Eingeschränkte Sicht durch ein Gerstenkorn? - MOOCI!

Gerstenkorn - Jetzt alle Informationen erfahren

Wenn das Augenlid schmerzt und geschwollen ist, kann ein Gerstenkorn die Ursache sein. Zwar wünschen sich viele Betroffene eine rasche Heilung, meist ist aber vor allem Geduld gefragt, denn das Gerstenkorn heilt in der Regel von selbst ab.

Dauer

Etwa 7 Tage

Ausfallzeit

Keine

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Was versteht die Medizin unter einem Gerstenkorn?

Ein Gerstenkorn, medizinisch auch Hordeolum genannt, ist eine Entzündung des Augenlides. Je nach Lokalisation unterscheiden Experten ein inneres Gerstenkorn, das an der Lidinnenseite auftritt, von einem äußeren Gerstenkorn, das an der Lidkante und im Bereich der Wimpern vorkommt. Der Fachbegriff geht auf den lateinischen Ausdruck „Hordeum“ zurück, was „Gerste“ bedeutet. Bei gleichzeitiger Ausbildung mehrerer Gerstenkörner sprechen Mediziner von Hordeolosis.

 

Gesunde Augen

Wie sehen die Symptome eines Gerstenkorns aus?

In der Regel klagen Betroffene über ein gerötetes, geschwollenes, druckempfindliches Augenlid, wobei sowohl das untere als auch das obere betroffen sein können. Weiterhin treten Schmerzen auf und es entwickelt sich ein fühlbarer korngroßer Knoten mit einem markanten Eiterpunkt, der dabei an einen Pickel erinnert. Handelt es sich um ein inneres Gerstenkorn, lässt sich bei starker Schwellung mitunter das Auge nicht mehr richtig öffnen, wodurch es zu einem eingeschränktem Sehvermögen kommen kann. Mit einem Gerstenkorn einhergehen können auch ein allgemeines Krankheitsgefühl und Beschwerden wie Kopfschmerzen, Fieber und geschwollene Lymphknoten.

Welche Ursache hat die Erkrankung?

Ein Gerstenkorn kann sich durch eine Infektion der Lidranddrüsen bilden, meist hervorgerufen durch das Bakterium Staphylococcus aureus, seltener durch Staphylococcus epidermidis. Am Entstehungsprozess der Erkrankung sind drei verschiedene Drüsen am Augenlid beteiligt: Zeis-Drüse, Moll-Drüse und Meibom-Drüse. Die Infektion erfolgt aufgrund von Verdickung, Austrocknung oder Verengung dieser Drüsen. Wenn die Moll- und Zeis-Drüsen betroffen sind, entsteht ein externes Gerstenkorn und ein internes Gerstenkorn bildet sich bei betroffenen Meibom-Drüsen.

Die Zeis-Drüse sekretiert Talg mit antiseptischen Eigenschaften, die das Wachstum von Bakterien verhindern können. Die Moll-Drüse produziert verschiedene Substanzen wie zum Beispiel Immunglobulin A und Muzine, die für die Immunabwehr gegen Bakterien im Auge unerlässlich sind. Die Meibom-Drüsen sind modifizierte Talgdrüsen, die eine ölige Schicht auf der Augenoberfläche erzeugen, die die richtige Schmierung des Auges unterstützt. Wenn diese Drüsen verstopft sind, ist die Augenabwehr beeinträchtigt, was zu bakteriellen Infektionen führen kann. In der Folge kommt es zu einer lokalen Entzündung, wodurch sich Eiter ausbilden kann.

 

Gerstenkorn am Auge

Welche Folgen kann ein Gerstenkorn am Auge haben?

Bei Personen, die unter einem geschwächten Immunsystem leiden, beispielsweise durch eine Diabetes-Erkrankung, besteht ein erhöhtes Risiko für immer wiederkehrende Gerstenkörner und rezidivierende Entzündungen. 
Gelegentlich breiten sich die Bakterien aus und es kommt zu einer Entzündung von Tränensack, Tränendrüsen und vorderer Augenhöhle, wodurch sich die jeweiligen Bereiche rot-violett färben und Schmerzen sowie Schwellungen auftreten. 
Weitere Begleiterscheinungen eines Gerstenkorns können eine Entzündung und Schwellung der Bindehaut sein.

Wer ist davon betroffen?

Ein Gerstenkorn ist eine sehr häufige Erkrankung, die in allen Altersklassen und Bevölkerungsgruppen auftreten kann. Auch bestehen keine Unterschiede hinsichtlich der Häufigkeit des Auftretens zwischen den Geschlechtern. Kinder sind leicht anfälliger für eine Infektion als Erwachsene.
Patienten mit Erkrankungen wie Blepharitis, seborrhoische Dermatitis, Rosazea, Diabetes sowie mit erhöhten Blutfettwerten sind ebenfalls einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines Gerstenkorns ausgesetzt.

Ist ein Gerstenkorn ansteckend?

Ein Gerstenkorn ist ansteckend, da es zu einer Übertragung der an der Entstehung beteiligten Bakterien durch Schmierinfektion kommen kann. Berührst Du mit Deinen Fingern das entzündete Lid und fasst danach beispielsweise Türklinken oder Handtücher an, ohne Dir vorher die Hände gewaschen zu haben, besteht das Risiko, dass sich andere Menschen mit den Erregern infizieren und ebenfalls ein Gerstenkorn entwickeln.

Was ist der Unterschied zu einem Hagelkorn?

Zwar stellt sich ähnlich wie ein Gerstenkorn auch ein Hagelkorn, in der medizinischen Fachsprache als Chalazion bezeichnet, als knotenartige Schwellung des Augenlids dar, aber es treten meist keine Schmerzen auf. Des Weiteren sind bei einem Hagelkorn keine Bakterien an der Entstehung beteiligt, sondern es handelt sich um eine chronische, nicht-infektiöse Erkrankung des Augenlids. Meist liegt einem Hagelkorn eine Verstopfung einer Meibom-Drüse zugrunde, mitunter kann es allerdings auch aus einem Gerstenkorn entstehen.

 

Augentropfen zur Behandlung

Wie lässt sich das Gerstenkorn behandeln?

In vielen Fällen kann ein Gerstenkorn ohne Behandlung spontan abheilen. Um die Heilung zu beschleunigen und die Ausbreitung der Infektion zu verhindern, ist Wärme in Form von warmen Kompressen oder Rotlicht von Vorteil. Warme Kompressen zielen darauf ab, das Gewebe zu erweichen, Talg zu lösen, die Drüsen zu entleeren und das Ableiten der Erreger zu fördern. Diese solltest Du mindestens viermal täglich 15 Minuten lang auf die betroffene Stelle halten. Bei Verwendung von Rotlicht ist darauf zu achten, die Augen dabei geschlossen zu halten und einen Mindestabstand von einem halben Meter zur Lichtquelle zu wahren.

Zusätzlich können Salben oder Tropfen mit antibiotischen Wirkstoffen, wie zum Beispiel Erythromycin, zum Einsatz kommen. Häufig besteht jedoch das Problem, dass innere Gerstenkörner aufgrund ihrer Lage an der Lidinnenseite auf solche lokal verabreichten Arzneistoffe nicht ansprechen, sodass dann die Einnahme von Antibiotika in Tablettenform erforderlich sein kann. Wenn die Schwellung stark ist und Druck auf die Hornhaut des Auges ausübt, kann Dir Dein behandelnder Mediziner auch lokale Steroide für kurze Zeit verschreiben. 
Sollte der Talg und die Entzündung nach einigen Tagen noch nicht abgeflossen sein oder sehr starke Schmerzen auftreten, kann eine chirurgische Eröffnung sinnvoll sein. Voraussetzungen hierfür sind, dass das Gerstenkorn oberflächlich liegt und gut zugänglich ist. Bei dieser sogenannten Inzision öffnet der Augenarzt unter örtlicher Betäubung das Gerstenkorn mit einem kleinen Stich und leert dessen Inhalt. Der Eingriff dauert meist nur einige Minuten und es bestehen währenddessen keine Schmerzen.

Helfen Hausmittel bei einem Gerstenkorn?

Vielen ist als Hausmittel das Auflegen von zuvor in beispielsweise Kamillentee eingeweichten, warmen, feuchten Kompressen bekannt. Zwar wirkt Kamille entzündungshemmend, dennoch solltest Du die Methode bei einem Gerstenkorn nicht anwenden. Durch unsterile Flüssigkeiten können vermehrt Bakterien in Dein Auge gelangen. Des Weiteren reagieren manche Menschen allergisch auf Kamille, wodurch es zu zusätzlichen Beschwerden am Auge kommen kann. Ebenfalls solltest Du auf keinen Fall versuchen, das Gerstenkorn mit Deinen Fingern auszudrücken, da Du dadurch eine langwierige Entzündung riskierst.

Wie lange dauert die Heilung eines Gerstenkorns?

In der Regel kommt es innerhalb einer Woche zur Heilung eines Gerstenkorns. Dabei öffnet sich dieses und der Eiter kann austreten.

 

Hygiene ist wichtig beim Gerstenkorn

Kann ich bei einem Gerstenkorn Kontaktlinsen tragen?

Um das Auge während der Entzündung zu schonen, solltest Du bei einem Gerstenkorn auf das Tragen von Kontaktlinsen verzichten und stattdessen die Brille als alternative Sehhilfe nutzen.

Wie kann ich ein Gerstenkorn vorbeugen?

Meist findet eine Übertragung der für das Gerstenkorn verantwortlichen Bakterien über die Hände statt. Daher solltest Du Dir nicht oder nur sehr wenig in die Augen fassen und auf eine strenge Händehygiene achten. Vor dem Schminken oder Einsetzen von Kontaktlinsen empfehlen wir Dir, gründlich Deine Hände mit warmem Wasser und Seife zu waschen. Ist zum Beispiel ein Familienmitglied von einem Gerstenkorn betroffen, solltet ihr Handtücher und Waschlappen getrennt voneinander verwenden. Eine weitere vorbeugende Maßnahme kann das Meiden von Zugluft und augenreizenden Stoffen wie Zigarettenrauch darstellen.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die anfallenden Kosten für die augenärztliche Untersuchung sowie die entsprechende Behandlung. Trotzdem solltest Du Dich vorher bei Deinem Versicherungsträger oder Deinem Arzt über mögliche anfallende Kosten informieren.
Preis für Behandlung eines Gerstenkorns anfragen

Heilung eines Gerstenkorns dauert nicht lang

 

Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Ein Gerstenkorn ist eine Entzündung des Augenlides, die mit Rötung, Schwellung und Schmerzen einhergeht. Ebenfalls tritt ein korngroßer Knoten mit z.T. markantem Eiterpunkt auf. Es kann zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl und Beschwerden wie Kopfschmerzen, Fieber und geschwollenen Lymphknoten kommen
  • Ursache ist eine Infektion der Lidranddrüsen durch Bakterien
  • Bei einem Gerstenkorn besteht Ansteckungsgefahr
  • Bei Auftreten eines Gerstenkorns solltest Du auf das Tragen von Kontaktlinsen verzichten
  • Als Behandlungsmöglichkeiten können warme Kompressen, Rotlicht, Antibiotika, lokale Steroide oder eine chirurgische Eröffnung sinnvoll sein
  • In den meisten Fällen heilt ein Gerstenkorn innerhalb einer Woche selbst ab
  • In der Regel erfolgt eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen für die augenärztliche Untersuchung sowie die entsprechende Behandlung

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Quellen

DAZ.online

Röcken, M., Strölin, A.: Hautkrankheiten und Diabetes. In Häring et al.: Diabetologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2011GKK Kärnten

Plettenberg, A., Meigel, W., Schöfer, H.: Infektionskrankheiten der Haut. Thieme, Stuttgart 2010

 

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