10 Fragen an Dr. Knabl zum Thema Brustvergrößerung

Vor wenigen Wochen haben wir Dr. Jörg Knabl, Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, in seiner Ordination in Wien besucht. Im Gepäck hatten wir zehn Fragen zum Thema Brustvergrößerung. Welche Techniken und Implantate es gibt und wieso es wichtig ist, vor der Brustvergrößerung die Bauchmuskeln zu trainieren, erklärt Dir Dr. Jörg Knabl in diesem Beitrag!

1. Wieso haben Sie sich auf die Brustchirurgie spezialisiert?

Ich liebe diese Art der Chirurgie einfach. Brustvergrößerungen mache ist seit fast 20 Jahren und habe immer noch meine Freude dabei, besonders, weil ich sämtliche damit verbundenen Techniken kenne und kann.

2. Welche Techniken versprechen bei der Brustvergrößerung die besten Ergebnisse?

Ich gehe da individuell auf jede Patientin ein. Es gibt körperliche Voraussetzungen und es gibt den Patientenwunsch. Das bringe ich in Einklang. Ich nehme mir immer die Zeit um zu  verstehen, was eine Frau wirklich will und welche Bilder sie im Kopf hat. Ich lasse mir Bilder zeigen, wir probieren die Größe vor dem Spiegel, in der Kleidung etc. So ergibt sich für mich dann ein  Gesamtbild und ich kann einen Vorschlag machen, der eine solide Grundlage für ein weiteres Gespräch ist oder meiner Patientin ohnehin schon gut gefällt. Unsere Zufriedenheitsrate bei der Umsetzung des Wunsches ist damit nahezu 100%.

3. Welche Möglichkeiten gibt es zur Vergrößerung der weiblichen Brust?

Neben den Implantaten gibt es noch andere Möglichkeiten zur Vergrößerung der Brust. Beispielsweise wurden eine Zeit lang Brüste mit Hyaluronsäure vergrößert. Seit einigen Jahren wird auch die Eigenfettmethode wieder modern. Kontinuierlich gute Ergebnisse hat man aber seit vielen Jahren mit den Implantaten erzielt und sie zählen auch zu der sichersten und verlässlichsten Methode. Ein großes Thema ist auch immer der Zugangs-Schnitt. In den letzten Jahren war es bei uns üblich und häufig auch Patientenwunsch den Schnitt in der unteren Falte zu machen. Als ich vor 20 Jahren begonnen habe, hatten wir den Schnitt ausschließlich in der Achsel gemacht. Weil dieser Zugang aber nicht für jede Patientin und jeden Implantattyp geeignet ist, geriet er bei uns in Vergessenheit. Prinzipiell biete ich jeden Zugang an, weil ich alle gelernt habe und seit Jahren praktiziere. Unsere Spezialität sind extra kleine Schnitte, egal bei welchem Zugang.

4. Großes Thema ist die Wahl des richtigen Implantats: Welche Implantate gibt es und können Silikonimplantate auslaufen?

In der Geschichte der Implantate gab es bereits die verschiedensten Versuche, um möglichst verlässliche Füllmaterialien zu finden. Silikon ist Anfang der 90er Jahre in der Kritik gestanden – zu Unrecht, wie man im Nachhinein mit vielen wissenschaftlichen Untersuchungen herausgefunden hat. Es wurden auch mehrere Versuche gestartet Alternativen zu Silikon zu finden, beispielsweise mit Sojaöl oder Hydrogel. Das hat alles nicht so gut geklappt und man hat gesehen, dass Silikon in der jetzigen Form, wie es verwendet wird, das Verlässlichste ist. Das bedeutet, wir haben eine Silikonhülle, die sehr gut verträglich ist. Das Silikon-Gel im Inneren ist nicht mehr flüssig wie früher, sondern lässt sich mit der Konsistenz eines Gummibären gut vergleichen. Auf diese Weise ist auch gewährleistet, dass die Silikonteilchen nicht so leicht durch die Hülle austreten können. Es ist ein sehr stabiles System und es hat sich in den letzten 25 Jahren mehr als bewährt.

Wir verwenden nur Implantate von Firmen die das Europäische bzw. Amerikanische Qualitätssiegel haben. Damit kann sich die Patientin sicher sein, eine wirklich gute Qualität zu erhalten.

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5. Müssen die Implantate gewechselt werden?

Das ist eine gute Frage, doch auch Firmen geben keine konkreten Antworten darauf. Da sollte man sich immer daran orientieren, was die Firmen im Beipackzettel der Implantate haben. Klare Antworten bekommt man darauf jedoch nicht. Fast alle Firmen geben lebenslange Garantien, das bedeutet aber letztlich nur, dass Implantate, so lange sie im Körper eines Patienten sind, eine Garantie haben. Sie werden von der Firma ersetzt, wenn die Hülle kaputt geht. Diese „Ruptur-Raten“ sind aber gering und liegen bei unter 0,4%.

6. Eine Frage, die wir von einer Leserin via Facebook zugeschickt bekommen haben: Was ist eine Kapselfibrose?

Die Kapselfibrose ist eine der Risiken, genauer gesagt gehört sie zu den mittelfristigen und Spätrisiken. Dabei verhärtet sich das Bindegewebe um das Implantat, was zu Schmerzen führen kann. Um das Implantat herum bildet sich normalerweise eine sehr dünne bindegewebige Hülle. Das ist wichtig, denn nur so kann das Implantat fest im Gewebe sitzen und seinen Platz behalten. Bei einer Kapselfibrose verdickt sich diese Hülle.

Einer der Hauptfaktoren die bekannt sind, warum diese Hülle dicker werden kann, ist zu wenig Schonung nach der Operation. Man muss sich vorstellen: Primäre Wundheilung passiert in den ersten drei Wochen und in dieser Zeit bildet sich diese Hülle. Wenn sich der Patient dann nicht schont und den Muskel bewegt oder vielleicht sogar so viel bewegt, dass sich eine Flüssigkeit bildet, ein sogenannter Reizerguss, dann kann es sein, dass diese Hülle viel größer ist, als das Implantat. Die Folge ist, dass das Implantat in der Hülle zu rutschen anfängt.

Die Oberfläche des Implantats ist meistens rau und durch das Verrutschen des Implantats entsteht eine Reizung, welche unter anderem für die Kapselfibrose verantwortlich sein kann. Auch wiederkehrende Flüssigkeitsbildungen können eine Kapselfibrose begünstigen. Blutet es am Anfang zu sehr in die Implantathülle hinein und es wird nicht mit Drainagen oder ähnlichem weggesaugt, dann kann dieser Bluterguss zur Basis einer Verhärtung werden. Oben berichtete Faktoren lassen sich natürlich beeinflussen, was wir in unserer Praxis auch tun. Wir haben dafür ein eigenes Behandlungsschema.

7. Gibt es Dinge, die Patienten vor und nach einer Brustvergrößerung beachten müssen?

Es gibt einige Dinge, die man beachten sollte eben auch im Zusammenhang mit der Vermeidung von Kapselfibrosen. Man sollte auf alle Fälle schauen, dass man sich aufsetzen kann, ohne die Arme einzusetzen. Denn durch das Aufstützen mit den Armen im Bett aktiviert man den Brustmuskel recht stark. Deswegen ist es von Vorteil, wenn man bereits vor der Operation die Bauchmuskeln trainiert. Zudem habe ich für meine Patienten eine Liste an Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln sowie Nahrung zusammengestellt, die unter Umständen die Blutgerinnung stören können. Diese Stoffe sollte man in einem bestimmten Zeitraum vor der OP nicht mehr zu sich nehmen.

Nach der OP müssen gewisse Medikamente eingenommen werden, diese sind teilweise prophylaktisch oder therapeutische. Zudem führe ich auch relativ engmaschige Kontrollen des Implantats durch. Hier wird darauf geachtet, dass der Stütz-BH das Implantat auch immer in einer optimalen Lage hält. Man darf nicht vergessen, dass fast jeder Zweite einen Haltungsschaden hat, welche man mit diesem BH oder zusätzlich mit einem Stützgurt ausgleichen muss. Es ist daher besonders wichtig, dass die Patientin auch immer zu den Kontrollen kommt. Nur so kann der BH immer wieder neu eingestellt werden und das Implantat in der optimalen Lage einheilen.

8. Auch wieder eine Frage, die wir via Facebook von einer Leserin erhalten haben: Meine Brust hängt, kann ich sie trotzdem vergrößern lassen?

Prinzipiell ist dies möglich. Allerdings lässt sich nicht jede hängende Brust und nicht jedes Gewebe ausschließlich nur mit einem Implantat verbessern, weil es dadurch allein nicht immer möglich ist, die Brustwarze in eine ästhetisch ansprechende Position zu bringen. Dazu ist manchmal eine zusätzliche Straffung der Brust notwendig.

9. Kann ich nach einer Brustvergrößerung noch stillen?

Das werde ich auch immer wieder gefragt. Unabhängig von der Technik: Ja! Das Implantat liegt immer unter der Brustdrüse und den Milchgängen.

10. Abschließend noch eine letzte Frage von einer Leserin: Krebsvorsorge und Implantate – ist das möglich?

Die manuelle Brustkrebsvorsorge, also das Abtasten der Brust, ist mit dem Implantat mindestens gleich, wenn nicht sogar besser möglich. Das Brustgewebe wird durch das Implantat noch mehr aufgespannt und macht das abtasten noch leichter. Wenn man nun zu einer radiologischen Screening Untersuchung gehen möchte, dann sollte man bei der Anmeldung sagen, dass man Brustimplantate hat und man sollte unabhängig von der Brustvergrößerung immer nur in ein Zentrum gehen, welches sich auf die Brust spezialisiert hat. Aus der Praxis kann man sagen, dass diese Zentren wirklich die besten Diagnosen stellen.

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