Pityriasis versicolor: Dem Hautpilz entgegenwirken!

Pityriasis versicolor - Jetzt alle Informationen erfahren

Die Pityriasis versicolor oder auch Kleieflechte (Kleien-Pilz-Flechte) ist eine harmlose Hauterkrankung. Sie wird durch einen Hefepilz (Malassezia furfur) verursacht und zeigt sich durch fleckige Hautveränderungen vor allem am Rücken und an der Brust. Vor allem junge Erwachsene sind häufig betroffen. In Mitteleuropa leiden etwa ein bis vier Prozent der erwachsenen Menschen unter der Erkrankung, in tropischen Regionen sind es bis zu 50 Prozent. Sowohl die Therapie als auch der individuelle Krankheitsverlauf richtet sich nach dem Ausmaß der Infektion und Deiner generellen Gesundheit.

Dauer

Bis zu mehreren Monaten

Ausfallzeit

Keine

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Nicht notwendig
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Was versteht die Medizin unter Pityriasis versicolor?

Bei der Pityriasis versicolor handelt es sich um eine harmlose aber kosmetisch störende oberflächlichen Mykose der Haut, die durch den Hautpilz Malassezia furfur verursacht wird. Leitsymptom der Erkrankung sind fleckige Hypo- oder Hyperpigmentationen. Zur Behandlung setzen Ärzte Antimykotika oder Keratolytika ein.

 

Bei der Pityriasis versicolor handelt es sich um eine harmlose aber kosmetisch störende oberflächliche Mykose der Haut

Welche Ursache hat der Pityriasis versicolor?

Ursache der Kleieflechte ist eine oberflächliche Pilzinfektion mit Hefepilzen der Gattung Malassezia. Diese Art der Hautpilze ist ein normaler Bestandteil der gesunden menschlichen Hautflora, führt aber bei einigen Personen aufgrund innerer oder äußerer Faktoren zu auffälligen Symptomen. Begünstigende Faktoren sind das Tragen von Synthetikkleidung, das zu verstärktem Schwitzen und mangelnder Abdunstung führt, mangelhafte Hygiene, (sub-)tropisches Klima, Fettleibigkeit, Schwangerschaft, die Einnahme der Antibabypille, Antibiotika oder Kortison, ein geschwächtes Immunsystem, bestimmte Grunderkrankungen wie Schilddrüsenkrankheiten, Blutzuckerkrankheit oder andere Immundefekte.

Wie sehen die Symptome der Kleieflechte aus?

Typisch für eine Pityriasis versicolor sind leicht verdickte, kreisförmige Flecken mit einem Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern, die keine Schmerzen verursachen. Die Farbe dieser Flecken kann variieren. Auf gebräunter Haut sind die befallenen Stellen eher zu schwach pigmentiert, sind also heller als die restliche Haut. Diese Art der Kleieflechte bezeichnen Mediziner als Albatyp oder als Pityriasis versicolor alba. Bist Du hingegen hellhäutig oder nicht gebräunt, tritt die Kleieflechte bei Dir wahrscheinlich in der rötlich-bräunlichen Form auf, die betroffenen Stellen sind also überpigmentiert. Diese Form nennt sich Pityriasis versicolor rubra.

Die Flecken sind manchmal etwas erhaben, heben sich also von der restlichen Haut ab. Kratzt Du Dich an den befallenen Stellen, lösen sich typischerweise oberflächliche Schuppen. In seltenen Fällen tritt bei der Kleienpilzflechte ein leichter Juckreiz auf. Bei manchen Menschen befällt der Pilz Malassezia furfur, der für die Kleieflechte verantwortlich ist, die Haarwurzeln auf Brust oder Rücken. Dieses Krankheitsbild nennt man Pityrosporum-Follikulitis. Es ähnelt der Akne und verursacht Juckreiz. Besonders Frauen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren sind betroffen.

Wie diagnostiziert der Arzt die Erkrankung?

Am besten gehst Du bei einem Verdacht auf Pityriasis versicolor zu einem Facharzt für Dermatologie. Dieser kann aufgrund der typischen Symptome recht schnell eine Verdachtsdiagnose stellen, welche er dann mit einem Nachweis der Pilzsporen unter dem Mikroskop sichert. Dazu drückt der Dermatologe einen durchsichtigen Klebestreifen kurz auf die betroffene, schuppende Stelle und zieht ihn wieder ab. Die auf dem Streifen haftenden Schuppen weicht er anschließend mit einer schwachen Lauge auf und färbt sie, damit er sie unter dem Mikroskop besser erkennen kann. Die runden Sporen und fadenförmigen Pseudohyphen sind ein deutliches Zeichen für die Pilzinfektion. Der Arzt muss weitere Erkrankungen ausschließen, bevor er die Diagnose sicher stellen kann. Als Differenzialdiagnosen kommen Pigmentstörungen wie zum Beispiel Vitiligo oder auch andere Hautkrankheiten wie Chloasma, Tinea corporis, Seborrhoische Dermatitis, Pityriasis rosea, Erythrasma oder Syphilis in Frage.

 

Typisch für eine Pityriasis versicolor sind leicht verdickte, kreisförmige Flecken mit einem Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern, die keine Schmerzen verursachen

Wie sieht der Verlauf der Erkrankung aus?

Unbehandelt nimmt die Pityriasis versicolor einen chronischen Verlauf, wobei sie vor allem in den warmen Sommermonaten wiederholt ausbricht. Im Allgemeinen ist die Pityriasis versicolor sehr gut behandelbar, es kann allerdings einige Monate dauern, bis sich die hellen Hautflecken wieder pigmentieren. Du solltest auf jeden Fall das hohe Rückfallrisiko bedenken. Vorbeugend solltest Du daher versuchen, bestehende Risikofaktoren zu eliminieren. Trage dazu im Sommer möglichst luftdurchlässige Kleidung, die den Schweiß entweder aufnimmt oder nach außen abtransportiert. Häufiges Duschen oder Baden unter der Verwendung von Syndets ist ebenfalls empfehlenswert. Dabei handelt es sich um künstliche Waschsubstanzen, die besonders hautschonend sind. Danach solltest Du Dich gründlich abtrocknen. Diese Maßnahmen sind sowohl vorbeugend als auch bei einer bestehenden Infektion hilfreich.

Welche Folgen hat die Kleieflechte?

Die Kleieflechte führt zu unschönen Hautverfärbungen und Abschuppung. Das kann bei Betroffenen zu Unsicherheiten bezüglich des eigenen Körpers führen, was psychisch sehr belastend sein kann. Außerdem verläuft die Erkrankung unbehandelt chronisch und hat eine hohe Rezidivrate.

Wer ist am häufigsten von dem Pityriasis versicolor betroffen?

Pilze mögen ein feuchtwarmes und lipidreiches Milieu, da dies ihr Wachstum fördert. Daher sind Jugendliche und junge Erwachsene häufiger betroffen. Sie bilden mehr Talg als jüngere oder auch ältere Personen. Aus demselben Grund tritt die Erkrankung in tropischen Ländern deutlich häufiger auf als in unseren Breitengraden. Das Schwitzen spielt ebenfalls eine Rolle, weshalb die Erkrankung häufig bei Verwandten ersten Grades auftritt. Mediziner diskutieren auch weitere Faktoren wie beispielsweise eine Immunsuppression.

Ist der Tinea versicolor ansteckend?

Im Unterschied zu anderen Pilzerkrankungen ist die Pityriasis versicolor nicht oder nur sehr schwer übertragbar. Dazu bedürfte es wenn dann engem Hautkontakt. Die meisten Quellen geben allerdings an, dass die Pityriasis versicolor nicht ansteckend ist und daher auch keine besonderen Maßnahmen ergriffen werden müssen.

 

Im Unterschied zu anderen Pilzerkrankungen ist die Pityriasis versicolor nicht oder nur sehr schwer übertragbar

Wie lässt sich die Pityriasis versicolor behandeln?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung einer Pityriasis versicolor. Insgesamt gibt es drei große Gruppen an Medikamente, mit denen sich die Erkrankung behandeln lässt: topische Antimykotika, systemische Antimykotika und topische Keratolytika.

Topische Antimykotika wie Econazol, Miconazol, Clotrimazol, Ketoconazol, Ciclopirox oder Terbinafin werden als Lösung oder Shampoo angewendet, da die Erkrankung häufig großflächig auftritt. Wünschst Du Dir eine einfachere Anwendung, eignen sich eventuell systemische Antimykotika besser. Wirkstoffe sind hier Fluconazol, Itraconazol oder Ketoconazol. Sie sind allerdings verschreibungspflichtig und haben mehr Nebenwirkungen als lokal anzuwendende Mittel.

Topische Keratolytika wie Selendisulfid, Zink-Pyrithion, Schwefel oder Salicylsäure sind hornhautlösende Mittel, die auch die Talgproduktion beeinflussen können und teilweise antimikrobiell wirken. Sie sind in Form von Shampoos oder als Suspension erhältlich. Bedenke, dass die Flecken auch bei einer erfolgreichen Behandlung noch einige Wochen bis Monate bestehen bleiben können.

Gibt es Hausmittel, welche bei der Kleieflechte helfen?

Hausmittel gegen die Kleieflechte sind begrenzt. Dazu zählen Wickel aus Salbei oder Kamille, das Einreiben mit Apfelessig, Manuka-Honig, Knoblauchzehen, Zwiebeln oder Teebaumöl. Du kannst die betroffenen Hautpartien auch mit Backpulver oder Heilerde bestreuen. Es ist ebenfalls möglich das Pulver mit etwas Wasser zu einem Brei zu verrühren und auf die Haut aufzutragen. Allerdings muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass bei keinem dieser Mittel eine pilzabtötende Wirkung nachgewiesen werden konnte. Leider können durch bestimmte Methoden wie Wickel, ideale Wachstumsbedingungen für den Pilz geschaffen werden, wodurch sich die Symptome häufig verstärken. Andere Methoden wie Essig und Zwiebel strapazieren die (entzündete) Haut meist noch zusätzlich.

 

Manuka-Honig kann die Symptome der Kleieflechte lindern

Kann man den Pityriasis versicolor vorbeugen?

Vorbeugen kannst Du der Erkrankung kaum, da die genaue Ursache der Erkrankung unbekannt ist, beziehungsweise verschiedene Auslöser diskutiert werden. Wie auch bei anderen Pilzerkrankungen ist es ratsam, die Haut sauber und trocken zu halten, da Schweiß, Talg und heiße Wetterbedingungen eine optimale Wachstumsgrundlage für Pilze bilden und dadurch die Entstehung der Pityriasis versicolor begünstigen. Achte am besten im Sommer auf locker sitzende, luftdurchlässige Kleidung und wasche Dich täglich mit einer milden Waschlotion, um Deine Haut von überschüssigem Talg und Schweißrückständen zu befreien.

Dies gilt natürlich auch wenn Du viel schwitzt, wie beispielsweise beim Sport oder zu einer starken Talgproduktion neigst. Benutze spezielle Wäschedesinfektionsmittel für Wäsche, die nicht bei hohen Temperaturen gewaschen werden kann. Hattest Du bereits eine Kleieflechte, solltest Du auch in den Folgejahren prophylaktische Maßnahmen ergreifen, da die Pityriasis versicolor dazu neigt wiederholt auszubrechen, vor allem, wenn bei Dir bestimmte begünstigende Faktoren vorliegen. Dazu solltest Du in den wärmeren Monaten vorbeugend zweimal wöchentlich entsprechend wirkende Mittel äußerlich anwenden.

Alle wichtigen Infos zusammengefasst

  • Pityriasis versicolor ist eine harmlose aber kosmetisch störende oberflächlichen Mykose der Haut, verursacht durch den Hautpilz Malassezia furfur
  • Leicht verdickte, kreisförmige Flecken mit einem Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern, die keine Schmerzen verursachen, die Flecken sind dabei entweder stärker oder schwächer pigmentiert als der Rest der Haut
  • Es werden verschiedene Ursachen diskutiert, konkret gibt es sowohl innere als auch äußere Faktoren, die die Entstehung begünstigen
  • Es gibt drei große Gruppen an Medikamenten zur Behandlung einer Pityriasis versicolor, topische Antimykotika, systemische Antimykotika und topische Keratolytika

 

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Quellen

AMBOSS

MSD Manuals

Altmeyers Enzyklopädie

 

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