Weißer Hautkrebs: Eine unscheinbare, aber weitverbreitete Erkrankung

Sommer, Sonne, Hautkrebs. So schnell geht es natürlich nicht, aber dennoch kann eine übermäßige Belastung durch UV-Strahlen bösartige Hautveränderungen mit sich bringen. Gemeinsam mit Dr. Wolfgang Philipp-Dormston berichten wir Dir in diesem Beitrag über die Entstehung, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von weißem Hautkrebs.

Viele Namen, eine Diagnose.

Umgangssprachlich wird der weiße Hautkrebs auch heller Hautkrebs genannt und ist eine bösartige Hautveränderung, die sich vor allem durch übermäßige UV-Belastung entwickeln kann. Zudem können eine genetische Veranlagung sowie der Hauttyp für die Entstehung verantwortlich sein. Sollte das Immunsystem über eine längere Dauer geschwächt sein, so kann dies auch ein Risikofaktor für hellen Hautkrebs sein.

Aber nicht nur weißer Hautkrebs kann eine Gefahr für uns sein, es gibt auch noch den schwarzen Hautkrebs. Ob es schwarzer oder weißer Hautkrebs ist, hängt davon ab, welcher Zelltyp entartet. Bei Zellen, die Pigmente bilden, sogenannte Melanozyten, können Melanome entstehen, welche auch als schwarzer Hautkrebs bezeichnet werden. Wenn Stachelzellen oder Basalzellen, in der Medizin auch Keratinozyten genannt, entarten, dann spricht man von dem weißen Hautkrebs.

Symptome erkennen!

Gar keine leichte Sache bei hellem Hautkrebs, da Du ihn nicht spüren kannst. Generell sind die Symptome bei hellem Hautkrebs sehr unterschiedlich und können von Patient zu Patient variieren. Einerseits können sich unauffällige, farblose Hautveränderungen bilden, zum anderen können sich auch pigmentierte oder gelblich bis graurötlich gefärbte Stellen zeigen. Am häufigsten sind Stellen betroffen, die regelmäßig der Sonne ausgesetzt sind, wie beispielsweise Nase, Lippen, Ohren, aber auch der Handrücken. Anders sieht es beim schwarzen Hautkrebs aus: Dieser kann auch an Stellen auftreten, an die kein direktes Sonnenlicht kommt, wie beispielsweise zwischen den Zehen oder im Intimbereich. Solltest Du eine Veränderung an Deiner Haut feststellen, raten wir Dir, Deinen Hautarzt aufzusuchen!

Die Behandlungsmöglichkeiten.

Dermatologen erkennen weißen Hautkrebs meist mit bloßem Auge, dennoch ist eine Untersuchung notwendig. Dabei wird die Stelle mit einem Auflichtmikroskop untersucht und bei klinischen Auffälligkeiten entfernt. Handelt es sich bei der Hautveränderung um eine Vorstufe des hellen Hautkrebses, dann kann auch mit photodynamischen Therapien gearbeitet werden, dies hängt allerdings von der Größe und der Art ab.

 

Unser Spezialist, Dr. Wolfgang Philipp-Dormston, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Köln, beantwortet Dir jetzt noch einige Fragen rund um den weißen Hautkrebs!

 

Wie häufig ist heller Hautkrebs?

In Deutschland sind es jährlich rund 200.000 Neuerkrankungen.

Was ist der Unterschied zwischen weißem und schwarzen Hautkrebs?

Schwarzer Hautkrebs entsteht aus den Melanozyten und ist sehr gefährlich, da er unbehandelt schnell zu Metastasen führen kann und diese in den Körper streuen können.

Der weiße Hautkrebs hat oft Vorstufen, sogenannte aktinische Keratosen aus denen sich ein Plattenephitelkarzinom (Spinaliom) entwickeln kann, oder es bildet sich ein Basaliom. Bei einem Spinaliom können sich, wie der schwarze Hautkrebs, Metastasen bilden und in den Körper streuen. Das Basaliom wird in der Dermatologie auch oft als halbbösartiger Tumor bezeichnet, da er zwar an der Stelle gewebszerstörend wächst, aber sich in der Regel nicht im Körper verteilt.

Wie kann ich weißen Hautkrebs vorbeugen?

Gerade wenn man ein heller Hauttyp ist, sollte man unbedingt einen guten Sonnenschutz verwenden. Das bedeutet aber nicht, dass ein dunkler Hauttyp keinen Sonnenschutz verwenden soll! Zudem empfehle ich, die Mittagssonne zu meiden und auch textilen Sonnenschutz zu verwenden. Durch eine Kombination aus hohem Lichtschutzfaktor (LSF 30-50+) und dem Tragen eines Hutes sowie eines langärmeligen T-Shirts kann man sich gut vor der Sonne schützen und somit auch Hautkrebs vorbeugen.

Wie oft muss ich meine Haut beim Hautarzt kontrollieren lassen?

Ich empfehle meinen Patienten eine Untersuchung einmal im Jahr. Hochrisikopatienten, also Personen, die bereits an Hautkrebs erkrankt sind, eine Vorstufe von Hautkrebs haben/hatten oder bei Hautkrebserkrankungen in der Familie, sollten Untersuchungen mindestens zweimal jährlich erfolgen. Bei Personen die schwarzen Hautkrebs hatten, sind Untersuchungen im Abstand von drei Monaten notwendig.

Prinzipiell ist es wichtig, dass man auch selbst seine Haut immer wieder kontrolliert und bei Hautveränderungen auch zwischen den jährlichen Check-Ups den Hautarzt aufsucht. Muttermale und Vorstufen von hellem Hautkrebs können schnell entstehen und bei Nichtbehandlung oder zu spätem Erkennen sich diese ungünstig verändern!