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Narbenkorrektur

Durch eine Verletzung oder Operation entstehen oft unschöne Narben, die nicht nur schmerzhaft sein können, sondern auch eine Erinnerung an diese teils schwere Zeit darstellen. Heute können Ärzte Narben so gut behandeln, dass häufig nur eine sehr flache Narbe und ein schmaler, sichtbarer Strich übrig bleiben. Wir geben Dir in diesem Beitrag einen Überblick über die Entstehung von Narben und zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten von Narben!

Entstehung von Narben.

Die Haut besteht aus drei unterschiedlichen Schichten: Epidermis (Oberhaut), Dermis (Lederhaut) und Subcutis (Unterhaut). Bei einer tiefen Verletzung ist nicht nur die Oberhaut verletzt, sondern auch die anderen Schichten. Die Haut kann das zerstörte Gewebe nicht neu nachbilden und es entstehen Narben. Der Wundverschluss ist weniger elastisch und in seiner Funktion eingeschränkt, da das Gewebe weder Haare, Talg- noch Schweißdrüsen bilden kann. Es besteht aus minderwertigem, schwachem Bindegewebe.

Patienten berichten häufig von juckenden oder brennenden Narben. Zudem kann es zu einem Spannungsgefühl kommen. Bei einem Narbenzug oder einer -schrumpfung kann es zu Einschränkungen der Mobilität kommen. Neben physischen kann aber auch eine psychische Belastung durch Narben entstehen, vor allem wenn die Narben für andere sichtbar sind.

Arten von Narben.

Narben können sich unterschiedlich entwickeln. Dies hängt neben der Verletzung auch von der körpereigenen Wundheilung ab.

Sollte es zu einer Wundheilungsstörung und unschönen Narben kommen, unterscheidet man grundsätzlich drei verschiedene Narbentypen:

  • Atrophe Narben
  • Hypertrophe Narben
  • Keloide

Bei atrophen Narben handelt es sich um eine Vertiefung des vernarbten Gewebes. Es hat sich im Heilungsprozess zu wenig Bindegewebe gebildet, weshalb die Narbe etwas tiefer liegt, als die umliegende Haut und eine Art „Delle“ entsteht.

Hypertrophe Narben sind das genaue Gegenteil zu den atrophen Narben. Der Körper hat zu viel Bindegewebe produziert, dadurch wirkt die Narbe dick und wulstig. In den meisten Fällen bildet sich eine hypertrophe Narbe aber innerhalb von mehreren Jahren wieder zurück, jedoch verschwindet diese nicht vollkommen!

Ein Keloid entsteht ebenfalls durch eine Überproduktion von Bindegewebe. Die Narbe erscheint wesentlich dicker und ist meist stark gewölbt und gerötet. Man nennt sie auch „Wulstnarbe“. Die Form von Keloiden kann sehr unregelmäßig sein und geht häufig über das Verletzungsgebiet hinaus, was Keloide von hypertrophen Narben unterscheidet, die den Bereich der ursprünglichen Verletzung nicht überschreiten.

Narbenkorrektur von Narben am Rücken

Die Behandlungsmöglichkeiten.

Bevor Du eine oder mehrere Varianten in Betracht ziehst, muss die Narbe abheilen. Dies kann unterschiedlich lange dauern (bis zu zwei Jahre), aber Du kann den Heilungsprozess unterstützen. Narbensalben, -gele oder –pflaster solltest Du in Absprache mit einem Arzt verwenden. Auch Massagen können die Heilung positiv beeinflussen. Neben nicht-chirurgischen Möglichkeiten, wie Kortison, Laser oder auch der Dermabrasion, gibt es chirurgische Behandlungsmöglichkeiten von Narben, die die Wundheilung positiv beeinflussen können.

Nicht-chirurgische Behandlungen:

Sobald die Narbe abgeheilt ist, kannst Du eine Behandlung mit Silikonen beginnen, welche entweder als Pflaster, Salben, Gele oder Folien angewendet werden. Die Verwendung von Silikonen ist schmerzfrei und bewirkt, dass das Wasser in den Narben nicht abdampft, was diese wiederum weicher und elastischer macht. Dies führt zu einer verbesserten Heilung der Narben.

Chemische Peelings sind eine gute Möglichkeit, um kleine hypertrophe Narben zu behandeln. Die Säure trägt die obersten Hautschichten ab und kann so eine Narbe absenken. Ein chemisches Peeling führt ein Arzt ambulant durch und bedarf, je nach Säure, eine Betäubung des zu behandelnden Areals.

Eine weitere Methode zur Behandlung von Narben ist die Dermabrasion. Bei der Dermabrasion schleift der Arzt die obersten Hautschichten ab, wodurch eine gleichmäßigere Oberfläche entsteht. Durch das mechanische Abschleifen kann man vor allem atrophe Narben gut behandeln. Die Anwendung muss der Arzt mehrmals unter Betäubung durchführen.

Viele kennen die Mesotherapie zur Gesichtsverjüngung, jedoch kann der Arzt damit auch Narben deutlich verbessern. Mithilfe von feinen Nadeln können während der Behandlung verschiedene Wirkstoffe in die mittlere Hautschicht injiziert werden. Das vernarbte Gewebe wird dadurch aufgebrochen und durch den Wirkstoffcocktail kann sich die Narbe regenerieren. Die Mesotherapie muss der Arzt mehrere Male im Abstand von einigen Wochen wiederholen, damit ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht wird.

Die Laserbehandlung ist eine der bekanntesten Methoden zur Narbenkorrektur. Durch den Laser kann der Arzt die obersten Hautschichten abtragen und so atrophe oder hypertrophe Narben an die Haut anpassen. Es besteht sogar die Möglichkeit die Narben mithilfe des Lasers optisch aufzuhellen. Jedoch birgt die Laserbehandlung einige Risiken! So kann es zum Beispiel zu einer Hyper- oder Hypopigmentierung, sowie zu Rötungen und Schwellungen in dem behandelten Bereich kommen. Bei einer Laserbehandlung entsteht eine offene Wunde, welche anschließend gut behandelt werden muss. Häufig verschreibt der Arzt antibiotische oder pflegende Salben, um eine optimale Wundheilung zu unterstützen. Es ist zudem äußerst wichtig, dass Du die Wunde vor Sonneneinstrahlung schützt.
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Narbenkorrektur von Narben an Beinen

Chirurgische Behandlungen:

Vor chirurgischen Behandlungen musst Du einige Dinge beachten! Vor der Operation, darfst Du für mindestens eine Woche keine blutverdünnenden Medikamente einnehmen. Solltest Du Raucher sein, so solltest Du dies für mehrere Wochen einstellen, da es sich schlecht auf den Wundheilungsprozess auswirken kann. Weitere wichtige Dinge,die Du vor, aber auch nach einer Operation beachten solltest, findest Du hier. Auch bei den chirurgischen Möglichkeiten gibt es verschiedene Optionen eine Narbe zu korrigieren.

Bei einer großen Narbe kann ein Spezialist diese durch eine Serienexzision, eine schrittweise Verkleinerung, behandeln. Dabei entfernt der Arzt das vernarbte Gewebe und vernäht es neu. Die Wundheilung beginnt, die Narbe heilt in einer kleineren Variante weiter ab.

Nach etwa drei bis sechs Monaten kann der Chirurg eine weitere Verkleinerung durchführen. Der Eingriff dauert meist eine Stunde und Du kannst nach der Operation das Krankenhaus noch am gleichen Tag wieder verlassen.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit bei großen Narben kann eine Hauttransplantation sein. Bei dieser Maßnahme entfernt der Chirurg eine dünne Hautschicht an einer versteckten Körperstelle und deckt damit die abgetragene Narbe ab. Es besteht zusätzlich die Möglichkeit Expander zu verwenden. Die Haut wird über einen längeren Zeitraum (etwa drei Monate) gedehnt. Dieses gesunde Hautstück kann der Chirurg dann über die zuvor ausgeschnittene Narbe platzieren. Häufig musst Du nach einer Hauttransplantation für einige Tage im Krankenhaus bleiben, damit der Arzt den Heilungsprozess beobachten kann.

Zudem gibt es die Möglichkeit, die Narbe durch eine Lappenplastik, auch bekannt als Z- oder W-Plastik, zu verlegen. Dadurch verteilt sich die Spannung der Haut neu und es ist für den Patienten angenehmer. Durch die Verlagerung der Narbe kann der Arzt mögliche Mobilitätseinschränkungen lindern, aber auch die Narbe erscheint wesentlich unauffälliger.

Nach einer chirurgischen Narbenkorrektur musst Du einigen Anweisungen des Arztes folgen!
Es kann nach dem operativen Eingriff zu Schwellungen, blauen Flecken und Schmerzen im Behandlungsgebiet kommen. Die Schmerzen kannst Du mit Medikamenten, die der Arzt verschreibt, stillen. Bis zur vollständigen Nahtentfernung darfst Du die Stelle nicht nass werden lassen. Außerdem darfst Du die Narbe für mehrere Monate nicht der Sonne sowie keiner starken Belastung aussetzen. Bei großen Wundnähten kann der Arzt das Tragen von Kompressionswäsche verordnen, welche Du dann für mehrere Wochen tragen musst.

Narbenkorrektur von Narben an der Schulter

Die Erfolgsaussichten.

Bei nicht-chirurgischen Behandlungen ist Geduld gefragt, da der Arzt oft mehrere Sitzungen durchführen muss, damit ein erstes Ergebnis sichtbar ist. Oftmals kann es bis zu einem Jahr dauern, bis Du das endgültige Resultat siehst. Die nicht-chirurgischen Methoden können die Sichtbarkeit einer Narbe definitiv verbessern.

Die Erfolgsaussichten bei einer operativen Narbenkorrektur sind ebenfalls äußerst vielversprechend und können die Narbe wesentlich unscheinbarer machen. Gänzlich verschwindet diese nie komplett!
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Kosten einer Narbenkorrektur.

Die Kosten sind von Patient zu Patient individuell, je nach Aufwand und Dauer der gesamten Behandlung können die Preise stark schwanken. Wenn die Narbe Schmerzen verursacht oder eine psychische Belastung darstellt, so übernehmen häufig die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung. Dies sollte man aber vorab mit dem behandelnden Arzt und der Kasse abklären. Wenn die Narbe aus ästhetischen Gründen entfernt werden soll, so muss der Patient die Kosten selbst übernehmen, treten zusätzlich Schmerzen auf, übernimmt in den meisten Fällen die Krankenkasse die Kosten.

Unser Expertentipp:

 

Dr. med. univ. Andrea Oßberger - Expertentipp
Dr. med. univ. Andrea Oßberger, Fachärztin für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie

Je besser Narben unmittelbar nach einer Operation oder Verletzung gepflegt und massiert werden, desto weicher und weniger schmerzhaft stellt sich der Narbenheilungsverlauf dar.

Wobei hier das durchaus feste Massieren/Kneten oder Zupfen der Narbe im Vordergrund steht sowie der konsequente Sonnenschutz unerlässlich ist um Pigmentierungen zu vermeiden. Weiteres empfehlen sich zur Massage leichte Cremen oder Öle mit Dexpanthenol und Vitamin E, welches die Wundheilung und Narbenbildung fördert.

Besteht eine schlechte Narbenbildung, so sind die Lasertherapie, Microneedeling, Lipofilling oder Mesotherapie minimal invasive Behandlungsmöglichkeiten um Narbengewebe zu verbessern.

Eine Chirurgische Therapie kann letztendlich eine gute Korrekturmöglichkeit darstellen um zum Beispiel Einziehungen zu beseitigen oder Narbengewebe in natürliche Hautspaltlinien zu verlagern. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass die Narbenpflege dann wieder von vorne beginnt und eine Narbe nie komplett unsichtbar wird.

Das Wichtigste zur Narbenkorrektur noch einmal zusammengefasst:

  • Man unterscheidet Narben in Keloide, atrophe und hypertrophe Narben.
  • Es gibt die Möglichkeit Narben nicht-chirurgisch und chirurgisch behandeln zu lassen.
  • Zu den nicht-chirurgischen Möglichkeiten zählen: Silikonbehandlungen, chemische Peelings, Dermabrasion und Laserbehandlungen.
  • Serienexzisionen, Hauttransplantationen und Lappenplastiken zählen zu den chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten.
  • Die Kosten sind je nach Aufwand und Narbe immer unterschiedlich. Bei schmerzhaften Narben oder durch Unfälle besteht die Möglichkeit, dass die Versicherung oder Krankenkasse die Kosten für die Behandlung übernimmt. Die Kosten beginnen bei 290 Euro.

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