Zwerchfellbruch: Wenn Essen Schmerzen verursacht - MOOCI

Zwerchfellbruch
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Der Zwerchfellbruch wird auch Hiatushernie genannt und entsteht bei einem Defekt oder einer Schwäche im Zwerchfell. Dabei kann es passieren, dass Teile des Magens oder des Bauchinhalts durch die entstandene Öffnung in den Brustraum verrutschen. Operiert werden muss der Zwerchfellbruch normalerweise nur bei Beschwerden.

Dauer

ca. 90 Minuten

Ausfallzeit

2-3 Wochen

Stationär

3-5 Tage
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Hinweis: Dieser Beitrag dient zur Information über einen Zwerchfellbruch. Es ist jedoch möglich, dass einzelne der hier aufgeführten Leistungen noch nicht von unseren Ärzten angeboten werden. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Dir bald für weitere Behandlungsfelder einen Spezialisten bieten zu können. Bei Fragen zu unserem Leistungsspektrum kannst Du Dich gerne jederzeit bei uns melden!

Was versteht die Medizin unter einem Zwerchfellbruch?

Das kuppelförmige Zwerchfell besteht aus Muskel- und Sehnengewebe und trennt die Brust- von der Bauchhöhle. Zu einem Bruch kommt es, wenn sich die Bauchorgane durch eine Öffnung im Zwerchfell in den Brustraum verlagern. Der wichtigste Atemmuskel hat drei große Öffnungen. Vor allem die Muskulatur an der Speiseröhrenöffnung ist relativ locker, daher kann es vor allem hier zu einem Zwerchfellbruch kommen. Hiatushernien werden nach Lage und Entstehung der sich verlagerten Anteile eingeteilt.

 

Ein Zwechfellbruch bleibt in vielen Fällen erst einmal unbemerkt

Wie sehen die Symptome eines Zwerchfellbruchs aus?

Zunächst einmal verursacht ein Zwerchfellbruch keine oder nur sehr schwache Beschwerden. Symptome treten meist erst im weiteren Verlauf oder bei einer schweren Hiatushernie auf. Diese lassen sich allerdings meist nicht eindeutig zuordnen. 
Die typischen Symptome sind Schmerzen im Oberbauch, Sodbrennen, Schwierigkeiten beim Schlucken, Druckgefühl in der Brust nach dem Essen, Bauchkrämpfe oder auch in sehr seltenen Fällen Vergiftungserscheinungen durch abgestorbene Organbereiche.

Wie wird ein Zwerchfellbruch diagnostiziert?

Oft entdeckt Dein Arzt die Hiatushernie zufällig, wenn er eine Röntgenuntersuchung oder eine Kontroll-Magenspiegelung durchführt. Wenn Du mit Beschwerden, die typisch für einen Zwerchfellbruch sind, den Arzt aufsuchst, befragt er Dich zu Deinen Symptomen sowie zu Deiner Krankengeschichte. Um Dich genauer zu untersuchen, wendet er weitere Methoden an. Dabei handelt es sich um Röntgen, Ultraschall, Magnetresonanztomografie, Computertomografie, Speiseröhrendruckmessung, Schlucken von Kontrastmittelbrei oder Magenspiegelung.

Welche Formen der Hiatushernien gibt es?

Es gibt verschiedene Typen der Hernien, die axiale Hiatushernie (Typ I), die paraösophageale Hiatushernie (Typ II) und die Typ III Hernie, die eine Mischform aus den beiden anderen Typen darstellt. Bei der axialen Hiatushernie verlagert sich der Mageneingang, an dem die Speiseröhre in den Magen übergeht, durch die Öffnung senkrecht nach oben und liegt dann über dem Zwerchfell. Bei diesem Zwerchfellbruch ist oft der gesamte obere Magenabschnitt betroffen. Der Unterschied zur paraösophageale Hiatushernie ist, dass bei der Typ II Hernie der Mageneingang unterhalb des Zwerchfells bleibt. Ein unterschiedlich großer Magenanteil tritt neben der Speiseröhre in den Brustraum über.

Abgesehen von Organverlagerungen durch den Speiseröhrenschlitz gibt es auch Zwerchfellhernien, bei denen die Organe des Bauchraumes durch andere Öffnungen austreten. Diese Hernien nennt man extrahiatale Zwerchfellbrüche. Das bedeutet, dass sie außerhalb des Speiseröhrenschlitzes liegen.
 Die schwerste Form der Hiatushernie ist nicht nur der Magen betroffen, sondern es können auch Teile des Dickdarms oder die Milz in den Bauchraum gelangen.

 

Frauen, welche bereits ein Kind bekommen haben, sind anfälliger für einen Zwerchfellbruch

Welche Folgen hat ein Zwerchfellbruch für die Betroffenen?

In einem Großteil der Fälle bemerken die Betroffenen die Hernie gar nicht. Wenn welche auftreten, handelt es sich meistens um Sodbrennen, Schmerzen oder Schluckbeschwerden. 
Du solltest keinen Alkohol mehr trinken, da er die Menge an Magensäure erhöht, die in die Speiseröhre gelangen kann. Auch solltest Du Deinen Zigarettenkonsum einschränken. Es ist ebenfalls anzuraten, dass Du scharfe und stark gewürzte Nahrungsmittel von Deinem Speiseplan streichst, da sie zu einer Verschlechterung der Symptome führen können.

Welche Ursache hat ein Zwerchfellbruch?

Es gibt angeborene sowie erworbene Formen der Zwerchfellhernien, allerdings gibt es Verhaltensfaktoren, die die Entstehung von Hiatushernien begünstigen können, wie beispielsweise Übergewicht und Bewegungsmangel. Aber auch ein fortgeschrittenes Alter begünstigt leider die Entstehung eines Zwerchfellbruchs.

Wer ist am häufigsten von einer Hiatushernien betroffen?

Personen, die Risikofaktoren für Hiatushernien aufweisen, sind oftmals von einer Gewebeschwäche betroffen, wie es im höheren Alter typisch ist. Auch Frauen, die bereits Kinder geboren haben sind durch das starke Pressen gefährdeter. Aus demselben Grund solltest Du auch beim Stuhlgang darauf achten, nicht zu sehr zu pressen. Falls Du übergewichtig oder schwanger bist, übst Du starken Druck auf Deinen Magen und Dein Zwerchfell aus, weswegen auch diese Faktoren als Risikofaktoren gelten. Entwicklungsstörungen sind bei der Entwicklung von Hiatushernien nicht zu unterschätzen, sie können beim Baby sogar lebensgefährlich werden.

Männer sind häufiger betroffen als Frauen sowie Personen, die bereits Bauchoperationen hatten. Ein weiterer Risikofaktor ist die Körperlage. Beim axialen Zwerchfellbruch, der auch Gleithernie genannt wird, kann der durchbrochene Bauchrauminhalt wieder zurückrutschen und erneut in den Brustraum eintreten. Wenn Du wieder aufrecht stehst, rutschen die Anteile wieder zurück in den Bauchraum.

Muss eine Hiatushernien immer operiert werden?

Die axiale Hiatushernie operiert ein Chirurg in der Regel nur, wenn Beschwerden wie eine chronische Refluxkrankheit auftreten, da dadurch das Risiko für Speiseröhrenkrebs deutlich steigt. Alle übrigen Hiatushernien werden meist chirurgisch behandelt, da sich sonst die Bruchsäcke immer mehr vergrößern und folglich ein eingeklemmter Bruchinhalt schnell absterben kann. Nach einer Operation sind ungefähr 90 Prozent der Patienten beschwerdefrei.

Was muss ich vor der Operation beachten?

Vor der Operation untersucht Dich Dein Arzt nochmals gründlich und nimmt gegebenenfalls auch Gewebeproben, um bösartige Veränderungen wie Tumore auszuschließen. Gegebenenfalls musst Du blutgerinnende Medikamente, wie beispielsweise Marcumar, Aspirin, Plavix, ASS oder Thrombo ASS, in Absprache mit Deinem Arzt vor dem Eingriff absetzen. Du solltest ebenfalls auf den Konsum von Alkohol und Nikotin verzichten, da sich diese beiden Stoffe negativ auf die Wundheilung auswirken können.

 

Ein Zwerchfellbruch kann zu starken Schmerzen führen

Wie verläuft der operative Eingriff?

Im Allgemeinen besteht die Behandlung in einer Verkleinerung der Durchlasslücke der Speiseröhre zum Magen. Dies geschieht in den meisten Fällen über minimalinvasive Operationstechniken.
Die häufigste Methode ist die Fundoplikatio. Dabei verändert der Chirurg die Lage des Magens so, dass eine Schließung des Überganges von der Speiseröhre in den Magen wieder möglich wird.
 Ein weiteres Verfahren ist die Gastropexie. Dabei rückt der Behandler den Magen in seine normale Position und näht ihn an der vorderen Bauchwand fest. 
Es besteht auch die Möglichkeit einer Hiatoplastik, bei der Dein Arzt die Lücke im Zwerchfell enger näht.

Weiters kann der Chirurg zur Verstärkung des Zwerchfells und zur Vorbeugung eines erneuten Bruchs ein Netz um die ehemalige Bruchlücke legen. Zurzeit entwickeln Ärzte und Wissenschaftler ein neues Verfahren zur Verstärkung der Bruchnaht, die die Rückfallquote von circa 15 bis 20 Prozent verringern soll. Dabei soll statt eines Kunststoffnetzes der linke Leberlappen verwendet werden. Die Leber selber wird durch das minimal-invasive Verfahren nicht geschädigt. Je nach Größe des verrutschten Mageninhalts kann Dein Behandler entscheiden, den Magen in der Bauchhöhle zu fixieren, um ein erneutes Hochrutschen in die Brusthöhle zu verhindern.

Welche Operationsmethoden gibt es?

Die Operation kann über einen minimalen Einschnitt in Brust oder Bauch erfolgen, durch den der Chirurg dünne Instrumente sowie eine kleine Videokamera einführen kann. Diese Methoden nennt man thorakoskopische und laparoskopische Operation. Daneben gibt es noch die bereits genannte Fundoplikatio, die Gastropexie und die Hiatoplastik. Bei einer schweren Hiatushernie kann allerdings auch eine richtige offene Operation erforderlich sein.

Was muss ich nach der Operation beachten?

In den ersten Tagen nach der Operation solltest Du lediglich Schonkost zu Dir nehmen. Eine Diät ist nicht zwingend erforderlich, Dein Arzt legt sie Dir allerdings höchstwahrscheinlich dringend nahe. Besonders in den ersten Wochen solltest Du nur kleine Portionen über den Tag verteilt zu Dir nehmen. Du solltest auf schwere und fetthaltige Speisen sowie auf kohlensäurehaltige Getränke verzichten. Intensiven Sport solltest Du für etwa sechs Wochen meiden.

 

Falsches und schweres Heben kann einen Zwerchenfellbruch begünstigen

Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?

Wenn sich der Magen oder der Inhalt des Bruchsacks verdreht, kann deren Blutversorgung unterbrochen werden, was wiederum dazu führen würde, dass sich das Gewebe entzündet und abstirbt, wodurch wiederum Giftstoffe frei werden. Wenn sich diese im Körper verteilen, schädigen sie den Organismus.

Bei einer starken Verlagerung der Bauchorgane kann es passieren, dass Lunge und Herz eingeengt werden. In diesem Fall verspürst Du Atemnot und Kreislaufbeschwerden. Du musst schnell operiert und im Anschluss auf einer Intensivstation betreut werden. Des Weiteren können Blutungen von Gewebsschäden eine chronische Blutarmut
 verursachen. Schwere Komplikationen bei der Operation sind sehr selten. Darunter zählen Verletzungen der Speiseröhre oder des Darmes. Die häufigste Komplikation nach solchen Eingriffen ist das

Auftreten von Blähungen, da die Luft aus dem Magen nicht mehr in die Speiseröhre gelangen kann und daher vermehrt in den Darm gerät. Selten kommt es vor, dass Patienten über Schluckbeschwerden klagen, da der Übergang zwischen Speiseröhre und Magen verengt worden ist. Eine weitere mögliche Komplikation kann die Verletzung von Nerven (Nervus vagus und Nervus phrenicus) sein. Daraus kann unter Umständen eine Magenentleerungsstörung oder Atembeschwerden resultieren. Nach dem Eingriff besteht immer das Risiko für eine Lungenentzündung, Thrombose, Nachblutungen oder eine Infektion der Wunden.

Kann ich einen Zwerchfellbruch vorbeugen?

Da ein Zwerchfellbruch durch schweres Heben entstehen kann, solltest Du dies vermeiden, wenn Du Dein Risiko für einen Zwerchfellbruch senken möchtest. Oftmals ist die Hiatushernie jedoch angeboren und sein Entstehungsprozess eine Entwicklungsstörung. Du kannst Dein Risiko auf jeden Fall minimieren, indem Du Dich gesund ernährst, um eventuelles Übergewicht zu reduzieren oder zu vermeiden. Nimm direkt vor dem Schlafengehen nichts mehr zu Dir und konsumiere generell kleinere Portionen. Sport und Bewegung helfen Dir, die Bauch- und Rumpfmuskulatur zu stärken, da durch eine gestärkte Muskulatur und durch Normalgewicht die anatomischen Strukturen gefestigt werden und eine Verschiebung von Organen verhindert werden kann.

Wie setzen sich die Behandlungskosten zusammen?

Die Kosten für Deine Behandlung sind variabel und setzen sich zusammen aus dem Gehalt des durchführenden Chirurgen, dem Krankenhausaufenthalt, den Kosten für die Medikamente und den bei der OP verwendeten Materialien.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Sowohl gesetzliche als auch private Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Operation sowie den Krankenhausaufenthalt in der Regel vollständig.

 

Eine Zwerchfelloperation sorgt bei den Patienten für Erleichterung

Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Eine Hiatushernie ist eine häufige Erkrankung, die oft unbemerkt oder mild verläuft und keine Beschwerden verursacht
  • Falls Du doch Beschwerden, wie beispielsweise Schmerzen, haben solltest, kann Dir durch eine Ernährungsumstellung oder eine Operation geholfen werden
  • Die Kosten für einen solchen Eingriff, egal welche Methode Du und Dein Arzt hierbei wählt, werden in der Regel vollständig von den Krankenkassen übernommen

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Quellen

 

Greten, H. et al.: Innere Medizin, Georg Thieme Verlag, 13.Auflage, 2010

 

  • Hammer, H.: Therapielexikon Gastroenterologie und Hepatologie, Springer Verlag, 2005

 

 

MSD Manual

 

 

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