Hyperhidrose: Ursachen und was Du bei übermäßigem Schwitzen tun kannst!

Sommer, Sonne, Schweißflecken! Was eigentlich eine natürliche Reaktion unseres Körpers ist und uns vor dem Überhitzen schützen soll, kann für viele zur richtigen Belastung werden. Übermäßiges Schwitzen an den Achseln, Händen und/oder Füßen ist nicht nur unangenehm, sondern kann für die betroffene Person zu einer starken psychischen Belastung werden. Was Du bei übermäßigem Schwitzen machen kannst, haben wir für Dich in diesem Blogbeitrag zusammengefasst!

Wenn Schwitzen krankhaft ist.

Schwitzen ist eine natürliche Reaktion unseres Körpers, wenn es zu heiß ist. Auch emotionale Faktoren oder Essen können uns zum Schwitzen bringen. Grundsätzlich unterscheidet man in der Medizin drei verschiedene Formen des Schwitzens:

  • Thermoregulatorisches Schwitzen: erhöhte Körpertemperatur wird durch Schwitzen reguliert
  • Emotionales Schwitzen: Nervöse Erregung kann zu vermehrtem Schwitzen führen
  • Gustatorisches Schwitzen: Zu scharfes Essen oder zu viel Alkohol kann vermehrte Schweißbildung im Gesicht beeinflussen

Dies sind alles normale Ausprägungen des Schwitzens und zählen nicht zu der krankhaften Form. Bei krankhaftem Schwitzen gibt es ebenfalls unterschiedliche Arten. Hier unterscheiden Mediziner:

  • Anhidrose: Betroffene schwitzen nicht
  • Hypohidrose: Die Schweißbildung ist vermindert
  • Hyperhidrose: Die Schweißproduktion ist gestört und der Körper produziert zu viel Schweiß.

Leide ich unter Hyperhidrose?

Zu viel Schwitzen bedeutet nicht immer sofort, dass Du unter Hyperhidrose leidest. Übermäßiges Schwitzen kann auch ein Symptom für eine Infektion, hormonelle Störung oder neurologische Krankheiten sein. Erst wenn sich keine Erkrankung oder ähnliches feststellen lässt, spricht man von Hyperhidrose.

Die Hyperhidrose muss ebenfalls in mehrere Kategorien unterschieden werden. Wenn Du am ganzen Körper gleichmäßig viel schwitzt, so spricht man von einer generalisierten Hyperhidrose. Sollte das Schwitzen aber nur an bestimmten Körperstellen vermehrt auftreten, so nennt man dies fokale Hyperhidrose. Wird das Schwitzen von weiteren Symptomen, wie beispielsweise Hautrötung mit Hitzegefühl begleitet, kann es sich um die sogenannte Schwitzkrankheit handeln. Bei übermäßigem Schwitzen und einem zusätzlichen unangenehmen Geruch spricht man in der Medizin von einer Bromhidrose.

Die Behandlungsmöglichkeiten.

Zunächst wird Dich Dein Arzt gründlich untersuchen. So kann er Krankheiten, die übermäßiges Schwitzen als Symptom haben, ausschließen. Mediziner können mittlerweile dank verschiedener Methoden die Hyperhidrose gut behandeln. Welche Möglichkeiten es gibt, haben wir im Folgenden für Dich zusammengefasst:

Antitranspirantien: Dabei handelt es sich um Schweißhemmer, welche Du äußerlich anwenden kannst. Wie der Name schon sagt, hindern sie die vermehrte Schweißbildung. Diese finden sich in Deoroller, Cremen oder Pulvern.

Medikamente: Es gibt verschiedene Medikamente, die Ärzte verschreiben können, wenn Du zu viel schwitzt. Es gibt Antihidrotika, welche die Schweißproduktion hemmen sollen. Hier ist aber Vorsicht geboten: Die Medikamente wirken nur bedingt und können einige Nebenwirkungen mit sich bringen!

Wenn Du vermehrt durch psychische Belastungen schwitzt oder übermäßiges Schwitzen mit einer psychischen Erkrankung einhergeht, dann können gegebenenfalls Psychopharmaka, Tranquilizer oder Sedativa eine Linderung erzielen. Auch hier möchten wir wieder darauf hinweisen, dass auch diese Medikamente Nebenwirkungen verursachen können!

Leitungswasser-Iontophorese: Bei dieser Behandlungsmethode wird schwacher Strom durch Wasserbäder oder feuchte Elektroden durch die betroffenen Areale geleitet. Meist kommt diese Behandlung bei Schweißhänden oder –füßen zum Einsatz. Diese Behandlung muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Botulinumtoxin: Die meisten kennen Botulinumtoxin als Botox®, welches zur Faltenbehandlung eingesetzt wird. Um Schmerzen vorzubeugen, kann der Arzt vor der Injektion eine betäubende Salbe auf die zu behandelnden Stellen auftragen. Nach einer kurzen Einwirkzeit injiziert er dann den Wirkstoff. Gute Ergebnisse kann Botulinumtoxin an Händen, Achseln sowie den Füßen erzielen. Das Botox® lässt die Schweißdrüsen erschlaffen und die Produktion von Schweiß wird dadurch reguliert. Der Arzt führt den Eingriff ambulant durch, das heißt, Du kannst danach sofort wieder Deinem Alltag nachgehen. Allerdings hält das Botulinumtoxin nicht ewig, daher musst Du den Wirkstoff immer wieder auffrischen lassen.

Gerätemedizin: Seit einigen Jahren erzielen Ärzte gute Ergebnisse mit Radiofrequenztherapien, welche auch als MiraDry bekannt ist. Dabei handelt es sich um eine nicht-invasive Methode bei der unter lokaler Betäubung axilläres Schwitzen reduziert werden kann. Eine Behandlung dauert rund 45 Minuten und Du solltest sie zweimal im Abstand von drei Monaten wiederholen. Bei der Anwendung wird über ein Handstück kontrolliert elektromagnetische Energie abgegeben, wodurch die Schweißdrüsen in den Achseln zerstört werden. Wie auch bei den Behandlungen zuvor, können wir keine allgemeine Erfolgsgarantie versprechen, viele Patienten konnten aber eine deutliche Verbesserung feststellen.

Operative Verfahren: Wenn die bereits genannten Behandlungsmöglichkeiten nicht die gewünschte Wirkung erzielen, so kann eine operative Therapie eine Lösung sein. Neben dem Absaugen der Schweißdrüsen, können diese auch ausgekratzt (Kürretage) oder herausgeschnitten (Exzision) werden. Häufig wirst Du für den Eingriff in einen Dämmerschlaf oder auf Deinen Wunsch hin in Vollnarkose versetzt. Nach der Operation bleibst Du noch für einige Stunden zur Überwachung in der Klinik, in der Regel kannst Du dann aber wieder nach Hause. Du solltest Dich einige Tage schonen und darauf achten, dass die Wunden nicht nass werden. Nimm auf jeden Fall die vereinbarten Kontrolltermine bei Deinem Arzt wahr, so können postoperative Komplikationen vermieden werden.

Diese Methode ist mittlerweile durch neue Techniken, wie beispielsweise der Radiofrequenz oder Botulinumtoxin-Therapie abgelöst worden. Sollten diese Behandlungen bei Dir aber nicht zu dem gewünschten Ergebnis führen, so kann natürlich die Kürretage oder Exzision die beste Lösung für Dich sein.

Egal für welche Behandlungsmethode Du Dich entscheidest, wichtig ist, dass Du Dich ausführlich beraten lässt und alle Vor- und Nachteile der einzelnen Behandlungen kennst!

Wir haben hier noch einmal alle wichtigen Informationen rund um die Hyperhidrose zusammengestellt

  • Übermäßige Schweißproduktion kann sowohl ein Krankheitssymptom sein, oder auch Hyperhidrose bedeuten
  • Die Hyperhidrose unterscheidet man in fokale und generalisierte Hyperhidrose
  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Hyperhidrose zu behandeln
  • Antitranspirantien und Medikamente können bedingt Abhilfe schaffen
  • Bei der Leitungswasser-Iontophorese werden schwache Stromimpulse durch Hände und/ oder Füße geleitet
  • Bei einer MiraDry Behandlung verwendet der Arzt elektromagnetische Energie und kann so die Schweißdrüsen in den Achselhöhlen minimieren.
  • Botulinumtoxin lähmt die Schweißproduktion für mehrere Monate
  • Einen operativen Eingriff solltest Du erst dann in Erwägung ziehen, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten nicht helfen.

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