Leukoplakie - Weiße Veränderungen an den Schleimhäuten!

Leukoplakie - Jetzt alle Informationen erfahren

Die Mundhöhle ist kontinuierlich von Mundschleimhaut ausgekleidet. Ist die Mundschleimhaut gesund, erscheint sie rosafarben und von Speichel bedeckt. Diverse Einflüsse können jedoch zu einer Veränderung der Farbgebung und Oberflächenbeschaffenheit führen, die für Betroffene nicht immer erkennbar ist, sich aber für Zahnärzte und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen relativ leicht diagnostizieren lässt. Meist verbergen sich dahinter harmlose Erkrankungen, mitunter aber auch Krebsvorstufen oder bösartige Neubildungen. Eine solche Erkrankung, die im Verlauf entarten und zu bösartigen Tumoren heranwachsen kann, stellt die Leukoplakie dar.

Dauer

30-60 Minuten

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Was versteht die Medizin darunter?

Unter einer Leukoplakie, auch als Weißschwielenkrankheit bekannt, verstehen Mediziner nicht abwaschbare, weiße Veränderungen der Schleimhaut bestimmter Körperregionen, die sich keiner definierten Krankheit zuordnen lassen. Sie resultieren aus einer verstärkten Verhornung der Schleimhaut mit einem nachfolgenden Aufquellen in der feuchten Umgebung. Der Begriff setzt sich aus den griechischen Wörtern „leukos“ für “Weiß” und „plakos“ für “Platte” zusammen.

Leukoplakie

Wie sehen die Symptome aus?

In den meisten Fällen verursacht eine Leukoplakie keine Beschwerden. Charakteristisch für die Leukoplakie sind nicht abwaschbare weiße Flecken auf der Schleimhaut, die Betroffene oftmals nicht bemerken und stattdessen zufällig vom Haus- oder Zahnarzt entdeckt werden.
Zudem treten die Flecken häufig in größerer Zahl und an unterschiedlichen Stellen im Mundbereich auf.

Welche Ursache hat die Erkrankung?

Einer Leukoplakie können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Bei betroffener Zunge oder Wangenschleimhaut ist für die Schleimhautveränderung häufig eine dauerhafte mechanische Reizung verantwortlich, die wiederum durch Zahnklammern, schlecht sitzende Zahnprothesen sowie vorstehende oder kariöse Zähne entstehen kann. Neben solchen mechanischen Reizeinwirkungen können ebenso chemische Einflüsse zu einer Leukoplakie im Mundbereich führen. Darunter zählen vor allem chronischer Nikotinkonsum, aber auch starker Alkoholkonsum. Weitere Faktoren, die die Entstehung einer Leukoplakie begünstigen, sind Eisenmangel, Mangel an Vitamin A und B sowie schlechte Mundhygiene.

Zudem sind chronische bakterielle Infektionen wie Syphilis, Pilzinfektionen beispielsweise mit Candida albicans und genetisch bedingte Erkrankungen wie die Darier-Krankheit und Dyskeratosis congenita (Zinsser-Cole-Engman-Syndrom) mit einer Leukoplakie assoziiert. Die sogenannte Haarleukoplakie, eine Sonderform der Leukoplakie, die gelegentlich bei HIV-Infizierten vorkommt, entsteht durch eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus. Mitunter lässt sich auch keine eindeutige Ursache für eine Leukoplakie feststellen. Ärzte sprechen dann von einer idiopathischen Leukoplakie.

Welche Körperstellen können davon betroffen sein?

Eine Leukoplakie ist bevorzugt im Mundbereich anzutreffen. Mediziner sprechen dann von einer oralen Leukoplakie, die sich vor allem an der Wangenschleimhaut, an der Zunge und dem Mundboden befindet. Häufig sind auch die Lippen und der Gaumen betroffen. Eine Leukoplakie im Genital- oder Analbereich tritt hingegen seltener auf. Mittlerweile bezeichnen Mediziner diese jedoch nicht mehr als Leukoplakie, sondern verwenden stattdessen die Begriffe anale intraepitheliale Neoplasie (AIN) beziehungsweise perianale intraepitheliale Neoplasie (PAIN)

Leukoplakie

Wer ist davon betroffen?

Die weltweite Krankheitshäufigkeit der Leukoplakie im Mundbereich liegt zwischen 0,2 und 5 Prozent. Am häufigsten sind orale Leukoplakien bei Männern im Alter zwischen 40 und 70 Jahren beobachtbar. Männer sind in den meisten Ländern im Vergleich zu Frauen mit einem Verhältnis von 3:1 deutlich häufiger von der Schleimhautveränderung betroffen. Besonders gefährdet sind Raucher.

Welche unterschiedlichen Arten gibt es?

Mediziner differenzieren eine Leukoplakie anhand ihres Aussehens in unterschiedliche Stadien. Bei der homogenen Form (Leukoplakia simplex), auch als einfache Leukoplakie bezeichnet, bestehen eine gleichmäßige Verfärbung, glatte Oberfläche und scharfe Begrenzung. Bei den inhomogenen Formen handelt es sich um fortgeschrittene Stadien der Erkrankung, die sich wiederum in eine warzenförmige (verruköse) und offene (erosive) Leukoplakie unterteilen lassen. Die verruköse Leukoplakie ist durch eine raue, warzenartige Oberfläche gekennzeichnet. Ebenfalls können Beschwerden in Form von Schmerzen und einem Brennen der betroffenen Schleimhaut auftreten. Bei der erosiven Leukoplakie zeigen sich eine unregelmäßige Begrenzung und rote Bereiche, bei denen es sich um oberflächliche Verletzungen der Schleimhaut handelt.

Welche Folgen kann die Erkrankung haben?

Im fortgeschrittenen Verlauf können Leukoplakien entarten und bösartige Tumore hervorrufen, die die Lebenserwartung des Betroffenen verringern können. Sie stellen somit eine der häufigsten Krebsvorstufen der Mundhöhle dar. Dabei gilt im Allgemeinen, dass die einfache Leukoplakie, die am häufigsten vorkommende Leukoplakie, nur selten entartet und sich in der Regel selbst zurückbildet, sobald der auslösende Reiz beseitigt ist. Ein höheres Entartungsrisiko hat dagegen die warzenförmige Leukoplakie. Solltest Du daher bei Dir Schleimhautveränderungen feststellen, empfehlen wir Dir, stets einen Arzt aufzusuchen.

Viel Alkohol begünstigt die Entstehung von Leukoplakie

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Die Behandlungsmethoden bei einer Leukoplakie zielen in erster Linie darauf ab, den ursächlichen Faktor zu beseitigen. Dementsprechend solltest Du beispielsweise eine schlecht sitzende Zahnprothese vom Zahnarzt anpassen oder Karies behandeln lassen. Bei Vorliegen von Infektionskrankheiten, die für die Leukoplakie verantwortlich sind, müssen hierbei entsprechende Therapiemaßnahmen ergriffen werden. Bei bakteriellen Infektionen stellt oftmals der Einsatz von Antibiotika eine geeignete Behandlungsoption dar.

Derartige Behandlungsmethoden führen in den meisten Fällen dazu, dass die Schleimhautveränderung innerhalb von wenigen Wochen abheilt. Sollte die Leukoplakie dagegen weiterhin bestehen, können Mediziner in einem minimal-invasiven Eingriff die von der Leukoplakie betroffenen Bereiche der Schleimhaut operativ entfernen. Dafür bieten sich verschiedene Möglichkeiten an.

Bei der sogenannten elektrokaustischen Abtragung, die unter lokaler Anästhesie erfolgt, kann der Arzt die betroffenen Schleimhautareale mithilfe einer kleinen Nadel, Schlinge oder Kugel, die an der Spitze eines mit Schwachstrom betriebenen Gerätes befestigt sind, erhitzen und dadurch zerstören. Die bei dem Eingriff entstandene Wunde heilt im Normalfall innerhalb von ein bis drei Wochen gut ab. Bei einer anderen Behandlungsmethode, der Kryotherapie, kühlt der Mediziner die betroffenen Gewebeareale mithilfe von flüssigem Stickstoff auf unter -40°C ab. Die lokale Vereisung führt ebenfalls zur Zerstörung der Leukoplakie. Als alternative Therapieoption besteht zudem die Möglichkeit, durch Einsatz eines Lasers die verhornten Zellen abzutragen.

Was muss ich nach einer Behandlung beachten?

Da Leukoplakien die Eigenschaft haben, auch nach einer erfolgreichen Behandlung wiederzukehren, solltest Du nach einer operativen Entfernung der Leukoplakie Deine Schleimhaut besonders schonen. Dazu gehört vor allem der Verzicht auf das Rauchen und auf Alkoholkonsum. Zudem ist es wichtig, Termine zu den Nachuntersuchungen wahrzunehmen, um den Heilungsverlauf beurteilen zu können und mögliche Komplikationen zu behandeln.

Gibt es auch Hausmittel gegen Leukoplakie?

Zur Behandlung einer Leukoplakie sind Propolis, Schwedenkräuter und Kombucha gebräuchliche Hausmittel. Bei Propolis, auch als Bienenharz bekannt, handelt es sich um eine von Bienen hergestellte harzartige Substanz, die aufgrund ihrer antibiotischen, antiviralen und antimykotischen Eigenschaften zur äußerlichen Anwendung bei Verletzungen der Haut und Schleimhaut geeignet ist. Schwedenkräuter oder auch Schwedenbitter sind Bezeichnungen für eine Tinktur, die sich je nach Rezeptur aus unterschiedlichen Kräutern zusammensetzt. Häufige Bestandteile sind unter anderem Kampfer, Kalmus, Wermutpulver, Lärchenschwamm und Myrrhe, gemischt in Branntwein, Kornschnaps oder anderen Spirituosen.

Leukoplakie

Die Mischung kannst Du in einer Flasche ansetzen, nach einigen Tagen filtrieren und letztlich das Filtrat verwenden. Alternativ ist Schwedenbitter auch fertig gemischt in der Apotheke erhältlich. Bei Kombucha handelt es sich um einen mithilfe eines Pilzgemischs vergorenen, gezuckerten Tee, dem eine reinigende Wirkung auf das Blut, Anregung des Stoffwechsels und Aktivierung des Immunsystems nachgesagt wird. Der zur Herstellung benötigte Kombuchapilz ist in Naturkostläden und Reformhäusern erhältlich. Als Fertiggetränk findest Du Kombucha im Lebensmittel- und Getränkehandel.

Zwar können die genannten Hausmittel durchaus bei einer Leukoplakie zum Einsatz kommen, ersetzen in der Regel jedoch nicht eine medizinische Behandlung durch einen Facharzt, weshalb Du bei Vorliegen einer Leukoplakie diesen stets aufsuchen solltest und am besten die Verwendung von Hausmitteln mit ihm absprichst.

Ist die Leukoplakie ansteckend?

Da die Leukoplakie in den meisten Fällen durch mechanische Reize oder chemische Einflüsse entsteht, besteht keine Ansteckung.

Kann ich Leukoplakie vorbeugen?

Da viele auslösende Einflüsse bekannt sind, kannst Du einer Leukoplakie in gewissem Maße vorbeugen, indem Du Risikofaktoren wie Rauchen und Alkoholkonsum vermeidest. Weiterhin empfehlen wir Dir eine ausreichende Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen. Ist bei Dir eine Prothese als Zahnersatz notwendig, solltest Du darauf achten, dass diese gut sitzt. Ein bestehender Eisenmangel oder Mangel an Vitamin A oder B lässt sich in Absprache mit Deinem Arzt beheben.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Krankenkassen übernehmen im Normalfall anfallende Kosten für Diagnose und Behandlungsmaßnahmen, jedoch kann bei bestimmten Leistungen ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen.

Leukoplakie

Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Als Leukoplakie bezeichnen Mediziner nicht abwaschbare, weiße Veränderungen der Schleimhaut, die sich keiner definierten Krankheit zuordnen lassen.
  • Wesentliche Ursachen für die Schleimhautveränderung sind mechanische Reizungen wie schlecht sitzende Zahnprothesen und chemische Einflüsse wie Alkohol und Nikotin.
  • Häufig betroffene Körperstellen sind die Wangenschleimhaut, die Zunge, der Mundboden, die Lippen und der Gaumen.
  • Am häufigsten sind orale Leukoplakien bei Männern im Alter zwischen 40 und 70 Jahren beobachtbar.
  • Leukoplakien sind eine der häufigsten Krebsvorstufen der Mundhöhle.
  • Als Behandlungsmethoden kommen eine Vermeidung der ursächlichen Faktoren und minimal-invasive Verfahren wie eine elektrokaustische Abtragung, Kryotherapie und Lasertherapie infrage.
  • Einer Leukoplakie lässt sich durch Vermeidung der Risikofaktoren gut vorbeugen.
  • Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die anfallenden Kosten für Diagnose und Behandlungsmaßnahmen.

 

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Quellen

Uniklinik RWTH Aachen

Universitätsklinikum Düsseldorf

Altmeyers Enzyklopädie

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