Tipps zur Pflege von Narben - worauf musst Du achten?
Tipps zur Pflege von Narben

Wir alle sind von Narben gezeichnet. Manche sind kleiner, manche größer, manche innen und manche außen. Um Letztere geht es hier. Wie entstehen Narben genau? Warum kann die Haut nicht einfach ohne Zeichen einer Verletzung wieder zusammenwachsen? Und wie pflege ich meine Narben am besten? Hier erfährst Du die besten Tipps zur Narbenpflege.

Was sind Narben?

Doch kommen wir zuerst einmal zu der Entstehung von Narben. Die Haut stellt für den Körper den wichtigsten Schutz vor der Außenwelt da. Ohne sie ist ein Leben nicht vorstellbar. Wenn man die Haut verletzt oder sie verletzt wird, ist der Körper an dieser Stelle der Umwelt und allen Gefahren, die sie mit sich bringt, relativ schutzlos ausgeliefert. Um diesen Schutz schnell wiederherzustellen, beginnt der Körper bereits Momente nach der Verletzung mit der Reparatur des Gewebes: Nach der ersten Bildung von Blutgerinnseln zum Verschluss der blutenden Gefäße bildet sich in der Wunde das sogenannte Granulationsgewebe, das man umgangssprachlich als Schorf bezeichnet Dort wachsen dann nach und nach Kollagenfasern ein, die schließlich ein elastisches Gewebe formen.

Um das die Reparatur der Haut zu ermöglichen, wachsen auch Blutgefäße in das frische Gewebe ein. Vor allem zu Beginn benötigt die Narbenbildung viel Sauerstoff und Nährstoffe in Form von Blut. Daher sind Narben zu Beginn dank der reichhaltigen Versorgung noch rot und hervorstehend. Wenn die Reparatur der Haut nach einigen Monaten bis Jahren abgeschlossen ist, ziehen sich schließlich die meisten Blutgefäße zurück. Die Kollagenfasern werden dichter, die Narbe sinkt ein und bleibt schließlich als blasse Zeichnung auf der Haut zurück. Die Narbe ist also ein Zeichen für das regelrechte Zusammenwachsen der Haut und Symbol für die Arbeit, die sie dafür benötigt.

Einflüsse innerhalb und außerhalb des Körpers aber können die Reparaturmechanismen der Haut und damit die Narbenbildung stören. Zu diesen Faktoren gehören unter anderem Krankheiten wie Diabetes, die die Wundheilung beeinflussen, der Status des Immunsystems, vererbte Wundheilungsstörungen, Alter, Medikamenteneinnahme, Ernährung und letztendlich auch Narbenpflege.

Welche unterschiedlichen Narben gibt es?

Wächst die Haut regelrecht zusammen, bildet sich im Normalfall eine weiche, flache, und blasse Narbe. Sobald die Wundheilung abgeschlossen ist, sollte sie weder jucken noch schmerzen. Weil aber viele Faktoren die Narbenbildung beeinflussen, kommt es oft zu Komplikationen. Sogenannte pathologische, also krankhafte, Narben können in verschiedene Gruppen eingeteilt werden. Atrophe Narben entstehen durch zu wenig gebildetes Narbengewebe. Sie sinken daher ein und bleiben als Vertiefungen in der Haut zurück. Am häufigsten bilden sie sich als Folge von Akne.

Hypertrophe Narben sind das Gegenteil. Bei ihnen wächst zu viel Narbengewebe im Bereich der Wunde, sodass sich ein bleibender Wulst bildet. Sie entstehen vor allem über stark beanspruchten und häufig unter Spannung stehenden Hautarealen wie Gelenken. Auch noch nach Jahren können sie sich von selbst zurückbilden.

Narbenwucherungen, auch Keloide genannt, beschränken sich nicht nur auf das Wundgebiet. Das Narbengewebe wächst zusätzlich in die umliegende Haut ein, sodass teilweise große Wülste entstehen, die sich nicht von selbst zurückbilden. Vor allem dunkelhäutige Personen neigen zur Keloid-Bildung, die oft mit Juckreiz, Schmerzempfindlichkeit und erhöhter Sensibilität verbunden ist. Bei Infektionen der Wunde kommt es deutlich häufiger zu diesen Narbenwucherungen.

Narbenkontrakturen entstehen durch ein starkes Zusammenziehen und Verhärten der Narbe. Vor allem große Wunden und infizierte Verletzungen neigen zu Kontraktur-Bildung. Sie gehen mit einer geminderten Flexibilität des betroffenen Hautbereichs einher und können deshalb unter Umständen sehr störend sein.

Wieso ist eine gute Narbenpflege wichtig?

Nicht nur innere, auch äußere Faktoren spielen bei der richtigen Narbenbildung eine Rolle. Um diese zu unterstützen, ist eine gute Narbenpflege wichtig. Hier gilt: Je früher, desto besser. Gleich nach der Entstehung der Wunde ist es besonders wichtig durch Desinfektion und Reinigung der Wunde mögliche Keime zu beseitigen. Später kann man mit Salben und Schonung die Narbenbildung positiv beeinflussen. Zudem stärkt die richtige Ernährung das Immunsystem und hat positive Auswirkungen auf die Wundheilung.

Wie pflege ich meine Narbe am besten?

Die ideale Pflege von Narben besteht in einer Mischung aus feuchtigkeitsspendenden Produkten und Schonung der Haut. Offene Wunden sollten außer mit Wunddesinfektion nicht weiter behandelt werden. Gerade austrocknende Puder sollte man nicht verwenden. Stattdessen kann eine feuchte Wundheilung mit schützenden Gelkompressen die Narbenbildung positiv beeinflussen. Ist die Wunde schon trocken und mit Schorf bedeckt, können spezielle Wundsalben die schon geheilten Wundränder geschmeidiger machen. Ist die Haut von einer ersten Narbe verschlossen, empfehlen sich auch Umschläge mit in Lavendelöl, Kamille oder Zwiebelextrakt getränkten Kompressen.

Massagen der sich bildenden Narbe regen die Durchblutung an und beschleunigen dadurch den Transport von Nährstoffen zur heilenden Haut. Auch der Abtransport von abgestorbenen Partikeln beschleunigt sich durch eine verstärkte Durchblutung. Sanftes, bis zu fünfmal tägliches, langsames Einreiben von Narbenölen oder -Salben kann die Narbe so deutlich geschmeidiger machen.

Weil die Narbenheilung bis zu zwei Jahre in Anspruch nimmt, ist außerdem eine lang anhaltende Verwendung von Narbenpflege-Präparaten zu empfehlen. Eine einmalige Verwendung von Narbensalben bringt wenig, ein konsequentes Einreiben der betroffenen Stelle kann dagegen das Endergebnis deutlich verbessern. Besonders wichtig ist aber Geduld: Während bei Kindern die Narbenbildung verhältnismäßig wenig Zeit in Anspruch nimmt, braucht die Heilung bei Erwachsenen deutlich mehr Zeit. Deswegen ist Schonung der betroffenen Haut und vor allem die Meidung jeglicher Spannungen um die Wunde besonders wichtig.

Auch starke Sonneneinstrahlung oder der Besuch von Solarien sollte man während der Narbenbildung meiden oder die Wunde zumindest vor UV-Strahlung schützen. Die Sonnenstrahlen hemmen nämlich die Wundheilung und regen zudem die Melanozyten in der Haut zum Wachstum an. Diese stellen einen natürlichen Schutz vor UV-Strahlen dar und sorgen für einen gebräunten Teint. Während der Narbenbildung können sie aber vermehrt in das Narbengewebe einwandern und es dadurch stark pigmentieren. Dies verstärkt wiederum die Sichtbarkeit der Narbe.

Eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt die Narbenheilung zusätzlich. So gelangen notwendige Vitamine und Spurenelemente in den Körper, die sich positiv auf die Heilung auswirken. Auch ältere Narben können sich im Übrigen noch verändern. Eine konsequente, mindestens ein halbes Jahr lang durchgeführte Narbenpflege kann demnach viel bewirken.

Solltest Du mit Deiner Narbe nicht zufrieden sein oder sogar Schmerzen dadurch haben, kannst Du auf der Seite zur Narbenbehandlung weitere wichtige Informationen nachlesen.