Wurzelbehandlung - den Zahnschmerz stoppen!

Wurzelbehandlung - Jetzt alle Informationen erfahren

Die Zähne sind vor allem für die Nahrungsaufnahme, das Kauen und die Lautbildung notwendig. Obgleich Schneide-, Eck- und Backenzähne unterschiedlich geformt sind, ist ihr Aufbau grundsätzlich gleich. Die Zahnkrone ist der oberste Anteil, der aus dem Zahnfleisch in die Mundhöhle hineinragt. Darunter befindet sich der Zahnhals, der größtenteils vom Zahnfleisch umgeben ist. Der Zahnhals stellt den Übergang zur Zahnwurzel dar. Die Zahnwurzel bildet die unteren zwei Drittel des Zahnes, der für eine Verankerung des Zahnes im Knochen sorgt. Von außen nach innen betrachtet besteht der Zahn aus Zahnschmelz, Zahnbein (Dentin) und dem Zahnmark (Pulpa). Bei starker Entzündung oder Absterben der Pulpa der Zahnkrone und der Zahnwurzel ist eine Entfernung des Zahnmarks notwendig.

Dauer

60 Minuten

Ausfallzeit

Keine

Stationär

Nicht notwendig
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Hinweis: Dieser Beitrag dient zur Information über die Wurzelbehandlung. Es ist jedoch möglich, dass einzelne der hier aufgeführten Leistungen noch nicht von unseren Ärzten angeboten werden. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Dir bald für weitere Behandlungsfelder einen Spezialisten bieten zu können. Bei Fragen zu unserem Leistungsspektrum kannst Du Dich gerne jederzeit bei uns melden!

Was versteht die Medizin unter einer Wurzelbehandlung?

Unter einer Wurzelbehandlung, auch unter dem Begriff Wurzelkanalbehandlung bekannt, verstehen Ärzte eine zahnmedizinische Methode, die dem Erhalt abgestorbener oder entzündeter Zähne dient. Mithilfe spezieller Instrumente entfernt der Mediziner dabei die Bakterien und stellt die Funktion des Zahnes wieder her, wodurch dieser im Normalfall nicht gezogen werden muss.

Wann kommt eine Wurzelbehandlung zum Einsatz und was ist das Ziel?

Der innere Aufbau des Zahnmarks besteht aus Bindegewebe, Blutgefäßen und Nervenfasern. Dringen Bakterien in das Zahnmark ein, entsteht eine Entzündung des Zahnmarks, auch Pulpitis genannt. Es kommt zur Ausdehnung der Blutgefäße, wodurch Druck auf die Nervenfasern ausgeübt wird. In Folge dessen können starke Schmerzen entstehen. Erfolgt keine rechtzeitige Behandlung kann sich die Entzündung über den Kieferknochen bis ins Weichgewebe ausbreiten, wodurch ein Abszess entsteht, von Betroffenen häufig umgangssprachlich als „dicke Backe“ bezeichnet. Schlimmstenfalls können die Bakterien weiter Richtung Herz oder Gehirn wandern und zu schweren Krankheiten führen.

Die Pulpitis lässt sich mithilfe einer Wurzelbehandlung therapieren. Auch wenn das Zahnmark bereits abgestorben ist, kann eine Wurzelbehandlung zum Einsatz kommen. Ziel der Behandlung ist, das entzündete Zahnmark zu entfernen, das Innenleben des Zahnes von Keimen und Geweberesten zu beseitigen und den gesäuberten Wurzelkanal bakteriendicht zu verschließen.

Wie kann es zu einer Entzündung des Zahnmarks kommen?

Die Zahnmarkentzündung entsteht in den meisten Fällen durch fortgeschrittene Karies. Seltener kommt es bei einer äußeren Verletzung eines Zahns durch einen Unfall oder einen Schlag zu einer Entzündung des Zahnmarks. Weiterhin selten führt eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats (Parodontitis) zu einer Pulpitis. Auch undichte Füllungs- und Kronenränder können zu einer bakteriellen Infektion führen. Liegen Füllungen oder Kronen sehr dicht am Zahnnerv, besteht ebenfalls das Risiko, dass Bakterien eindringen.

Was muss ich vor einer Wurzelbehandlung beachten?

Vor der Wurzelbehandlung ist die Aufnahme eines Röntgenbildes erforderlich. Dadurch kann Dein Zahnarzt erkennen, wie viele Wurzeln der Zahn hat, wie weit die Entzündung fortgeschritten ist und ob eine Wurzelbehandlung überhaupt durchführbar ist. Weiterhin klärt Dich Dein Zahnarzt in einem Patientengespräch vorab über den Behandlungsablauf sowie mögliche Risiken und Folgen auf.

Wie verläuft eine Wurzelbehandlung?

Die Wurzelbehandlung beginnt bei noch aktivem Zahnnerv mit einer lokalen Betäubung, sodass während des Eingriffs keine Schmerzen auftreten. Anschließend isoliert der Zahnarzt den Zahn mithilfe eines Gummituchs (Kofferdam) aus Latex oder Silikon von der Mundhöhle, was dafür sorgt, dass Du kein medizinisches Instrument versehentlich verschluckst oder Desinfektionslösungen in den Mund oder Rachen gelangen. Außerdem lässt sich dadurch während der Behandlung ein Eindringen von Speichel und Bakterien in den Zahn vermeiden.

Im nächsten Schritt wird durch die Trepanation der Zahn eröffnet und ein Zugang zum Inneren des Zahns und den Wurzelkanälen hergestellt. Danach folgt die Vermessung des jeweiligen Wurzelkanals, dessen Länge Dein Arzt mithilfe spezieller Messnadeln oder elektrischer Messsonden ermitteln kann. Ein Abgleich mit dem vor der Behandlung angefertigten Röntgenbild kann ihn dabei unterstützen. Die Längenbestimmung des Wurzelkanals ist dahingehend wichtig, da die spätere Wurzelkanalfüllung nicht zu kurz oder zu lang ausfallen darf. Bei einer zu kurzen Füllung verbleiben Bakterien im Zahn und eine Ausheilung der Entzündung ist nicht möglich. Eine zu lange Füllung hingegen reizt den Knochen, wodurch dort eine Entzündung entstehen kann.

Im nächsten Schritt kommt es zur Aufbereitung der Wurzelkanäle. Mit Wurzelkanalinstrumenten werden die Wurzelkanäle vergrößert und das Innere des Zahns von Bakterien und infiziertem Gewebe befreit. Währenddessen spült er das gesamte Kanalsystem der Wurzeln immer wieder mit Desinfektionsmittel. Mitunter kann diese Reinigung im Rahmen mehrerer Termine erfolgen. Nun verschließt der Mediziner die gesäuberten und desinfizierten Wurzelkanäle mit einem speziellen Füllmaterial sowie ebenso den Zugang in der Kaufläche mit einer dichten Kunststofffüllung.

Abhängig von der Ausdehnung des Substanzdefektes durch die Wurzelbehandlung wird empfohlen, den Zahn mit einem Stift und einer Krone zu versorgen. Dadurch wird die Lebensdauer des Zahns verlängert und dieser hält weiterhin größeren Kaubelastungen stand. Die Dauer einer Wurzelbehandlung beträgt in der Regel eineinhalb bis zwei Stunden und wird in zwei bis 3 Sitzungen fertiggestellt.

Welche Methoden der Wurzelbehandlung gibt es?

Neben der Standard-Wurzelbehandlung können zusätzliche Methoden zur Anwendung kommen.

Zur Aufbereitung des Wurzelkanals können Mediziner statt herkömmlicher Stahlfeilen hochflexible Nickel-Titan-Feilen verwenden. Diese haben den Vorteil, dass sie besser in die feinen Verzweigungen der Zahnwurzel vordringen können, nicht so leicht abbrechen und den Arbeitsschritt beschleunigen.

Eine weitere Methode, um zu verhindern, dass Bakterien im Wurzelkanal zurückbleiben, ist die Verwendung von Laserlicht, welches aufgrund seiner Wärmeentwicklung eine bakterientötende Wirkung hat. Durch den Einsatz des Lasers sind mehrfache Spülungen meist nicht mehr erforderlich. Zudem ist dadurch oftmals die Wurzelbehandlung in einer einzigen Sitzung durchführbar.

Auch lässt sich die Wurzelbehandlung mithilfe eines Operationsmikroskops positiv beeinflussen. Durch eine bis zu 35-fache Vergrößerung sind anatomische Besonderheiten einer Zahnwurzel sichtbar. Bei gerade geformten Kanälen kann der Zahnarzt außerdem bis in die Wurzelspitze sehen und so kontrollieren, ob die Kanäle gänzlich gesäubert sind.
Bei der Standard-Behandlung reinigt der Mediziner die Wurzelkanäle mit verschiedenen Spüllösungen. Dabei ist auch eine Aktivierung der Spülungen mithilfe von Ultraschallanwendung möglich, was zu einer verstärkten Reinigungswirkung führt.

Es ist ebenfalls möglich, die Wurzelbehandlung maschinell durchzuführen. Dabei kommen statt der üblichen manuellen, maschinell betriebene Instrumente zum Einsatz, die den betroffenen Zahn nach und nach vorsichtig abfeilen und aushöhlen. Auf diese Weise kann der Arzt den Zahn auf die nachfolgenden Schritte der Wurzelbehandlung vorbereiten.

Ein Zahn, der bereits einer Wurzelbehandlung unterzogen wurde, kann übrigens erneut wurzelbehandelt werden, wenn es denn notwendig sein sollte. Hierbei spricht man von einer Revision.

Welche Risiken und Komplikationen können während und nach der Wurzelbehandlung auftreten?

Wie bei jedem medizinischen Eingriff können auch bei einer Wurzelbehandlung Komplikationen auftreten. Nach der Behandlung kann es zu Schwellungen und Schmerzen kommen, die in der Regel von alleine abklingen. Zu weiteren Risiken zählen Infektionen, Blutungen, Verletzungen von Muskeln, Knochen und Nerven sowie eine Schädigung umliegender Zähne. In seltenen Fällen, in denen Instrumente im Wurzelkanal abbrechen oder der Zahn perforiert wird, sind weitergehende Behandlungen erforderlich. Zudem sind leichte Unverträglichkeitsreaktionen wie Juckreiz, Hautausschlag oder Quaddelbildung möglich.

Was muss ich nach einer Wurzelbehandlung beachten?

Durch die Betäubung besteht die Gefahr, Temperaturen falsch einzuschätzen und sich zu verbrühen. Daher solltest Du auf heiße Getränke und Speisen verzichten, solange die Betäubung noch wirkt. Weiterhin empfehlen wir Dir, Sprechen und Mundbewegungen zunächst zu vermeiden, da dies zu Nachblutungen und einer Reizung der Wunde führen kann. Um eventuelle Schwellungen zu verhindern, kannst Du Kühlkompressen verwenden. Sollten die Schmerzen für Dich zu stark ausfallen, kann hierbei die Einnahme von Schmerzmittel Abhilfe schaffen, die Dir Dein Arzt verschrieben hat. Zudem ist für etwa eine Woche ein Verzicht auf Sport angeraten. In diesem Zeitraum meidest Du am besten auch Nikotin und Kaffee.

Wie sieht die Prognose nach einer Behandlung aus?

Eine erfolgreiche Wurzelbehandlung kann in den meisten Fällen zu einem Erhalt des Zahnes über viele Jahre führen. Nach dem Eingriff kann sich der Zahn dunkler färben, was zwar keinen Krankheitswert darstellt, aber von Betroffenen unter Umständen als störend empfunden wird. Hierbei kann auf Wunsch eine Aufhellung des Zahnes durch den Zahnarzt erfolgen. Weiterhin solltest Du bedenken, dass eine Wurzelbehandlung lediglich einen Rettungsversuch für den Zahn darstellt. Daraus folgt, dass der Zahn nach dem Eingriff spröder wird. Um Frakturen vorzubeugen, sollte daher im Idealfall eine Überkronung des Zahnes innerhalb eines Jahres erfolgen.

Was sind die Vorteile einer Wurzelbehandlung?

Eine erfolgreich durchgeführte Wurzelbehandlung hat den Vorteil, dass der eigene Zahn im Gebiss erhalten bleibt, wodurch sich ein chirurgischer Eingriff im Sinne einer Entfernung des Zahnes vermeiden lässt. Dadurch lassen sich auch mögliche Folgen einer Zahnlücke wie eine Verschiebung benachbarter Zähne und der Abbau des Kieferknochens verhindern. Zudem ist kein Zahnersatz notwendig, der optisch weniger ansprechend wirkt wie der eigene Zahn.

Kann ich eine Wurzelbehandlung vorbeugen?

Durch Vermeidung einer Pulpitis lässt sich eine Wurzelbehandlung meist gut vorbeugen. Hierbei ist eine gute Mundhygiene von entscheidender Bedeutung. Jeden Zahn, einschließlich der Zahnzwischenräume, solltest Du gründlich pflegen. Zudem trägt eine zuckerarme Ernährung dazu bei, eine übermäßige Vermehrung schädlicher Mundbakterien zu verhindern. Weiterhin ratsam sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei Deinem Zahnarzt, wodurch dieser bei ersten Anzeichen von Karies und Parodontitis frühzeitige Maßnahmen ergreifen kann. Auch offene Zahnverletzungen wie einen Abbruch des Zahnes aufgrund eines Unfalls solltest Du frühzeitig behandeln lassen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Wurzelbehandlung?

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Wurzelbehandlung, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. In jedem Fall müssen die Aussichten auf einen Erhalt des Zahnes vielversprechend sein. Mitunter kann jedoch auch dann für Dich ein Eigenanteil anfallen, etwa bei Einsatz eines Lasergerätes oder Anwendung zusätzlicher Desinfektionen. Was das für Dich konkret bedeutet, solltest Du individuell mit Deinem behandelnden Zahnarzt und Deiner Krankenkassen besprechen. Dabei empfehlen wir Dir, Dich vorab über möglicherweise anfallende Behandlungskosten und Folgekosten wie zum Beispiel für eine Zahnkrone bei Deinem Zahnarzt zu informieren.

Alle Informationen zusammengefasst

  • Eine Wurzelbehandlung kommt bei einer Entzündung des Zahnmarks zum Einsatz, die in den meisten Fällen durch Karies entsteht.
  • Bei einer erfolgreich durchgeführten Wurzelbehandlung bleibt der eigene Zahn im Gebiss erhalten.
  • Die Verwendung einer Nickel-Titan-Feile, eines Operationsmikroskops, eines Lasergerätes, von Ultraschall oder Ozon stellen zusätzliche Methoden neben der Standard Wurzelbehandlung dar.
  • Vor dem Eingriff solltest Du Dir von Deinem Zahnarzt einen Behandlungsplan erstellen lassen und mit Deiner Krankenkasse klären, für welche Kosten sie aufkommt.

 

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Quellen

Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin

Universitätszahnklinik Wien

 

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