Rosazea - Jetzt alle Informationen erfahren

Rosazea, auch Kupferrose genannt, ist eine Erkrankung der Haut. Die Haut ist dadurch sehr empfindlich und schnell gereizt. Derzeit ist die Krankheit noch nicht heilbar, es gibt aber verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um Rosazea in den Griff zu bekommen.

Dauer

bis 1 Stunde

Ausfallzeit

2 - 14 Tage

Stationär

nicht notwendig

Was versteht man unter Rosazea?

Rosazea ist eine chronische Erkrankung der Haut, welche Rötungen und Entzündungen hervorruft. Sie kommt schubweise und tritt vorrangig im Erwachsenenalter auf. In den meisten Fällen macht sich die Hautkrankheit im Gesicht bemerkbar, vor allem im Bereich der Wangen, Nase und Stirn. Ganz selten können auch Kopfhaut, Nacken oder die Brustregion betroffen sein. Die Stellen sind gerötet und es zeichnen sich Äderchen ab. In fortgeschrittenen Stadien ähnelt das Krankheitsbild dem einer Akne. Die Anzeichen müssen sich nicht zwangsläufig verschlimmern, sondern können auch über einen längeren Zeitraum gleich bleiben. Eine vollständige Heilung der Erkrankung ist leider noch nicht möglich, jedoch ist es mithilfe der heutigen Medizin kein Problem, die Symptome sehr gut zu behandeln, sodass Du Dich bald nicht mehr im Alltag eingeschränkt fühlen musst.

Was sind die Symptome bei Rosazea?

Typische Symptome sind nicht nur die Rötungen und erweiterten rote Äderchen. Häufig gehört ein unangenehmes Jucken und Brennen der Haut ebenfalls dazu, zudem reagiert diese empfindlich und ist schnell irritiert. Lässt Du die Erkrankung nicht sofort behandeln, dann entstehen in den meisten Fällen Pusteln, Knötchen und Hautverdickungen.
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Welche Schweregrade gibt es?

Die Medizin unterscheidet vier verschieden Phasen der Rosazea.

Vorstadium –  Flushing:
Unter „Flushing“ versteht die Medizin den Beginn der Erkrankung. Wenn Du immer wieder plötzlich auftretende Rötungen in Deinem Gesicht feststellst und Deine Haut sehr sensibel reagiert, dann sind dies typische Anzeichen für den Beginn einer Rosazea.

Stadium I – erythematosa-teleangiectatica:
Die geweiteten Äderchen ziehen sich nicht mehr zusammen und schimmern durch die Haut durch. Die Rötungen ähneln einem leichten Sonnenbrand. Deine Haut ist extrem empfindlich. Häufig kommt ein Jucken und Brennen hinzu.

Stadium II – Rosazea papulopustulosa:
Es bilden sich Pusteln und Papeln, welche vom Aussehen her stark an Akne erinnern.

Stadium III – glandulär-hyperplastische Rosazea:
Zusätzlich zu den Pusteln erscheinen entzündliche Hautknötchen und Schwellungen, sogenannte Ödeme, welche durch Wassereinlagerungen entstehen. In vielen Fällen ist vor allem die Nase davon betroffen.

Welche unterschiedlichen Arten von Rosazea gibt es?

Von Rosazea gibt es viele unterschiedliche Varianten, die wir Dir nachfolgend ein wenig näher erläutern.

Persistierendes Rosazea-Ödem:
Diese Art tritt sehr selten auf und kann leicht übersehen werden, da die Symptome nicht sofort ersichtlich sind. Viele der betroffenen Patienten nehmen eine leichte Veränderung der Gesichtskonturen wahr, welche durch harte Ödeme hervorgerufen wird. Diese bilden sich meist im Bereich der Stirn, oberen Augenlidern, Nase oder Wange.

Rosazea conglobata:
Rosazea conglobata tritt am häufigsten bei Frauen auf und ist durch verhärtete Stellen in Kombination mit knotigen und teilweise blutige Abszesse auf der entzündeten Haut gekennzeichnet.

Granulomatöse Rosazea:
Diese Sonderform ist relativ schwer zu behandeln, da sie nicht allzu gut auf die üblichen Behandlungsmethoden anspricht. Auf der geröteten Haut kommt es zu braunrötlichen Knötchen, welche sich über das ganze Gesicht ausbreiten. Die Entzündungen können glatt, aber auch schuppig oder krustig sein. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, dann ist eine deutliche Verschlimmerung möglich, bei welcher sich starke Verhärtungen entwickeln.

Rosazea fulminans:
Bei dieser Variante sind häufig weibliche Patienten betroffen, welche zwischen 20 und 30 Jahren alt sind. Somit tritt Rosazea fulminans viel früher auf, als ihre Artverwandten. Ein besonderes Merkmal ist unter anderem, dass sie sehr schnell voranschreitet und mit heftigen Entzündungen einhergeht. Innerhalb nur weniger Wochen bilden sich stark entzündete Pusteln und Knoten, welche oftmals eitrig wässern. Die Symptome ähneln einer schweren Akne. Eine frühzeitige und vor allem schnelle Behandlung ist hier unbedingt notwendig.

Gramnegative Rosacea:
Lässt Du eine Rosazea, bei welcher gramnegative Keime vorherrschen, über einen längeren Zeitraum mit Antibiotika behandeln, dann tritt häufig diese Form auf. Typische Symptome sind tiefe Knoten und gelbe Pusteln, welche sich insbesondere um Mund und Nase bilden. Für die erfolgreiche Behandlung ist ein spezielles Antibiotikum notwendig, welches die gramnegativen Keime hemmt.

Phymata bei Rosazea:
Hier entsteht die sogenannte „Knollennase“ (Rhinophym), von welcher hauptsächlich Männer betroffen sind. Sie tritt nur in seltenen Fällen vor dem 40. Lebensjahr auf. Die Ursache ist eine tiefliegende chronische Entzündung, die dazu führt, dass sich Bindegewebe und Talgdrüsenhyperplasie konstant vermehren. Die Knotenbildungen lassen die Nase nach und nach größer und unförmiger wirken.

Was sind die Ursachen von Rosazea?

Die Ursache der Kupferrose ist noch nicht vollkommen geklärt. Die Medizin geht jedoch davon aus, dass neben einer erbliche Veranlagung auch eine Störung der Abwehrmechanismen und der Kommunikation zwischen Nerven und Blutgefäßen vorliegt.

Störung des Immunsystems:
Dein Körper verfügt über viele Möglichkeiten, Krankheitserreger abzuwehren. Unter anderem befinden sich in Deinem Organismus Eiweiß-Teilchen (Cathelicidin-Peptide). Diese verhindern, dass sich Keime in einer Wunde festsetzen und es so zu Infektionen kommt. In der Haut eines gesunden und unverwundeten Menschen, kommen die Peptide nur in einer geringen Anzahl vor. Bei Patienten, welche von Rosazea betroffen sind, bildet die Haut eine große Menge an solchen Peptiden, welche die Neubildung von Blutgefäßen fördern. Zudem spalten sich die Peptide vermehrt. Diese Aufspaltungen regen bestimmte Hautzellen dazu an, entzündende Stoffe freizusetzen, wodurch sich die Haut rötet.

Kommunikationsprobleme zwischen Nerven und Blutgefäßen:
Die Nerven sind für die Durchblutung Deiner Haut zuständig. Ist es draußen heiß, dann weiten sich die Blutgefäße, bei Kälte ziehen sie sich zusammen. Bist Du von Rosazea betroffen, dann funktioniert diese Kommunikation nicht reibungslos. Die Nerven sind entzündet, wodurch sich die Blutgefäße schon bei schwachen Reizen öffnen und anschließend nicht mehr zusammenziehen.

Was sind die Auslöser von Rosazea?

Rosazea kommt meist in Schüben und kann die unterschiedlichsten Auslöser haben. Es ist also wichtig, dass Du genau beobachtest, wann sich bei Dir der nächste Schub bemerkbar macht. So können UV-Strahlen, Hitze, Kälte, Alkohol, Nikotin oder zu scharfe Speisen dazu führen, dass die Rosazea wieder ausbricht. Doch auch Stress, bestimmte Kosmetika oder eine hormonelle Umstellung, begünstigen einen weiteren Schub.

Wer ist davon am häufigsten betroffen?

Männer und Frauen sind in etwa gleich häufig betroffen. Die Erkrankung tritt meist nicht bei Patienten auf, welche jünger als 30 sind. Gewöhnlich kommt es sogar erst nach dem 50. Lebensjahr zur Entstehung der Rosazea. Bei helle Hauttypen tritt die Kupferrose in der Regel häufiger auf, als bei dunkleren Hauttypen. Spezielle Formen, wie das Rhinophym („Knollennase“) kommt hauptsächlich bei Männern vor, wohingegen Frauen öfter von der Rosazea conglobata betroffen sind.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die schlechte Nachricht ist, dass sich Rosazea bislang noch nicht vollständig heilen lässt. Die gute Nachricht ist, dass es heutzutage eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten gibt, damit Du die Erkrankung gut in den Griff bekommst.

Lokale Behandlung:
Ist die Rosazea eher leicht ausgeprägt, dann hilft oftmals schon eine örtliche Behandlung mit Antibiotika oder entzündungshemmenden Cremes. Am besten sollten die Salben Metronidazol, Erythromycin oder Azelainsäure enthalten. Die Inhaltsstoffe unterstützen die Linderung der Symptome. Die verschriebene Arznei wirkt gut gegen die Knötchen und Bläschen auf Deiner Haut, doch leider bleiben die Rötungen meist weiterhin bestehen. Du solltest die lokale Therapie über einen sehr langen Zeitraum durchführen, da die Rückfallquote nach dem Absetzen der Medikamente hoch ist.

Systematische Behandlung:
Wenn die Erkrankung schon stärker ausgeprägt ist, dann reicht eine örtliche Behandlung nicht aus. In den meisten Fällen verschreibt Dir der Arzt Antibiotika in Tablettenform. Die Arznei enthält in den meisten Fällen ebenfalls Metronidazol, Erythromycin oder Tetracyclin, welche die Entzündungsherde ausmachen und diese hemmen. Die Wirkstoffe können im gesamten Körper wirken, was die Effizienz der Therapie erhöht, jedoch auch vermehrt Nebenwirkungen mit sich bringt. Wichtig ist, dass Du Rosazea nicht mit Cortisol behandeln lässt, da sich die Symptome dadurch häufig verschlimmern, oder die Rosazea nach dem Absetzten der Medizin stärker als zuvor ausbricht.

Laserbehandlung:
Damit Du auch die Rötungen im Gesicht bald los bist, kannst Du auf eine Lasertherapie (Link zu Lasertherapie) zurückgreifen. Der Arzt behandelt die betroffenen Areale mit gebündelten Lichtstrahlen. Dadurch ziehen sich die Gefäße wieder zusammen. Oftmals kommt diese Methode ebenfalls beim Rhinophym zum Einsatz, um die Hautwucherungen sanft zu entfernen. Eine andere Möglichkeit ist die Verödung der Blutgefäße.

Photodynamsiche Therapie:
Bei dieser Methode verabreicht Dir Dein Arzt als erstes eine spezielle Substanz (Photosensibilisator), die sich an den von der Rosazea betroffenen Stellen anreichert. Im nächsten Schritt bestrahlt der Experte die Areale in Deinem Gesicht mit Licht, welches eine bestimmte Wellenlänge aufweist. Dadurch ändert sich die Struktur des Photosensibilisators und er entfaltet seine Wirkungskraft. So lassen sich die kaputten Gewebestrukturen zerstören, während das gesunde Gewebe unbeschadet bleibt.

Chirurgische Therapiemöglichkeiten:
Die chirurgischen Therapien kommen in den meisten Fällen nur beim Rhinophym zum Einsatz.

Dermabrasion und Dermashaving:
Bei der Dermabrasion entfernt der Arzt die oberste Hautschicht, indem er diese vorsichtig abschleift. Anschließend trägt er eine spezielle Salbe auf, welche eine schnelle Wundheilung fördert. Nach etwa zehn Tagen löst sich schließlich der Wundschorf ab. Dermashaving läuft im Grunde gleich ab, nur dass der Mediziner anstatt einer Fräse ein Skalpell nimmt, um die Haut zu lösen. Die Behandlungen können entweder unter einer örtlichen oder unter Vollnarkose stattfinden.

Elektrochirurgie und Kryochirurgie:
Bei der Elektrochirurgie, löst der Experte die Wucherungen auf der Haut mit einer elektrischen Schlinge ab, wohingegen er bei der Kryochirurgie das überflüssige Gewebe mit flüssigem Stickstoff zerstört.
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Wie pflegt man die betroffenen Stellen am besten?

Bei der Pflege gibt es einiges zu beachten, damit sich Deine Symptome nicht noch weiter verschlimmern. So ist es wichtig, dass Du zu heißes oder zu kaltes Wasser beim Waschen Deines Gesichts vermeidest. Auf Peelings solltest Du grundsätzlich verzichten, da diese Deine Haut nur weiter reizen. Achte bei Deinen Pflegeprodukten vor allem darauf, dass diese keine Inhaltsstoffe wie Menthol, Kampfer oder Natriumlaurylsulfat enthalten. Der Ph-Wert Deiner Waschlotionen liegt bestenfalls im leicht sauren Bereich (4,0-4,5). Wenn Du Dein Gesicht abtrocknest, dann tupfe es sanft mit dem Handtuch ab. Zu festes Rubbeln irritiert Deine Haut nur unnötig.

Tipp: Du musst nicht auf Make-up verzichten. Wichtig ist nur, dass Du Produkte wählst, welche Deine Haut nicht noch zusätzlich reizen. Im besten Fall sind die Kosmetika frei von Alkohol, Duft-, Farb-, und Konservierungsstoffen. Wenn Du auf Nummer sicher gehen möchtest, dann greife bevorzugt zu Bio- und Naturprodukten.

Kann man Rosazea vorbeugen?

Die Krankheit lässt sich nicht vorbeugen, allerdings ist es wichtig, dass Du dem Auslöser der Rosazea auf den Grund gehst, damit Du weitere Schübe vermeiden kannst. Auf diese Weise ist es möglich die Symptome zu mildern und eine Verstärkung Deiner Hautprobleme zu vermeiden. Generell solltest Du eine intensive Sonnenbestrahlung, Alkohol und aggressive Reinigungsmittel meiden. Achte auch auf milde Cremes, welche deine Haut nicht zusätzlich reizen. Bei der Ernährung solltest Du darauf achten nicht zu heiße und scharfe Speisen sowie Getränke zu Dir zu nehmen.

Das Wichtigste zur Rosazea kurz zusammengefasst:

  • Rosazea ist eine chronische Erkrankung der Haut, welche meist im Gesicht auftritt und in Schüben erscheint
  • Typische Symptome sind: Dauerhaft gerötete und gereizte Haut, welche juckt und brennt
  • Häufige Auslöser sind extreme Hitze oder Kälte, Alkohol oder zu scharfes Essen
  • Die Krankheit ist nicht komplett heilbar, aber es besteht eine Vielzahl an Therapiemöglichkeiten
  • Bei Hautpflegeprodukten und Make-up solltest Du unbedingt auf die Inhaltsstoffe achten.

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