brennen und jucken kann. Typisch ist eine ringförmige Ausbreitung der Symptomatik. Auch Bläschenbildungen und schuppige Haut, die später auch einreißen kann, sind möglich.

In vielen Fällen bilden sich weiße Beläge auf gerötetem Untergrund auf den Schleimhäuten. Bei Mykosen auf der Kopfhaut kann es zu Haarausfall kommen. Pilzerkrankungen des Darms zeigen oft relativ unspezifische Symptome und können auch Begleiterscheinungen anderer Gesundheitsprobleme sein. Bemerkbar sind oft Verstopfungen, Durchfall, Blähungen und Darmkrämpfe.

Wer ist davon betroffen?

Mykosen gehören weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass in etwa jeder fünfte Mensch von Pilzerkrankungen der Haut betroffen ist. Die weniger gefährlichen Krankheiten wie Nagelpilz und Fußpilz sind in den Industrienationen am verbreitetsten. In Entwicklungs- und Schwellenländern treten dagegen auch vermehrt ernste Mykosen auf, sodass Experten davon ausgehen, dass jedes Jahr eineinhalb Millionen Menschen an Pilzerkrankungen sterben. Prinzipiell kann sich jeder mit Pilzen infizieren. Jedoch sind Menschen mit schwachem Immunsystem, beispielsweise Säuglinge und ältere Menschen, häufiger von Mykosen betroffen.

Welche Folgen können Pilzerkrankungen haben?

Durch die schuppige und gerötete Haut fühlen sich Betroffene häufig unwohl und ihr Selbstbewusstsein leidet darunter, wodurch sie in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind. Etwaige Folgen sind Depressionen oder andere psychische Beschwerden. Systemische Mykosen können sogar lebensbedrohlich sein. Sind die Erreger in Deine Blut- oder Lymphbahn eingedrungen, können sie verschiedene Organe befallen. In einigen Fällen tritt durch Schädigung der Lungen Atemnot auf, auch Fehlfunktionen der Leber, Milz, Niere und des Herzens sind möglich. Bei schweren Fällen kann es zu einer Blutvergiftung, begleitend von Fieber, kommen.

Wie werden Pilzerkrankungen diagnostiziert?

In einem Anamnesegespräch mit Deinem behandelnden Arzt bekommst Du zunächst unter anderem folgende Fragen gestellt: Welche Körperpartien sind betroffen? Wann sind die Krankheitszeichen erstmalig aufgetreten? Ist es zu einer Verschlimmerung der Beschwerden gekommen? Im Anschluss daran inspiziert der Arzt Deine betroffenen Körperstellen, wodurch aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes und der Lokalisation oftmals schon der Verdacht auf Hautpilz sowie die entsprechende Form erfolgt. Eine genaue Diagnose ist durch Abstriche Deiner Haut und anschließende Aufzucht des Erregers auf einem speziellen Nährboden möglich. Hierbei überprüfen Laboranten mögliche Resistenzen des Erregers gegenüber verschiedenen Antimykotika, woraufhin Dir Dein Hautarzt ein geeignetes Präparat verschreiben kann.

 

 

Zwar ist die Anzüchtung notwendig, um den Erreger identifizieren zu können, dennoch dauert diese in der Regel sehr lange. Da die Behandlung allerdings schnellstmöglich geschehen sollte, kann der Mediziner den Erreger ebenfalls mit einem sogenannten Nativpräparat bestimmen. Dabei entnimmt Dir dieser eine Hautschuppe und untersucht diese anschließend unter einem Mikroskop. Lassen sich Hyphen, fadenförmige Zellen des Pilzes, nachweisen, bestätigt dies den Verdacht einer Mykose. Dieses Diagnoseverfahren kann unmittelbar in der Arztpraxis erfolgen, wobei keine exakte Bestimmung des ursächlichen Erregers möglich ist, weshalb immer parallel dazu eine Anzucht erfolgen sollte. Eine weitere Methode stellt die Bestrahlung der betroffenen Hautstellen mit einer sogenannten Wood-Lampe dar, wodurch sich einige Pilzarten aufgrund charakteristischen Leuchtens identifizieren lassen.

Welche Risikofaktoren können Pilzerkrankungen hervorrufen?

Grundsätzlich sind Menschen besonders gefährdet, deren Immunsystem geschwächt ist. Darunter zählen Kleinkinder, deren körpereigenes Abwehrsystem noch nicht voll ausgebildet ist, sowie ältere Menschen. Auch schwere Erkrankungen und die damit verbundene Einnahme bestimmter Medikamente können Dein Immunsystem unterdrücken. Diese Medikamente heißen Immunsuppressiva und kommen beispielsweise zur Behandlung von Krebserkrankungen oder zur Prophylaxe von Abstoßungsreaktionen nach einer Organtransplantation zum Einsatz kommen. Bekannte Vertreter solcher Arzneimittel sind zum Beispiel Zytostatika und Glukokortikoide.

Doch auch bestimmte Krankheiten selbst, wie Diabetes, AIDS oder bösartige Tumore, können Dein Immunsystem negativ beeinflussen. Eine geschädigte Haut, beispielsweise bei Neurodermitis, stellt einen weiteren Risikofaktor dar, da die Pilze somit leichter in Deinen Körper eindringen können. Sehr starkes Schwitzen und feucht-heißes Klima können zu feuchter und saurer Haut führen, was ebenso zu einer Ansteckung führen kann. Insbesondere Körperfalten, wie in den Achselhöhlen oder zwischen den Zehen, sind davon betroffen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung von Mykosen erfolgt mit Anti-Pilz-Mitteln, sogenannten Antimykotika. Grundsätzlich unterscheiden Mediziner eine oberflächliche (lokale) Therapie von einer inneren (systemischen) Behandlung. Eine oberflächliche Therapie findet Anwendung bei inzipienten, geringen Pilzbefall von Haut, Nägeln oder Schleimhäuten. Hierbei gibt es Antimykotika in Form von Cremes, Salben, Lösungen, Sprays oder Nagellack, die Du direkt auf die betroffene Hautstelle oder Schleimhaut aufträgst.

Liegt ein Pilzbefall der Vaginalschleimhaut vor, erfolgt eine Behandlung in Form von Tabletten, Cremes oder Zäpfchen. Generell ist es ratsam, bei einer Pilzerkrankung im Genitalbereich ebenso den Sexualpartner zu behandeln, auch wenn dieser keine Symptome zeigt. Bei einer systemischen Behandlung, die einem Pilzbefall von Organen entgegenwirken soll, nimmst Du Tabletten, Kapseln oder Lutschtabletten oral zu Dir. Bei schweren Formen ist ebenfalls die Anwendung einer Infusionslösung möglich.

Je nach Präparat solltest Du das Arzneimittel ein- bis zweimal pro Tag anwenden. Besprich die genaue Anwendung am besten mit Deinem behandelnden Arzt oder Apotheker. Die Dauer der Behandlung kann mehrere Monate betragen. Um einen Rückfall zu verhindern, solltest Du das Antimykotikum mindestens noch drei bis vier Wochen nach Abklingen der Symptome zu Dir nehmen.

Nebenwirkungen der Antimykotika sind möglich, jedoch selten. Systemisch wirksame Präparate haben dabei oft größere Nebenwirkungen als lokal wirksame Präparate. Hierzu zählen unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schüttelfrost und Fieber. Bei lokaler Anwendung auf der Haut sind Juckreiz, Brennen und Rötungen möglich. Bei Schwangerschaft, schweren Lebererkrankungen und Allergien sind antimykotisch wirksame Mittel nicht anwendbar. Der Wirkmechanismus vieler Antimykotika beruht darauf, die Produktion von Ergosterin, einen wichtigen Bestandteil für die Zellhülle der Pilze, zu hemmen.

 

 

Weiterhin gibt es Präparate, die für eine Durchlöcherung der Pilzzelle sorgen, woraufhin diese essentielle Zellbestandteile verliert. Wiederum andere Wirkungsweisen beruhen auf der Hemmung der DNA-Synthese der Pilze und der Bildung reaktiver Sauerstoffverbindungen, die für den Pilz toxisch sind.

Alle Mechanismen führen dazu, dass sich die Pilzzellen nicht mehr vermehren können und absterben. Zusätzlich zur medikamentösen Therapie solltest Du Deine Ernährung umstellen. Schränke hierbei Deinen Konsum von Zucker und Weißmehl ein, da sich die Pilze von diesen Stoffen ernähren und Du ihnen somit ihre Ernährungsgrundlage entziehst. Zudem können natürliche Heilmittel die medikamentöse Therapie unterstützen. Hierunter zählen beispielsweise Kokosöl, Teebaumöl, Olivenblattextrakte und Knoblauch.

Wie kann ich die Infektion vorbeugen?

Um Mykosen vorzubeugen, solltest Du auf eine sorgfältige Hygiene achten. Halte die Beugeseiten Deiner Haut stets trocken sowie auch die Zwischenräume Deiner Zehen, insbesondere nach dem Duschen und dem Besuch von Schwimmbädern oder Saunen. Durch Händedesinfektion kannst Du die Übertragung der Pilze durch Körperkontakt vermindern.

Des Weiteren solltest Du darauf achten, luftdurchlässige Schuhe zu tragen und Unterwäsche täglich sowie Bettwäsche und Handtücher regelmäßig zu wechseln. Ebenso sind kleine Verletzungen der Haut zu behandeln und zu desinfizieren, sodass die Erreger erst gar nicht in Deine Haut eindringen können. Feuchtigkeitsspendende Cremes können dazu beitragen, dass Deine Haut geschmeidig bleibt und Risse erst gar nicht entstehen.

Regelmäßige Bewegung, genügend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens eineinhalb Litern helfen, Dein Immunsystem zu stärken. Auch solltest Du nicht ohne zwingenden Grund Antibiotika einnehmen, da diese Deine Darmflora angreifen können, wodurch sich Pilze besser in Deinem Darm ansiedeln können.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Die Kosten für Antimykotika lassen sich nicht pauschal benennen, da die Preise je nach Produkt, Wirkstoff und Menge variieren. Günstige Produkte bekommst Du ab etwa fünf Euro.

Zahlen die Krankenkassen die Behandlungen?

Die Krankenkassen übernehmen in der Regel lediglich die Kosten für Antimykotika zur Behandlung von Pilzinfektionen im Mund- und Rachenraum.

Alle wichtigen Informationen zusammengefasst:

  • Mykosen sind Infektionskrankheiten, die durch verschiedene Pilze entstehen können
  • Hautverletzungen und ein geschwächtes Immunsystem begünstigen die Entstehung von Pilzerkrankungen
  • Hautmykosen äußern sich durch Rötung, Schwellung, Schuppung, Brennen und Jucken der betroffenen Hautstelle
  • Die Therapie erfolgt durch Anwendung von Antimykotika, einer Ernährungsumstellung und strenger Hygiene
  • Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für Antimykotika zur Behandlung von Mykosen im Mund- und Rachenraum

 

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