Spannendes aus der Diagnostik in der Dermatologie!
Diagnostik in der Dermatologie

Die Haut ist bekanntlich das größte Organ des Menschen. Wie auch andere Organe kann sie von kleineren Problemen wie Hautunreinheiten oder Muttermalen bis hin zu schweren Erkrankungen betroffen sein. Die Ursachen sind dabei vielfältig und reichen von allergischen und Unverträglichkeitsreaktionen über entzündliche Veränderungen, Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze bis hin zu genetisch vererbten, angeborenen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder Tumoren der Haut. All diese Phänomene und mehr fallen in den Zuständigkeitsbereich der Dermatologie. Was genau die Dermatologie ist, wie sie entstanden ist, wie sie arbeitet und wann Du einen Dermatologen aufsuchen solltest, beantworten wir Dir gemeinsam mit Dr. med. Nikolaus Schicher, Facharzt für Hauterkrankungen, in diesem Blog.

Was ist unter der Dermatologie zu verstehen?

Wie bereits erwähnt, ist die Dermatologie eines von vielen Teilgebieten der Medizin und befasst sich mit Erkrankungen und Behandlungen der Haut und deren angrenzenden Bereiche wie Haare, Nägel und kleinste Gefäße. Da sich zahlreiche Unverträglichkeitsreaktionen und Allergien in erster Linie auf der Haut zeigen, zählt auch die Allergologie zur Dermatologie. Ebenfalls bedeutender Teil des Fachbereichs ist die Venerologie, also die Lehre von sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten, die sich meist insbesondere an der Haut und an Schleimhäuten manifestieren.

Der Dermatologe bzw. Hautarzt als Spezialist innerhalb der Dermatologie ist demnach Ansprechpartner bei allen Arten von Hautveränderungen, Juckreiz, Verdacht auf Allergien, oberflächlichen Gefäßerkrankungen, Haar- und Nagelveränderungen und von sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten. Du solltest ihn nicht nur bei schon aufgetretenen Symptomen, Beschwerden oder Schmerzen, sondern auch zur jährlichen Vorsorgeuntersuchung der Haut, insbesondere bei Vorkommen zahlreicher Muttermale oder häufiger Sonnenexposition, aufsuchen!

Zur Geschichte der Dermatologie

Lange Zeit wurde die Haut nicht als eigenständiges Organ, sondern als bloße Hülle wahrgenommen. Juckreiz, Ausschläge und sonstige Hautveränderungen wurden daher stets als Ausdruck von Erkrankungen anderer Organsysteme angesehen. Erst im 18. Jahrhundert erfolgte im europäischen Raum ein Umdenken und es begann sich ein spezifisches Interesse für die Haut und damit das Fach der Dermatologie herauszubilden. Als Wegbereiter können hier vor allem die französischen Ärzte Jean Astruc (1684-1766) und dessen Student Anne-Charley Lorry (1726-1783) angesehen werden, denn sie waren die ersten, die umfangreiche Abhandlungen über Haut- und Geschlechtskrankheiten verfassten und dadurch eine Systematisierung in die Wege leiteten.

Lorry war zudem der Erste, der die Haut als Organ bezeichnete. Der österreichische Mediziner Joseph Plenck (1735-1807) ging einen Schritt weiter und versuchte die unterschiedlichen Hautläsionen auch Ursachenbereichen zuzuordnen. Er gilt als Mitbegründer der modernen europäischen Dermatologie, die im Laufe des 19. Jahrhunderts auch erst Lehrstühle und eine eigenständige wissenschaftliche Forschung etablierte.

Was versteht man unter der nicht-invasiven Diagnostik der Dermatologie und welche Verfahren gibt es?

Nicht-invasive diagnostische Methoden sind solche, bei denen kein Eindringen in den Körper der Patienten (zum Beispiel mittels Nadeln oder Katheter) notwendig ist.
Das wohl wichtigste „Instrument“ des Arztes, um die Haut zu beurteilen, sind die Augen. Oftmals sind infektiöse, medikamentenbedingte oder allergische Reaktionen der Haut nämlich Blickdiagnosen, die auch ohne umfangreiche Diagnostik sicher festgestellt werden können. Darüber hinaus gibt es zahlreiche apparative diagnostische Möglichkeiten, die beim Hautarzt zur Anwendung kommen. Hier erhältst Du daher einen kurzen Überblick, welche Methoden es gibt und was sie können:

Auflichtmikroskopie
Dabei wird die Haut vom Arzt durch ein Vergrößerungsglas mit eingebauter Lichtquelle betrachtet. Dieser Lupe, auch Dermatoskop genannt, bist Du sicher schon im Zuge einer jährlichen Muttermalkontrolle begegnet. Neben diesen kleinen und sehr handlichen Dermatoskopen gibt es zahlreiche andere Formen, die sich in Bildqualität und Vergrößerungsgrad, aber auch Anschlussmöglichkeiten an digitale Geräte und Speicherung unterscheiden.

Ultraschall der Haut
Der Ultraschall (Sonografie) ist auch in der Dermatologie von großer Bedeutung. Er gilt als wichtiges Mittel zur Beurteilung der Hautdicke, aber auch der Ausbreitung und Begrenzung von Hauttumoren. Zudem lassen sich damit auch wunderbar Venen untersuchen.

Konfokale Lasermikroskopie (KLM)
Ist eine Methode, die seit den 1990er Jahren in der Dermatologie Anwendung findet und die eine hochauflösende und exakte Darstellung der Hautschichten ermöglicht. Mithilfe dieses Geräts kann der Dermatologe unterschiedliche Arten von pigmentierten Läsionen differenzieren.

Optische Kohärenztomografie
Ist ein eher neueres Verfahren innerhalb der Dermatologie, das bisher primär in der Augenheilkunde zur Anwendung kam. Durch das bei dieser Technik verwendete Infrarotlicht können oberflächliche Gefäßstrukturen genau dargestellt werden, was für den Spezialisten vor allem bei der Diagnostik von Hauttumoren notwendig ist.

Multispektralanalyse
Diese Technik arbeitet mit Licht unterschiedlicher Wellenlänge sowohl im sichtbaren als auch Infrarotbereich. Je nachdem, wie dieses Licht auf die Haut trifft und aufgenommen wird, entstehen unterschiedliche Bilder, die ein Softwaresystem analysiert und auswertet. Auch diese Methode ist vor allem dafür geeignet, bösartige Tumore der Haut frühzeitig zu erkennen.

Welche weiteren diagnostischen Verfahren gibt es in der Dermatologie und wann kommen diese zum Einsatz?

Neben den bisher genannten diagnostischen Methoden zur Erkennung und Differenzierung von Hautveränderungen arbeitet der Dermatologe bei Verdacht auf allergische Hautreaktionen mit unterschiedlichen Hauttests (Pricktest, Epikutantest, Intrakutantest), die die auslösende Substanz erkennen. Dabei kann es sich um spezifische Nahrungsmittel, Medikamente, Pollen oder Tierhaare handeln.

Im Gegensatz zu den nicht-invasiven diagnostischen Methoden gibt es auch solche, die als minimal-invasiv und invasiv bezeichnet werden. Dazu gehört in erster Linie der mit einem Bürstchen oder Spatel durchgeführte Hautabstrich, durch den der Arzt Krankheitserreger direkt unter dem Mikroskop oder durch eine Kultur nachweisen kann. Eine Hautbiopsie, also eine Gewebeprobenentnahme, ist notwendig, um unter der Hautoberfläche liegende Gewebe- und Zellstrukturen zu analysieren. Diese wird einerseits im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen (bei auffälligen Muttermalen), andererseits bei trotz nicht-invasiver Untersuchung unklaren Hautveränderungen oder Verdacht auf Hautkrebs angewendet.

 

Wir hoffen, dass wir Dir mit diesem Blog das große Feld der Dermatologie etwas näher bringen konnten!

 

Dr. med. Nikolaus Schicher, Facharzt für Haut- und Geschlechtserkrankungen

Dr. Schicher studierte Humanmedizin an der Universität Wien und begann anschließend die Ausbildung zum Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Schon während des Studiums war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich der Melanomtherapie tätig und während seiner Weiterbildung war er für einen Forschungsaufenthalt am Krebsforschungsinstitut an der University of British Columbia. Bis heute betreut er immer wieder klinische Studien im Bereich der Melanomtherapie und ist auch Vortragender zu diesem Thema auf nationalen und internationalen Kongressen. Dr. Schicher hat seine Ordination in Klagenfurt am Wörthersee und es ist ihm besonders wichtig, sich ausreichend Zeit für seine Patienten zu nehmen, weswegen ausführliche Beratungsgespräche einen hohen Stellenwert für ihn haben.