Karpaltunnelsyndrom - Jetzt alle Informationen erfahren

Das Karpaltunnelsyndrom ist ein Kompressionssyndrom des Nervus medianus der oberen Extremität im Bereich des Handgelenks. Symptome sind unter anderem Taubheitsgefühle, Sensibilitätsstörungen und Schmerzen in der gesamten Hand, dies vorwiegend nachts. Unbehandelt ist die Gefahr hoch, dass eine dauerhafte Beeinträchtigung zurückbleibt. Wir haben Dir die wichtigsten Informationen zusammengestellt, welche du über das Karpaltunnelyndrom wissen solltest.

Dauer

20-30 Minuten

Ausfallzeit

3-6 Wochen

Stationär

Nicht notwendig

Was versteht die Medizin unter dem Syndrom?

Beim Karpaltunnel handelt es sich um den Raum zwischen dem Handwurzelknochen und dem sich darüber befindenden Karpalband. Durch das Karpalband ziehen sich Sehnen, Nerven und natürlich auch Blutgefäße. Entsteht am Mittelnerv (Medianusnerv), welcher unter anderem für die Empfindungen in unseren Fingern zuständig ist, eine Einengung durch das angeschwollene Bindegewebe oder die begleitenden Gefäße, Bänder und Sehnen, dann kann es zu unangenehmen, schmerzhaften Symptomen kommen.

Wer ist davon betroffen?

Von der Erkrankung können sowohl Männer als auch Frauen betroffen sein. Allerdings sind es weitaus mehr Frauen, welche unter dem Karpaltunnelsyndrom leiden. Die Krankheit tritt meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf. In sehr seltenen Fällen können ebenfalls schon Kinder davon betroffen sein.

Wie sehen die Symptome aus?

Die Erkrankung tritt nicht über Nacht auf, sondern macht sich durch schleichende Anzeichen bemerkbar. So spürst Du oftmals ein Kribbeln in der Hand, besonders nachts. Zudem gehören ebenfalls Schmerzen zu den Symptomen, welche sogar bis in den Arm strahlen können. Meist schlafen Deine Finger nachts oder unter Belastung auch ein. Ist die Erkrankung fortgeschritten, dann kommt es zu einer kompletten Taubheit der Finger, die Muskeln bauen sich ab, Nerven werden weiterhin beschädigt und ein Kraftverlust im Bereich des Daumens findet statt. Vor allem feinmechanische Aufgaben fallen dann zunehmend schwerer.

 

Wie kann die Erkrankung diagnostiziert werden?

Der Arzt hat verschiedenen Möglichkeiten um festzustellen, ob es sich bei Dir wirklich um das Karpaltunnelsyndrom handelt. Einer dieser Test ist das Hoffmann-Tinel-Zeichen. Dabei klopft der Arzt den Mittelnerv entlang am Handgelenk ab und prüft so, ob Schmerzen oder Sensibilitätsstörungen ausgelöst werden, die bis in die Finger ausstrahlen. Ein weiterer Test ist der Phalen-Test, bei welchem der Spezialist Dein Handgelenk möglichst weit nach hinten beugt und überprüft, ob nach wenigen Minuten die Schmerzen oder die Gefühlsstörungen ansteigen. Der dritte Test ist der Flaschen Test. Der Arzt fordert Dich auf, eine Flasche zu umgreifen. Meist ist dies nicht möglich, da es den Betroffenen schwer fällt, den Daumen weit genug abzuspreizen. In seltenen Fällen werden Ultraschalluntersuchungen oder MRTs durchgeführt.

Wie entsteht die Erkrankung?

Durch die verschiedensten Grunderkrankungen, ungewohnte, chronische Bewegungen oder auch durch einen Bruch kann es zu Schwellungen in dem Bereich des Handgelenks und Nervus medianus kommen. Dadurch verengt sich nach und nach der Kanal, durch welchen der Medianusnerv verläuft. Auf den Nerv wird vermehrt Druck ausgeübt. Da er unter anderem für das Gefühl in unseren Fingern zuständig ist, können Schmerzen und Taubheitsgefühle auftreten. Klassisch ist die sogenannte “Brachialgia nocturna”, typisch nachts auftretende Schmerzepisoden.

Welche Ursachen hat die Erkrankung?

Die Ursachen der Erkrankung sind leider noch nicht vollständig geklärt. Zwar weiß die Medizin, dass es durch die Schwellung des Bindegewebes um den Mittelnerv zu den schmerzhaften Symptomen kommt, allerdings liegt meist die Ursache für die Schwellung im Dunkeln. Es gibt jedoch gewisse Risikofaktoren, welche die Möglichkeit erhöhen, an einem Karpaltunnelsyndrom zu erkranken. Dazu gehören beispielsweise die Grunderkrankung des Diabetes mellitus, die Sehnenscheidenentzündung, die chronisch mechanische Überbelastung, rheumatoide Arthritis, hormonelle Veränderungen oder eine Schilddrüsenüberfunktion.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Ja nachdem, wie weit die Erkrankung schon fortgeschritten ist, entscheidet der Arzt, ob eine konservative Methode ausreicht, oder ob doch auf eine Operation zurückgegriffen werden muss. Wir stellen dir beide Methoden genauer vor.

Die konservative, nicht operative Methode
Ist das Karpaltunnelsyndrom nur leicht bis mittelstark ausgeprägt, also so, dass sich die Schmerzen noch in Grenzen halten, dann reicht oftmals eine einfache Therapie vollkommen aus, damit Du Deinen Alltag bald wieder ohne Beschwerden nachgehen kannst. Die Therapie besteht aus einer speziellen Schiene, welche Du nachts trägst. Sie verhindert, dass Deine Hand im Gelenk abknickt. Tagsüber solltest Du darauf achten, dass Du Deine Hand nicht überbelastest. Falls Du sehr starke Schmerzen haben solltest, dann kann Dir Dein Arzt die richtigen Medikamente verschreiben. Oftmals bekommst Du beispielsweise Kortison in Tablettenform oder auch entzündungshemmende Schmerzmittel zum Einnehmen.

Die operativen Methoden
Ist die Erkrankung schon weit fortgeschritten, dann hilft in den meisten Fällen nur noch ein operativer Eingriff. Es gibt dabei zwei Arten, wie der Arzt vorgehen kann.
Zum einen wäre da die klassische Operation: der offene Eingriff, bei welchem der Spezialist an der Innenseite des Handgelenks einen Schnitt setzt und durch diesen anschließend das Karpalband schonend mit einer Schere durchtrennt.

Die zweite Technik ist der endoskopische Eingriff, bei welchem der Arzt an der Handinnenfläche und am Handgelenk einen Schnitt setzt. Durch die eine Öffnung führt er eine kleine Kamera ein (Endoskop) und durch den anderen Schnitt trennt er das Karpalband. Bei dieser Technik ist der Hautschnitt, welchen der Spezialist setzen muss kleiner, als beim offenen Eingriff.

Wichtig für Dich ist, dass beide Techniken unter der Haut in gleicher Art und Weise die Ursache behandeln. Nur die oberflächliche Wunde ist bei der endoskopischen Methode geringer.

 

Was passiert vor einer Operation?

Vor dem eigentlichen Eingriff begutachtet der Chirurg erst einmal Deine Hand ganz genau. Er erklärt Dir dann, welche Operationsmethode für Dich am besten geeignet ist, und auch wie genau der Eingriff schließlich verläuft. Der Arzt geht mit Dir ebenfalls die bestehenden Risiken und Komplikationen durch, welche jede Behandlung mit sich bringen kann. Zudem klärt er Dich auf, worauf Du vor und nach der Operation besonders achten musst. Im Normalfall findet der Eingriff unter einer lokalen Betäubung in Verbindung mit einem Dämmerschlaf statt. Wünschst Du Dir allerdings eine Vollnarkose, dann ist noch ein zweites Vorsorgegespräch nötig. Dieses führst Du mit dem für Dich zuständigen Narkosearzt. Er stellt Dir Fragen zu Deinem Gesundheitszustand und ob es bei möglichen anderen Operationen schon einmal zu Komplikationen gekommen ist. Erst wenn der Anästhesist seine Zustimmung erteilt, steht der Operation nichts mehr im Wege.

Was muss ich vor einer Operation beachten?

Vor der geplanten Operation solltest Du zwei Wochen vor dem Eingriff Medikamente weglassen, welche Dein Blut verdünnen. Dies können beispielsweise Aspirin, ASS, Thrombo ASS, Plavix oder Marcoumar sein. Auch Schlafmittel solltest Du absetzen. Am besten besprichst Du dies jedoch mit Deinem Arzt! Es ist wichtig, dass Du in eurem Vorgespräch ganz ehrlich darüber bist, welche Medikamente Du zu Dir nimmst. Verzichte bitte ebenfalls etwa 14 Tage vor dem Eingriff auf Alkohol und Zigaretten, denn diese beiden Stoffe können die Wundheilung ungünstig beeinflussen.

Was muss ich nach der Operation beachten?

Nach den Operation sind Schmerzen keine Seltenheit, allerdings kann Dir Dein Arzt dagegen Medikamente verschreiben. Es ist wichtig, dass Du nach dem Eingriff so schnell wie möglich damit beginnst, Deine Hand wieder an Bewegungen zu gewöhnen. Fange also am besten schon am ersten Tag nach der Behandlung mit leichten Übungen an. Dazu gehören beispielsweise sanftes Beugen der Finger oder der Versuch eine Faust zu bilden. Aber achte darauf, dass Du mit kleinen Bewegungen beginnst, um Deine Hand nicht überzustrapazieren! Nach etwa 14 Tagen zieht Dir der Arzt die Fäden. Damit die Wunde gut verheilen kann, solltest Du während der Heilungsphase auf Alkohol und Nikotin verzichten. Tätigkeiten, welche Deine Hand zu stark belasten würden, solltest du unbedingt vermeiden! Je nach Job kann es gut sein, dass Du mit einer Arbeitsunfähigkeit von etwa drei bis sechs Wochen rechnen musst. Falls es durch die Erkrankung zu einer Muskelschwäche gekommen sein sollte, dann ist eine Physiotherapie empfehlenswert.

Welche Risiken gibt es?

Jede Operation birgt gewisse Risiken, Dein Arzt wird Dich  während des Vorgesprächs umfassend darüber aufklären. Zu den Risiken gehören beispielsweise Blutergüsse und Taubheitsgefühle, allerdings gehen diese Symptome nach einigen Wochen wieder von allein weg. In manchen Fällen kommt es zu länger anhaltenden Schmerzen und/ oder Beschwerden rund um die Narbe. In seltenen Fällen kann bei dem Eingriff der Mittelnerv der Hand verletzt werden, oder die Hand schwillt an, wodurch Du diese nicht mehr richtig bewegen kannst. Zudem ist es durchaus möglich, dass durch die Verletzung des Nervs Schmerzen und Taubheitsgefühle entstehen, welche dauerhaft bleiben. Allerdings kommt dies nur sehr selten vor.

Kann ich die Erkrankung vorbeugen?

Da die Ursache der Erkrankung in den meisten Fällen ungeklärt bleibt, ist es nicht wirklich möglich das Karpaltunnelsyndrom vorzubeugen. Allerdings solltest Du darauf achten, einen zu großen Druck auf den Medianusnerv zu vermeiden, welcher sich durch das Handgelenk zieht. Vor allem wenn Du viele handwerkliche Tätigkeiten durchführst ist es wichtig, dass Du regelmäßige Pausen machst, damit sich Deine Muskeln ausreichend erholen können. Arbeitest Du viel am PC, dann nutze am besten eine ergonomische Handgelenkauflage, oder hebe Deine Hände beim Schreiben an, lege sie jedoch nicht auf dem Tisch ab.

 

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Da es sich hier um einen medizinisch notwendigen Eingriff handelt, werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Falls Du nach dem Eingriff physiotherapeutische Maßnahmen in Anspruch nehmen möchtest, solltest Du davor mit Deiner Krankenkasse abklären, ob sie auch die Kosten für die Therapie übernehmen.

Alle wichtigen Informationen zusammengefasst:

  • Beim Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um eine Erkrankung der Hand
  • Durch eine auftretende Schwellung wird der Mittelnerv in der Hand eingeklemmt
  • Zu den Symptomen gehören Kribbeln, Schmerzen und Taubheitsgefühle, diese oft nachts
  • Die genauen Ursachen des Karpaltunnelsyndroms sind bis heute noch nicht geklärt, man geht jedoch davon aus, dass eine chronische Überbelastung eine große Rolle spielt. Aber auch ein Bruch kann die Erkrankung auslösen
  • Je nach Stadium lässt sich die Erkrankung auch durch konservative Methoden heilen
  • Eine operative Behandlung dauert nur 20-30 Minuten und wird in der Regel ambulant durchgeführt
  • Das Syndrom lässt sich nicht wirklich vorbeugen, Du solltest allerdings einseitige Bewegungen vermeiden und auf eine gesunde Lebensweise achten
  • Die Krankenkasse übernimmt die Kosten der Behandlung

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