Ohne Kreuzbandriss wieder in ein aktives Leben! - MOOCI

Kreuzbandriss - Jetzt alle Informationen erfahren

Bei einem Kreuzbandriss kommt es meist zu einer Verletzung des vorderen, seltener des hinteren Kreuzbandes, welches entweder ganz oder nur teilweise reißen kann. Kreuzbänder sind zur Stabilisierung des Knies essenziell, ebenso begrenzen sie Bewegungen und schützen vor Verrenkungen. Besonders sportlich aktive, junge Menschen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren gehören zur Risikogruppe, wobei Männer doppelt so häufig betroffen sind wie Frauen.

Dauer

1,5-2 Stunden

Ausfallzeit

mindestens 4 Wochen

Stationär

2-3 Nächte
Unverbindliche Anfrage stellen

Hinweis: Dieser Beitrag dient zur Information über den Kreuzbandriss. Es ist jedoch möglich, dass einzelne der hier aufgeführten Leistungen noch nicht von unseren Ärzten angeboten werden. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Dir bald für weitere Behandlungsfelder einen Spezialisten bieten zu können. Bei Fragen zu unserem Leistungsspektrum kannst Du Dich gerne jederzeit bei uns melden!

Was versteht die Medizin unter einem Kreuzbandriss?

Der Kreuzbandriss ist eine der häufigsten Knieverletzungen. Mediziner verstehen darunter den teilweisen oder vollständigen Riss des vorderen oder hinteren Kreuzbandes im Kniegelenk. Wenn die Verletzung nicht behandelt wird, kann es zu langfristigen degenerativen Schäden im Knie kommen, welche dann weitere Operationen notwendig machen können. Reißt das Kreuzband, wird Dein Knie instabil und Dein Gang unsicher, weil sich die Knochenenden vom Schienbein und dem Oberschenkelknochen im Kniegelenk verschieben können. Mediziner unterscheiden zwischen einem vorderen und einem hinteren Kreuzbandriss, wobei der vordere Kreuzbandriss deutlich häufiger vorkommt.

 

Ein Kreuzbandriss im Knie führt zu starken Schmerzen und zur Versteifung des Beins

Wie sehen die Symptome eines Kreuzbandrisses aus?

Typisch für den Kreuzbandriss sind starke Schmerzen im Kniegelenk sowie eine Schwellung des Knies, die meist innerhalb der ersten Stunden entsteht. Zusätzlich kommt es normalerweise zu einem Gelenkerguss und einer Instabilität des Gelenks.

Wie wird ein Kreuzbandriss diagnostiziert?

Zunächst stellt Dir Dein Arzt einige anamnestische Fragen, wie beispielsweise, wie Du Dich verletzt hast oder wann der Unfall passiert ist. Dadurch kann er abschätzen, ob ein Kreuzbandriss wahrscheinlich ist. Im Anschluss sieht er sich die betroffene Stelle genau an und integriert Deine Beschreibung der Beschwerden mit dem, was er beobachten kann zu einem Gesamtbild. Dein Arzt untersucht das Knie und führt danach einige Tests wie Stabilitätstests, Gang- und Balanceprüfungen durch. Ebenfalls wird er genau auf Deine Durchblutung, Motorik und Sensibilität im betroffenen Bereich achten, sowie auf die Beweglichkeit im Vergleich zum gesunden Knie. Wenn der Arzt nicht sicher ist, ob auch zusätzlich knöcherne Verletzungen die Ursache für Deine Beschwerden sind, ordnet er eine Röntgenuntersuchung an. Um den Kreuzbandriss sicher diagnostizieren zu können, ist allerdings die Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig, da die Ruptur auf einem Röntgenbild nicht erkennbar ist.

Welche Folgen hat ein Kreuzbandriss für die Betroffenen?

Wenn Du Dir Dein Kreuzband gerissen hast, bedeutet das für Dich, dass Du etwa sechs bis neun Monate keinen Sport machen kannst. Eventuell kommen eine Operation oder lange Physiotherapie auf Dich zu.

Welche Ursache hat ein Kreuzbandriss?

Meistens entsteht eine Kreuzbandruptur in Folge eines Sportunfalls, besonders oft ist dabei das vordere Kreuzband betroffen. Beim Sport kann es zu ungewollten und übermäßigen Beugungen und Drehungen des Knies kommen, also wenn Du beispielsweise gleichzeitig stark bremst und Dein Knie drehst. Dabei wirken sehr starke Kräfte auf Dein Knie, welchen es nicht mehr standhalten kann und es kommt zu einer Verletzung. Auch Dein hinteres Kreuzband kann reißen, meist geschieht das in Folge von äußeren direkten Gewalteinwirkungen gegen den Schienbeinkopf. Gewaltsames Entgegenstemmen bei gebeugtem Knie, wie es bei Autounfällen leicht passieren kann, aber auch starke Drehbewegungen führen zu einer Überdehnung und dadurch zum Riss des hinteren Kreuzbandes.

 

Einen Kreuzbandriss zieht man sich beim Sport sehr schnell mal zu

Wer ist am häufigsten von einem Kreuzbandriss betroffen?

Am häufigsten sind junge Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren betroffen, die sportlich aktiv sind. Oft handelt es sich um Kontaktsportarten wie Fußball, Handball, Volleyball und Basketball, Stop-and-Go Sportarten wie Tennis, Squash oder Badminton oder um Skifahren. Aber auch bei einem Autounfall kann es Dir passieren, dass Dein Kreuzband reißt.

Muss ein Kreuzbandriss immer operiert werden?

Ob ein Kreuzbandriss operiert werden muss oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wenn Du sehr instabil oder eher sportlich aktiv bist, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für eine Operation. Auch Dein Alter sowie vorhandene Begleitverletzungen beeinflussen die Entscheidung über die Therapie. Wenn die Instabilität nach einem Kreuzbandriss lange anhält, wird sich Dein Arzt für eine operative Versorgung der Verletzung einsetzen. Es ist allerdings in einigen Fällen möglich, anstatt einer Operation konservativ mit Physiotherapie und medikamentöser Schmerztherapie vorzugehen, wobei das Ziel ist, Muskeln aufzubauen und das Knie wieder zu stabilisieren.

Was muss ich vor der Operation beachten?

Du solltest Dein Knie in jedem Fall schonen und nicht belasten. Sport ist erstmal tabu, Du solltest Dein Bein hochlagern und das verletzte Knie kühlen. Auch ein Druckverband ist sinnvoll. Falls Du sehr starke Schmerzen hast, kannst Du gängige Schmerzmittel nehmen, besprich dies aber am besten mit Deinem Arzt. Wie vor jeder Operation solltest Du auf Alkohol und Nikotin verzichten und blutgerinnende Medikamente in Absprache mit Deinem Arzt aussetzen.

Wie verläuft der operative Eingriff?

Heutzutage werden Kreuzband-Operationen fast ausschließlich arthroskopisch, also minimal-invasiv durchgeführt und dauern in etwa ein bis zwei Stunden. Der Eingriff kann im Voll- aber auch in Teilnarkose durchgeführt werden. Der Chirurg untersucht Dich nochmals genau, wenn Du schon in Narkose bist, um das Ausmaß des Kreuzbandrisses komplett abzuschätzen. Danach setzt der Arzt einen kleinen Schnitt, durch welchen die Operationsinstrumente in das Gelenk gebracht werden können. Darunter befindet sich auch eine winzige Kamera, die Bilder auf einen Monitor projiziert. Um einen besseren Überblick zu erhalten, leitet der Arzt ein wenig Wasser in Dein Gelenk, da es sich dadurch besser entfaltet. Auf der anderen Seite des Knies wird ein Tasthaken in das Gelenk geführt. Mithilfe dieses Instruments untersucht der Chirurg Deine Bänder auf ihre Festigkeit und überprüft, ob nicht noch andere Strukturen geschädigt worden sind und gegebenenfalls mitoperiert werden müssen. Das geschädigte Gewebe trägt Dein Arzt nun ab, damit er genau weiß, wo er die neue Sehne setzen kann.

 

Die Heilung eines Kreuzbandrisses kann sehr langwiedrig sein

Welche Operationsmethoden gibt es?

Eine Möglichkeit der Operation ist die arthroskopische Kreuzbandplastik. Dabei nimmt Dein Chirurg körpereigene Sehnen als Ersatz für das beschädigte Kreuzband, wobei verschiedene Sehnen infrage kommen. Dein Arzt kann sich aber statt für körpereigene Sehnen auch für Allografts entscheiden – das sind Sehnen von verstorbenen Spendern. Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile, die Du am besten direkt mit Deinem Arzt besprichst.

Das Transplantat muss im Körper fixiert werden, auch hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Eine Art der Fixierung ist die Verwendung eines Endobuttons –  ein winziges Metallblättchen, welches außen auf dem Knochen anliegt und ein Zurückgleiten des Transplantates verhindert. Der Chirurg kann aber das Transplantat auch mit einer Schraube befestigen. Diese kann aus Metall oder bioresorbierbar sein. Letzteres bedeutet, dass sie sich mit der Zeit im Körper selber auflöst. Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, kann Dein Arzt eine Kreuzband erhaltende Operation erwägen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn der Kreuzbandriss erst kürzlich passiert ist und das Kreuzband möglichst nahe am Oberschenkelknochenansatz gerissen ist.

Für die Refixation gibt es unterschiedliche Verfahren. Dein Arzt kann das Kreuzband entweder mit Dübeln an den Oberschenkeln fixieren oder es mit einem Endobutton befestigen. Zusätzlich kann der Chirurg Dein Kreuzband mit einem künstlichen Faden verstärken, um es während der Heilung zu entlasten. Ein großer Vorteil einer Refixation ist, dass das körpereigene Kreuzband erhalten bleibt und keine Sehne entnommen werden muss. Außerdem bleiben wichtige Rezeptoren erhalten, die für die Wahrnehmung der Stellung und Bewegung im Raum zuständig sind, was bedeutet, dass die Rehabilitationszeit kürzer ist.

Was muss ich nach der Operation beachten?

Nach dem Eingriff ist es wichtig, dass Du sofort mit der Reha beginnst. Die Therapie zielt darauf ab, wieder Reize und Druck in das Gelenk zu bringen, weswegen Du Dein Bein im Rahmen der Reha teilbelasten sollst. Dafür bekommst Du Krücken. Außerdem wird Dein Therapeut anfangs mit Dir daran arbeiten, Dein Bein wieder zu strecken, um Deine Beweglichkeit zu fördern. Mit der Zeit kannst Du Dein Bein immer mehr belasten. Wichtig ist es hierbei, dass Du nicht zu schnell zu viel belastest, das wäre kontraproduktiv. Die Therapie umfasst auch koordinative Übungen, sowie später komplexere Bewegungsabläufe und leichtes Ausdauertraining.

Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?

Sehr selten kann es passieren, dass der Chirurg ein Implantat der falschen Größe einsetzt oder es falsch platziert. Für Dich hätte das mechanische Störungen zur Folge. Selten passiert es, dass der Körper das neue Gewebe abstößt oder es zu Blutungen, Gelenksinfektionen, Thrombose sowie Nerven- und Gefäßverletzungen kommt. Das größte Risiko allerdings besteht, wenn Du die Reha vernachlässigst oder sie vorzeitig beendest. Diese Entscheidung bringt ein sehr hohes Risiko für eine schmerzhafte Arthrose mit sich.

Wann darf ich wieder Sport treiben?

Normalerweise darfst Du nach etwa sechs bis neun Monaten wieder regulär Sport machen, besprich die Situation vorher am besten mit Deinem behandelnden Arzt. Leichte Sportarten wie Fahrradfahren kannst Du nach einigen Wochen wieder ausprobieren. Du musst allerdings bedenken, dass Dein Knie nach einem Kreuzbandriss nicht mehr so stabil wie zuvor ist.

 

Je nach Sportart kann es sein, dass man bis zu einem halben Jahr warten muss, bis man wieder mit dem Training beginnen kann

Kann ich einen Kreuzbandriss vorbeugen?

Um einer Ruptur des Kreuzbandes vorzubeugen, solltest Du darauf achten, Deine Muskulatur jedes Mal vor dem Sport gut aufzuwärmen. Empfehlenswert ist es auch, dass Du Deine Koordinationsfähigkeit durch Sprungschulung und Lauftraining verbesserst, da das insgesamt Dein Verletzungsrisiko senkt.

Wie setzen sich die Behandlungskosten zusammen?

Die Kosten für Deine Behandlung sind variabel und setzen sich aus dem Gehalt des durchführenden Chirurgen, den Kosten für die Medikamente, den bei der OP verwendeten Materialien und den Kosten für den Krankenhausaufenthalt zusammen.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Sowohl gesetzliche als auch private Krankenkassen können die Kosten für die Operation zum Ersatz des Kreuzbandes übernehmen. Die Kosten für eine postoperative Reha werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen, falls Du privat versichert bist, kann es sein, dass Deine Versicherung die Kosten zumindest teilweise übernimmt. Erkundige Dich zur Sicherheit aber noch bei Deinem Versicherungsträger. Du kannst aber auch gerne unsere Spezialisten anfragen.

 

Auch nach der vollständigen heilung des Kreuzbandes, sollte man vorsichtig sein

Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Beim Kreuzbandriss handelt es sich um eine der gefürchtetsten (Sport-)Verletzungen, da sie eine lange Ausfallpause nach sich zieht
  • In den meisten Fällen ist eine Operation sinnvoll, in anderen Fällen kann der Arzt aber eine konservative Therapie in Betracht ziehen
  • Essentiell ist die postoperative Reha, da ansonsten schwere Schädigungen des Kniegelenks drohen
  • Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Eingriff, die Reha muss je nach Krankenkasse teilweise oder sogar vollständig selbst finanziert werden

 

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Quellen

 

  • Engelhardt, M. (Hrsg.): Sportverletzungen – Diagnose, Management und Begleitmaßnahmen. Urban & Fischer, München 2009

 

LMU – Klinikum der Universität München

Universitätsklinik für Unfallchirurge Innsbruck (letzter Zugriff: 18.06.2019)

 

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