Schönheitsoperationen im Ausland – Tipps und Risiken
Wer sich für eine Schönheitsoperation interessiert, weiß, dass diese mit erheblichen Kosten verbunden ist. Einige Patienten suchen deshalb nach einer kostengünstigeren Alternative und stoßen dabei oft auf Angebote von Ärzten und Kliniken aus dem Ausland. Diese versprechen laut eigenen Angaben Operationen ohne Wartezeit und zu billigen Preisen.

Wir möchten in diesem Beitrag nichts verallgemeinern und auch niemanden negativ darstellen, es gibt genügend Kliniken und Ärzte im osteuropäischen Raum, die großartige Arbeit leisten und eine hervorragende Ausbildung vorweisen können! Dennoch berichten uns unsere Experten immer häufiger von Patienten, die sich unter anderem in Tschechien, Polen oder der Türkei operieren ließen und mit schlechten Ergebnissen, starken Schmerzen und teilweise lebensgefährlichen Komplikationen zurückkehrten.

In diesem Beitrag haben wir für Dich einige Dinge zusammengefasst, auf die Du achten solltest, wenn Du eine Operation im Ausland durchführen lassen möchtest!

Wohlfühlen und Vertrauen.

Noch bevor es zur eigentlichen Operation kommt, sollte ein ausführliches Beratungsgespräch stattfinden, egal an welchen Eingriff Du denkst. Wenn Du mit dem Arzt nur per E-Mail in Kontakt bist und kein persönliches Beratungsgespräch, sondern sofort ein OP-Termin vorgeschlagen wird, solltest Du äußerst skeptisch sein!

Das Beratungsgespräch sollte auf jeden Fall von einem qualifizierten Arzt durchgeführt werden und nicht von einer Krankenschwester oder Ordinationshilfe. Nur der Arzt kann durch eine Untersuchung feststellen, ob die Operation oder die Behandlung sinnvoll beziehungsweise überhaupt durchführbar ist. Zudem entwickeln sich meist im Gespräch mit dem Arzt einige Frage, die er Dir währenddessen genau beantworten kann. Durch das erste Kennenlernen und eine gute Beratung baust Du automatisch Vertrauen zu ihm auf. Nur wenn Du Dich bei einem Arzt wohlfühlst und ein gutes Gefühl hast, solltest Du Dich einer Operation unterziehen. Außerdem sollte es bei dem Beratungsgespräch keine gravierenden sprachlichen Barrieren geben. Auch wenn ein Dolmetscher vorhanden ist und dem Arzt Deine Wünsche übersetzt, besteht die Gefahr, dass es zu ungenauen Übersetzungen kommt, welche im schlimmsten Fall zu einem nicht zufriedenstellenden Ergebnis führen.

Zudem solltest Du Dich über die Qualifikationen und Zertifizierungen Deines Arztes informieren. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Facharztausbildung die Grundvoraussetzung für die Durchführung von Schönheitsoperationen. Gut ausgebildete Ärzte sind auch Mitglieder in diversen Fachgesellschaften, welche unter anderem ein Zeichen für Qualität sind. Alle bei MOOCI gelisteten ästhetischen und rekonstruktiven Experten sind unter anderem auf diese Gütekriterien überprüft. Ein positiver Abschluss eines strengen Zertifizierungsverfahrens ist die Voraussetzung für eine Aufnahme in unser Netzwerk.

Du solltest Dich keinesfalls zu einem OP-Termin drängen lassen. Ein Eingriff, egal wie groß oder klein dieser ist, sollte gut überlegt sein und ein guter Arzt wird Dir genügend Bedenkzeit geben!

Der Preis ist heiß.

Die Kosten für eine Operation im Ausland erscheinen häufig wesentlich günstiger, als im deutschsprachigen Raum. Mittlerweile werben viele Ärzte, Kliniken und Vermittlungsagenturen im Internet mit preiswerten OP-Angeboten, vor allem in Osteuropa. Ein Faktor für eine kostengünstige Behandlung können niedrige Lohnnebenkosten in dem Land sein. Nicht selten entstehen aber diese Billig-Preise durch Einsparungen bei den Materialien. So kommen zum Beispiel häufig nicht zertifizierte „Billig-Implantate“ zum Einsatz oder das Personal besitzt keine fachmännische Ausbildung. Daher solltest Du unbedingt vor dem Eingriff sicherstellen, dass bei einer Operation mit Vollnarkose auch ein Anästhesist dabei ist und diese Aufgabe nicht von einer Krankenschwester übernommen wird.

Das böse Erwachen.

Bei uns ist es Standard, dass Patienten nach einer Operation unter Vollnarkose noch mindestens ein bis zwei Nächte zur Beobachtung in der Klinik bleiben. Dies hat verschiedene Gründe: Zum einen können Schmerzen nach dem Eingriff einfach mit Medikamenten behandelt werden, zum anderen kann der Arzt im Falle von Nachblutungen oder anderen Komplikationen schnell handeln. Zudem werden bei einigen Operationen Drainagen gesetzt, welche in den ersten ein bis zwei Tagen nach dem Eingriff wieder entfernt werden müssen. Diese unterstützen die Wundheilung und ermöglichen das Abfließen von Wundsekreten.

Immer wieder hören wir, dass Patienten in ausländischen Kliniken nach wenigen Stunden entlassen und nach Hause geschickt werden. Dies ist äußerst bedenklich, da sich eine fehlende Nachsorge negativ auf das Ergebnis auswirken kann. Das Infektionsrisiko kann sich dadurch deutlich erhöhen und auch Wundheilungsstörungen sind keine Seltenheit. Du solltest also vor der Operation auf jeden Fall darauf achten, dass Du genügend Nachsorgeuntersuchungen vereinbarst.

Sollte es keine Kontrollen nach der Operation geben und die Nachbehandlung von einem Arzt in Deinem Heimatland durchgeführt werden müssen, fallen für Dich zusätzliche Kosten an und somit ist das vermeintlich Gesparte schneller weg, als Du denkst.

Dr. Mehmet Atila, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Düsseldorf, warnt ausdrücklich vor Schönheitsoperationen zu Dumping-Preisen!

Unser Expertentipp:

Dr. Mehmet Atila - Expertentipp
Dr. med. Mehmet Atila – Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
Es existieren Medizintourismusveranstalter, die drei Eingriffe für den Preis von zwei Operationen anbieten. Diese Art des Vorgehens ist in Deutschland unzulässig. Zudem stellt sich die Frage, wie die niedrigen Kosten trotz zusätzlicher Reiseauslagen zustande kommen. Oftmals leiden unter den Schnäppchenpreisen die Qualität sowie Hygiene von eingesetztem Material und Personal. Auch die Nachsorge wird dadurch häufig vernachlässigt. Diese Veranstalter verschwinden nach kurzer Zeit meist vom Bildschirm. Ansprüche bei misslungenen Operationen können dann nicht gestellt werden oder finden keine Berücksichtigung. OP-Berichte existieren nicht oder stehen nicht zur Verfügung und selbst bei gutachterlich festgestellten Mängeln ist der Operateur nicht erreichbar. Vermeintliche Schnäppchen stellen sich durch versteckte Kosten wie Austrittsgelder der Kliniken oder überteuerte Hotelrechnungen im Nachhinein als kostspieliger heraus, als erwartet.

Im Fall von auftretenden Komplikationen, aber auch, um eine lückenlose Nachsorge zu garantieren, müssen Arzt und Patient nach der OP in regelmäßigem Kontakt zueinander stehen. Dieser Austausch ist bei Eingriffen im Ausland, nach denen die Patienten wieder nach Hause reisen, selten gegeben. Patienten sollten deshalb eine Operation nicht aus Kostengründen im Ausland durchführen lassen.


Hier noch einmal die wichtigsten Kriterien kurz zusammengefasst, worauf Du bei einer geplanten Operation im Ausland achten solltest:

  • Qualifikation des Arztes vorab überprüfen
  • Ausführliches Beratungsgespräch mit dem behandelnden Arzt
  • Bedenkzeit ist wichtig – nicht auf Druck einen OP-Termin bestätigen
  • Bei der Operation sollte auf jeden Fall ein Anästhesist dabei sein
  • Gewährleistung einer angemessenen Nachsorge


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