Fakten-Check: Das solltest Du nach Deiner OP beachten!
Fakten-Check: Das solltest Du nach Deiner OP beachten!

Was Du vor Deiner OP beachten solltest, haben wir Dir bereits in unserem letzten Beitrag zusammengefasst. Aber auch nach der OP gibt es einige Punkte, auf die Du Dich vorbereiten solltest. Welche genau das sind, haben wir hier für Dich recherchiert.

#1 Direkt nach der OP

Sobald eine Operation unter Narkose beendet ist, wirst Du in den sogenannten Aufwachraum gebracht. Dort kannst Du in Ruhe aufwachen und Du wirst ständig vom Personal überwacht. Wahrscheinlich hast Du eine kleine Klammer auf Deinem Finger, die Deinen Herzschlag misst und sofort Alarm schlägt, wenn Unregelmäßigkeiten auftauchen sollten. Wie Patienten beim Aufwachen reagieren, kann sehr unterschiedlich sein. Manche beginnen vor Freude zu weinen, andere fühlen sich einfach nur erschöpft.

Es kann sein, dass Du leichte Schmerzen verspürst oder sich Deine Muskeln steif anfühlen. Dagegen kann Dir das Personal sofort Schmerzmittel über den Katheter im Arm geben. Es ist auch ganz normal, dass Du Dich am nächsten Tag eventuell gar nicht mehr an das Aufwachen erinnern kannst. Um das Ergebnis der Operation zu sehen, musst Du Dich allerdings noch ein wenig gedulden. Denn nach den meisten Operationen ist die behandelte Stelle gut bandagiert, damit Deine Wunde optimal abheilen kann.

#2 Am Tag nach der OP

Ist Dein Körper medizinisch gesehen stabil, wirst Du in Dein Zimmer gebracht, wo Du Dich weiter ausruhen kannst. Großen Hunger wirst Du trotz nüchternem Magen wahrscheinlich keinen verspüren, allerdings solltest Du ausreichend trinken. Wie Du Dich im Bett am besten positioniert, besprichst Du zuvor mit Deinem Arzt oder das Personal weiß Bescheid. Nach Brustoperationen empfiehlt es sich beispielsweise den Oberkörper hochzulagern. In den meisten Fällen kommt Dich Dein Arzt noch am selben Tag der Operation kurz besuchen, um nach Deinem Zustand zu sehen. Hier erklärt er Dir auch nochmals den weiteren Ablauf sowie die genaue Schmerztherapie.

Katheter und Drainagen
Abhängig davon welche Operation bei Dir durchgeführt wurde, kann es sein, dass ein Harnblasenkatheter verwendet wurde. Dieser wird meistens noch am selben Tag nach der Operation schmerzlos entfernt. Besonders bei Brustoperationen werden in einigen Fällen Drainagen verwendet, die ebenfalls am selben Tag der OP oder am Tag danach schmerzlos entfernt werden.

Was ist eine Drainage?
Während einer Operation können leichte Blutungen ganz normal sein, die direkt abgesaugt werden. Sobald die Wunde verschlossen ist und die Möglichkeit besteht, dass es noch weiterhin zu leichten Blutungen kommt, muss eine Drainage gesetzt werden. Eine Drainage ist ein kleiner Schlauch, der entlang der Narbe positioniert wird und über kleine Löcher Körperflüssigkeiten wie Blut oder Wundsekret aufnimmt. Diese Flüssigkeiten fließen dann über den Schlauch, der aus Deinem Körper heraus leitet, in einen Auffangbehälter ab. Der Auffangbehälter steht dann neben Deinem Bett und wird ebenfalls regelmäßig kontrolliert.

Bewegung
Außerdem solltest Du, sofern Du mit Deinem Arzt nichts anderes besprochen hast, noch am selben Tag aufstehen und Dich ein wenig bewegen. Das regt Deinen Kreislauf wieder an und vermindert auch das Thromboserisiko. Falls Du Unterstützung brauchst, hilft Dir natürlich das Personal sehr gerne. Solltest Du Schmerzen verspüren, können Schmerzmittel helfen. Der anfängliche Wundschmerz sollte aber durch die zunehmende körperliche Bewegung bald vergehen.

#3 Die Wochen nach der Operation

Je nachdem, welche Operation bei Dir durchgeführt wurde, wirst Du in der Regel entweder noch am selben Tag oder 1-2 Tage danach entlassen. Plane am besten schon im Vorhinein, wie Du wieder nach Hause kommst (Taxi, Familie, etc.). Worauf Du zu Hause genau achten solltest, erklärt Dir Dein Arzt im Detail. Allgemein solltest Du Dich auf jeden Fall schonen! Dein Körper braucht jetzt Zeit, um sich zu regenerieren, es empfiehlt sich also ein paar Tage Urlaub zu nehmen. Körperliche Anstrengungen solltest Du daher meiden, bis Dir Dein Arzt das OK für Sportübungen gibt. Leichtes Heben ist meistens erlaubt, kleine Kinder solltest Du also ohne Probleme heben können.

  • Kontrollen: Meistens musst Du einen oder zwei Tage nach der Operation zur ersten Kontrolle bei Deinem Arzt vorbeischauen. Er wechselt das Pflaster und bespricht mit Dir nochmals den weiteren Ablauf.
  • Duschen: Über die Wunde duschen ist prinzipiell erst wieder erlaubt, sobald die Naht entfernt wurde. In einigen Fällen darfst Du natürlich auch schon davor duschen, sofern Du ein Duschpflaster benützt.
  • Pflaster: Meistens sind mehrere Kontrollbesuche nach der Operation ganz normal. Dein Arzt kontrolliert die Wundheilung und wechselt das Pflaster.
  • Schwellungen und blaue Flecken können in den Tagen nach der Operation ganz normal sein. Um erste, starke Schwellungen zu minimieren, kannst Du gerne Kühlbeutel auflegen.Bei einigen Operationen können leichte Schwellungen sogar noch Wochen nach der Operation bestehen, die mit der Zeit aber alle abklingen.
  • Nahtentfernung: Sobald die Wunde im richtigen Stadium ist, kann Deine Naht entfernt werden. Vor der Nahtentfernung musst Du aber keine Angst haben – sie ist schmerzfrei, eventuell spürst Du nur ein leichtes Ziehen.
  • Bei einigen Operationen musst Du auch zu Hause spezielles Gewand tragen. Nach Brustoperationen bekommst Du einen Sport-BH, den Du prinzipiell ständig tragen solltest. Natürlich kannst Du ihn aber für einige Stunden ausziehen, um den BH zu waschen. Nach Fettabsaugungen oder Straffungen bekommst Du ein Mieder, das Du ebenfalls so oft wie möglich tragen musst und zum Duschen und Waschen natürlich ablegen darfst.
  • Bei jeder Operation kann es sein, dass Nerven durchtrennt werden. An diesen Stellen kann es daher zu einem Taubheitsgefühl kommen, das sich in der Regel aber innerhalb der nächsten Monate wieder verbessert.
  • Rauchen, Alkohol: Rauchen und Alkohol solltest Du nicht nur vor, sondern auch nach der Operation meiden, um keine Wundheilungsstörungen zu riskieren! Warte also so lange wie möglich mit der ersten Zigarette nach der Operation. Prinzipielle Empfehlung ist es bis zu 6 Wochen nach der Operation nicht zu rauchen, da Du damit die Wundheilung positiv unterstützen kannst. Auch Nikotinhaltige Kaugummis und Pflaster führen zu einer Minderdurchblutung der Haut und können daher nicht verwendet werden.
  • Arbeiten: Ab wann Du wieder arbeiten gehen darfst, hängt ebenfalls von der Art Deiner Operation ab. Mittlerweile sind die Operationstechniken allerdings so weit fortgeschritten, dass Du nach den meisten Operationen im Durchschnitt schon nach einer Woche wieder arbeiten gehen kannst. Arbeiten, die wenig körperliche Anstrengung benötigen, wie beispielsweise Büroarbeiten, sind oft schon früher wieder möglich. Frage am besten Deinen Arzt!
  • Tierhaare: Leider besteht bei Haustierbesitzern ein erhöhtes Risiko für Wundinfekte. In diesem Fall solltest Du daher ganz besonders auf sorgfältige Hygiene achten!

 

Auch, wenn es einige Punkte zu beachten gibt, solltest Du Dir nach der Operation nicht allzu viele Sorgen machen. Gönne Dir genügend Auszeit, um Dich von der Operation zu erholen und achte auf ausreichende Hygiene und regelmäßige Kontrollen. Dann kannst Du Dich ganz entspannt auf Dein Ergebnis freuen!