Magenbypass: Hilfe bei starkem Übergewicht! - MOOCI

Magenbypass - Jetzt alle Informationen erfahren

Die operative Magenverkleinerung kann bei stark übergewichtigen, adipösen Personen das Risiko für weitere Folgeerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder Diabetes minimieren. Bei einem Magenbypass wird der Magen verkleinert, um geringere Mengen an Nahrung aufzunehmen und Gewicht zu reduzieren. Bevor dieser Eingriff vorgenommen wird, stehen Dir jedoch Ärzte, Diätologen und Therapeuten zur Seite, um eine ausreichende Gewichtsabnahme durch eine gesunde Lebensführung zu erzielen.

Dauer

60-90 Minuten

Ausfallzeit

Bis zu 4 Wochen

Stationär

Bis zu 7 Tagen
Unverbindliche Anfrage stellen

Hinweis: Dieser Beitrag dient zur Information über den Magenbypass. Es ist jedoch möglich, dass einzelne der hier aufgeführten Leistungen noch nicht von unseren Ärzten angeboten werden. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Dir bald für weitere Behandlungsfelder einen Spezialisten bieten zu können. Bei Fragen zu unserem Leistungsspektrum kannst Du Dich gerne jederzeit bei uns melden!

Was versteht die Medizin darunter?

Mediziner verstehen den Magenbypass als operatives Verfahren in der Adipositas-Therapie. Der genaue Name „Roux-en-Y-Magenbypass“ kommt von dem Schweizer Chirurgen Roux, der die Grundtechnik dieser Operation entwickelte und von der Y-Form, in der die Darmabschnitte miteinander verbunden sind. Dabei unterscheiden Ärzte zwischen dem restriktiven und dem malabsorptiven Verfahren. Restriktion bezeichnet die Verkleinerung des Magens, um die zuführbare Nahrungsmenge zu verringern. Malabsorption ist die Verringerung der Nahrungsaufnahme aus dem Speisebrei durch Ausschaltung eines unterschiedlich langen Dünndarmsegment. Die Magenbypass-Operation ist ein restriktiver Eingriff mit malabsorptiver Begleitwirkung. Der Patient kann nur mehr kleine Portionen essen und die Nährstoffe werden vom Körper nicht mehr zur Gänze aufgenommen. Somit kommt es zur Gewichtsreduktion.

 

Welche Gründe gibt es für einen Magenbypass?

Adipositas (lat. Adeps = Fett) oder Fettleibigkeit, Fettsucht kann zu Folgeerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, erhöhte Blutfettwerte, Darmkrebs, Brustkrebs, Gallensteine und Erkrankungen des Bewegungsapparates oder des Herz-Kreislaufsystems führen. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen können die Folge von starkem Übergewicht sein. Das Ziel des Magenbypasses ist eine ausreichende Gewichtsreduktion, um das Risiko für diese Erkrankungen zu senken und den Patienten wieder mehr Lebensfreude zu ermöglichen.

Für wen ist der Magenbypass geeignet?

Die Magenbypass-Operation wird bei stark übergewichtigen Personen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von über 40 oder einem BMI mit 35 bis 40 bei Begleiterkrankungen in Erwägung gezogen. Adipositas-Chirurgen führen den Eingriff erst durch, wenn konservative Versuche der Gewichtsreduktion durch Sport und eine gesunde Ernährung erfolglos blieben. Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Adipositas Grad I ab einem BMI von 30, Adipositas Grad II ab einem BMI von 35 und extreme Adipositas Grad III ab einem BMI von 40.

Die Magenbypass-Operation ist nicht geeignet für Patienten mit schweren Begleiterkrankungen, die das Operationsrisiko erhöhen. Dazu zählen Fehlbildungen am Magen, Magengeschwüre, Suchterkrankungen oder Essstörungen. Auch bei Jugendlichen, deren Entwicklung noch nicht vollständig abgeschlossen ist und bei älteren Personen ab 65 Jahren raten Ärzte von einem Magenbypass ab oder entscheiden individuell. Während einer Schwangerschaft können Frauen diesen Eingriff ebenfalls nicht durchführen lassen.

Was muss ich vor der Operation beachten?

Einige Wochen vor dem Eingriff empfehlen Dir die Ärzte durch eine Diät oder durch eine Behandlung mit Medikamenten etwas Gewicht zu verlieren. Dies soll die Operation am Übergang von Speiseröhre und Magen erleichtern, weil die Leber dadurch etwas schrumpft. Unmittelbar vor der Operation werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass Du körperlich fit für diesen Eingriff bist. Laboruntersuchungen, eine Magenspiegelung und ein Ultraschall des Bauchraums werden vorgenommen. Manchmal werden Psychologen hinzugezogen, um abzuklären, ob eine psychische Erkrankung oder eine Essstörung Gründe für das starke Übergewicht sind.

Wie verläuft die Magenbypass-Operation?

Bei der Operation verkleinern die Adipositas-Chirurgen den Magen auf etwa die Größe eines Tennisballs, indem eine kleine Magentasche (Pouch) mit Metallklammern oder Nähte vom restlichen Magen abgetrennt wird. Der stillgelegte Magen verbleibt in der Bauchhöhle. Der Dünndarm wird etwa 30 bis 50 Zentimeter unterhalb des Zwölffingerdarms durchtrennt und der untere Teil mit dem Magenpouch verbunden. Damit die Gallenflüssigkeit und die Enzyme der Bauchspeicheldrüse weiterhin mit dem Nahrungsbrei in Kontakt kommen, wird der obere Teil des Dünndarms mit dem Pouch wegführenden Dünndarms wieder verbunden. Hierbei gibt es zwei Techniken. Beim proximalen Bypass wird der Dünndarm, der vom verschlossenen Magen kommt, weit oben an den hochgezogenen Dünndarmschenkel angenäht. Beim distalen Bypass näht der Arzt den Teil des Dünndarms, der die Verdauungssäfte enthält weiter unten vor dem Dickdarm an den Dünndarm an.

Die Magenbypass-Operation wird meist mit der sogenannten Knopflochtechnik durchgeführt. Dabei macht der Arzt nicht einen großen Schnitt, sondern operiert über mehrere kleine Löcher in der Bauchwand. In diese Löcher führt er eine Kamera und die Operationsgeräte in den Bauchraum ein. Mit dieser Technik können Langzeitkomplikationen, wie etwa Narbenbrüche minimiert werden und auch der Spitalaufenthalt verkürzt sich von vier bis acht Tage auf drei bis sechs Tage. Weiters führt dies zu einer rascheren Mobilisierung des Patienten.

 

Was muss ich nach der Behandlung beachten?

Nach der Operation musst Du unter Umständen einige Wochen auf feste Nahrung verzichten. Du solltest Dich zunächst mit flüssiger Kost, wie Wasser, Tee und Suppe und dann mit weicher Kost wie Joghurt, Kartoffelpüree oder Apfelmus ernähren. Nach einigen Wochen kannst Du Deinen Magen-Darm-Trakt wieder schrittweise an feste Nahrung gewöhnen. Eine Ernährungsberatung ist sehr wichtig, damit Du Verdauungsprobleme wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen vermeidest. Mit einem Magenbypass musst Du lebenslang regelmäßige Kontrolluntersuchungen inklusive Laborkontrollen durchführen lassen.

Nach der Magenbypass-Operation solltest Du kleine Portionen essen und vor allem langsam essen und gut kauen. Du solltest nicht gleichzeitig essen und trinken, da der Magen nun sehr klein ist und damit schnell überfordert sein könnte. Versuche fett- und zuckerhaltige Lebensmittel meiden und auf Alkohol und Nikotin zu verzichten.

Mit welchen Komplikationen und Risiken geht der Eingriff einher?

Ein Magenbypass ist ein schwerwiegender bauchchirurgischer Eingriff, bei dem die natürliche Anatomie des Magen-Darm-Trakts stark verändert wird. Grundsätzlich ist das Operationsrisiko zwar gering, jedoch können, wie bei jedem chirurgischen Eingriff, Komplikationen nicht ausgeschlossen werden. Zu diesen Risiken zählen Komplikationen bei der Narkose, Organ- und Gefäßverletzungen mit Blutungen, Infektionen der inneren und äußeren Wunden, Bauchfellentzündungen und Wundheilungsstörungen. In etwa 15 bis 18 Prozent der Fälle kommt es zu postoperativen Komplikationen. Auftreten können einfache Blutungen aus den Hautschnittstellen, Lungenembolien, Entzündungen, Magenwanddurchbrüche oder Narbenbrüche (wie bei allen Bauchoperationen möglich).

Was sind die positiven Ergebnisse der Operation?

Die Magenbypass-Operation führt langfristig zur stabilen Gewichtsreduktion. In den ersten ein bis zwei Jahren nach dem Eingriff verliert der Patient etwa 80 Prozent seines Übergewichts. Somit kann auch das Risiko für Folgeerkrankungen drastisch gesenkt werden. Der Blutdruck, die Blutfettwerte und folglich auch das Herzinfarktrisiko sinken. Bei Diabetes mellitus Typ II kann sich der Blutzuckerspiegel manchmal wieder vollkommen normalisieren. Weitere positive Veränderungen sind ein wohltuender nächtlicher Schlaf und ein gesteigertes Selbstwertgefühl der Patienten. Dadurch verbessert sich der allgemeine körperliche und psychische Zustand der Betroffenen.

Gibt es auch Nachteile beim Magenbypass?

Eine Magenbypass-Operation ist ein großer Eingriff in den Körper des Patienten und dessen Magen-Darm-System. Auch wenn die positiven Effekte der Minimierung von Folgeerkrankungen überwiegen, müssen die Patienten mit Nebenwirkungen rechnen.

Dumping-Syndrom
Im normalen Magen liegt am Magenausgang eine Muskelschicht, die verhindert, dass die Nahrung zu schnell in den Dünndarm übergeht. Bei einem Magenbypass wird dieses System umgangen, was zu Übelkeit und Blähungen führt. Zusätzlich entzieht der schlecht vorverdaute Nahrungsbrei dem Körper Flüssigkeit. Einige Stunden nach der Nahrungsaufnahme kann es auch zu einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) kommen, da der Zucker über den Darm sehr schnell in den Körper aufgenommen wird. Durch die Ausschüttung von Insulin kommt es zum schnellen Abfall des Blutzuckerspiegels. Es empfiehlt sich mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, um dies zu verhindern.

 

Mangelerscheinungen
In den ersten zwei Jahren nach der Magenbypass-Operation kann es zu einem Mangel an Eisen, Vitamin B12 und Vitamin D3 kommen. Hierbei sind entsprechende Laborkontrollen notwendig.

Reflux-Beschwerden
Durch den verkleinerten Magen fließen leichter Magensäure und Gallenflüssigkeit zurück in die Speiseröhre, was zu Sodbrennen führen kann. Du solltest das Essen gut kauen und auf kohlensäurehaltige Getränke verzichten.

Ästhetische Folgen
Durch die starke und rasche Gewichtsabnahme nach dem Magenbypass kommt es vor allem an Bauch („Fettschürze“), Armen, Brust und Oberschenkel zu überschüssigen Hautlappen. Diese können durch eine plastisch-chirurgische Operation entfernt werden, um Pilzinfektionen zu vermeiden.

Alkoholverträglichkeit
Durch einen Magenbypass nimmt der Körper den Alkohol schneller auf. Die Betroffenen sollten daher so gut es geht auf Alkohol verzichten oder diesen nur in geringen Mengen konsumieren.

Lässt sich ein Magenbypass rückgängig machen?

Bei einer Magenbypass-Operation verbleiben sowohl der „Restmagen“ als auch das kurzgeschlossene Darmsegment im Bauchraum, sodass eine Revisionsoperation prinzipiell möglich ist.

Was sind die Unterschiede zwischen Magenbypass, Schlauchmagen, Magenballon und Magenband?

Bei einem Magenbypass wird der Magen verkleinert und der Verdauungsweg verkürzt. Somit kann der Körper weniger Kalorien und Nährstoffe aus dem Essen aufnehmen.

Bei einer Schlauchmagen-Operation (Magenverkleinerung) trennen die Ärzte etwa drei Viertel des Magens ab und entfernen diesen operativ. Dadurch kann dieser Eingriff nicht rückgängig gemacht werden. Die Patienten verlieren etwa 15 bis 20 Prozent ihres Gewichts, da sie weniger Nahrung zu sich nehmen können. Sie müssen jedoch mit Nebenwirkungen wie Sodbrennen und Erbrechen rechnen.

Ein Magenballon ist ein mit Flüssigkeit gefüllter Ballon, der mittels Magenspiegelung in den Magen gelegt wird und dort sechs Monate verweilt. Er reduziert das Volumen des Magens und somit tritt rascher ein Sättigungsgefühl auf. Hierbei handelt es sich um keine chirurgische Operation.

Bei einem Magenband schnürt der Arzt den Magen mit einem elastischen Band ein, damit dieser weniger Nahrung aufnehmen kann und der Patient schneller satt wird. Dieser Eingriff kann wieder rückgängig gemacht werden. Von diesen Methoden zur Gewichtsreduktion bei Adipositas stellt die Magenbypass-Operation den umfangreichsten Eingriff dar. Zudem bewirkt ein Bypass hormonelle Veränderungen, die den Appetit zügeln und den Stoffwechsel anregen.

Achtung: Diese Eingriffe sind als Adipositas-Therapien gedacht und nicht um Sport und eine gesunde Ernährung für einen schlanken, straffen Körper zu ersetzen!

 

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Da die Magenbypass-Operation zur Therapie einer Adipositas-Erkrankung durchgeführt wird, übernehmen die Krankenkassen die Kosten des Eingriffs. Die Voraussetzungen für die Bewilligung sind bei den Krankenkassen unterschiedlich. Dein behandelnder Arzt wird Dich über die Voruntersuchungen und Anträge informieren.

Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Durch die Magenbypass-Operation wird der Magen verkleinert und der Verdauungsweg verkürzt, damit der Körper weniger Nahrung und Kalorien aufnehmen kann
  • Dieser Eingriff wird bei Adipositas-Patienten eingesetzt, um das Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall zu reduzieren
  • Der Magenbypass ist für stark übergewichtige Personen mit einem BMI ab 40 geeignet, bei denen Sport und eine gesunde Ernährung erfolglos blieben
  • Vor der Operation müssen einige Untersuchungen durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass der Körper fit für diesen Eingriff ist
  • Bei der Operation formen die Chirurgen eine kleine Magentasche und verbinden diese mit dem Dünndarm
  • Nach dem Eingriff muss sich der Patient nach und nach an weiche und feste Kost gewöhnen und Kontrolluntersuchungen vornehmen lassen
  • Komplikationen während der Narkose oder Infektionen beim Wundheilungsprozess sind nicht völlig ausgeschlossen
  • Der Patient verliert in den ersten ein bis zwei Jahren nach der Operation stark an Gewicht.
  • Nebenwirkungen wie Sodbrennen oder Übelkeit sind die Folgen
  • Die Krankenkassen übernehmen die Kosten, da es sich bei Adipositas um eine Erkrankung handelt

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Quellen

ÄrzteZeitung

Medizinische Universität Wien

Uniklinikum Saarland

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