Welche Unterschiede gibt es bei Brustimplantaten? - MOOCI
Welche Unterschiede gibt es bei Brustimplantaten?

Bei einer Brustvergrößerung verwenden Ärzte heute nur mehr hochwertige, moderne Implantate, die Dir eine sehr hohe Sicherheit und einen sehr hohen Tragekomfort garantieren. Zwar müssen die Implantate nicht mehr unbedingt nach zehn Jahren ausgetauscht werden, allerdings bedeutet das nicht, dass die Implantate nicht doch mal im Laufe des Lebens gewechselt werden sollten. So lassen sich etwa 30% aller Frauen, welche eine Brustvergrößerung hatten, innerhalb der nächsten zehn Jahre erneut operieren. Das Risiko einer Kapselfibrose wurde in den vergangenen Jahren durch neue Techniken weiter minimiert. Wir stellen Dir im heutigen Blog die verschiedenen Formen, Strukturen und Füllungen der Implantate vor. Unser Expertenbeiratsmitglied Prof. Dr. med. Ernst Magnus Noah bringt Dir zudem den 14-Punkte-Plan etwas näher.

Welche Implantat-Formen gibt es?

Die zwei gängigsten Implantatsformen sind runde und tropfenförmige Implantate. Die Wahl richtet sich nach der Brust der Patientin. So muss die Breite, mögliche Höhe aber auch die Elastizität gemessen werden. Tatsächlich kann man mit runden Implantaten auch anatomische Ergebnisse haben und auch fast runde, im oberen Pol gut gefüllte Brüste mit anatomischen Implantaten. Die Meinung „nur runde Implantate machen ein volles Dekolleté“ ist veraltet. Es wird viel Zeit in Messungen und Demonstrationen gesteckt, um so das optimale Implantat für Dich zu finden.

Welche Strukturen haben die Implantate?

Brustimplantate haben entweder eine glatte oder eine aufgeraute Oberflächenstruktur. Bei den anatomischen Implantaten der neuesten Generation ist die Oberfläche fast ausschließlich angeraut, da dies zwei entscheidende Vorteile bietet. Zum einen spielt der Sicherheitsaspekt eine wichtige Rolle, da somit das Risiko für eine Kapselfibrose deutlich sinkt. Die Kapselfibrose ist eine Gewebeverhärtung, bei der der Körper rund um das Implantat eine Gewebekapsel bildet, da er dieses als Fremdkörper wahrnimmt. Dies ist die häufigste Komplikation bei der Brustvergrößerung mit Implantaten und kann auch bei modernen Modellen nicht komplett ausgeschlossen werden. Zum anderen ist die Gefahr bei einer aufgerauten Struktur geringer, dass das Implantat in der Brust verrutscht oder sich gar unter der Haut dreht. Insgesamt gibt es viele unterschiedliche Texturen mit unterschiedlicher Porengröße bzw. Oberflächenstruktur. Das Ganze ist durchaus verwirrend und erfordert dementsprechend Expertenwissen.

Welche Füllungen haben die Implantate?

Brustimplantate sind ummantelte Kunststoff- oder Silikonkissen, die mit einem Silikongel oder in manchen Fällen mit einer sterilen Kochsalzlösung gefüllt sind. Letztere haben in Europa jedoch kaum mehr Bedeutung. Innovativ ist die Füllung mit Silikongel und Mikrospheren. Hierdurch kann 30% Gewicht eingespart werden.

Kohäsivgel
Als Füllmaterial kommt heute bevorzugt das Silikon-Kohäsivgel zum Einsatz. Die geleeartige Konsistenz lässt die Brust sehr natürlich wirken und das Auslaufrisiko ist sehr gering. Früher enthielten die Implantate oft einen flüssigen Silikonkern, dies ist heute jedoch nicht mehr der Fall. Zur Herstellung wird Silikon mit hoher Bindekraft verwendet, damit sich die Brüste anschließend sehr natürlich anfühlen. Die stabile, mehrschichtige Hülle verhindert ein Reißen des Implantates. Sollte es doch einmal zu einem Riss kommen, dann kann das Silikon nicht auslaufen, da es sich um eine feste Masse handelt. Die Silikonimplantate sind in verschiedenen Kohäsivitätsstufen erhältlich und unterscheiden sich in ihrer Festigkeit. So kannst Du wählen, ob Du nach der Brustvergrößerung lieber einen weichen oder etwas pralleren Busen möchtest. Eine neue Methode der Silikonimplantate stellt das B-Lite Implantat dar, denn es ist 30 Prozent leichter als herkömmliche Implantate und sorgt für noch mehr Tragekomfort.

Kochsalzlösung
Manche modernen Implantate sind mit einer sterilen Kochsalzlösung gefüllt. Dabei handelt es sich um sogenannte Salinen, gesundheitlich unbedenkliche Substanzen, die erst während der Operation in das Implantat gepumpt werden. Das bedeutet also, dass Dir streng genommen während der Operation erst einmal nur eine leere Implantatshülle in den Brustkorb eingelegt und anschließend befüllt wird.

Soll aufgrund einer Brustrekonstruktion ein Implantat eingesetzt werden, dann kommt Kochsalzimplantat in der Regel als sogenannter Expander zum Einsatz. Dies liegt daran, dass beim Wiederaufbau der Brust zu Beginn nicht genug Platz ist, um ein Implantat einzusetzen, sondern die Haut erst einmal vorgedehnt werden muss. Indem der Arzt die Implantatshülle einsetzt und nach und nach mit der Kochsalzlösung füllt, dehnt sich auch die Haut immer mehr. In manchen Fällen kann der sogenannte Expander drin gelassen werden, es kann jedoch auch gut sein, dass dieser ausgetauscht werden muss. Das kann Dir Dein Arzt in einem Gespräch ganz genau erklären.

Im Falle eines Implantatrisses nimmt der Körper die Kochsalzlösung problemlos auf und scheidet sie aus. Ein Nachteil dieser Füllung ist es, dass die Implantate mit der Zeit an Volumen verlieren. Außerdem wirkt die flüssige Konsistenz wie ein wassergefüllter Ballon und nicht so natürlich wie Silikonimplantate.

 

Expertenbeiratsmitglied Prof. Dr. med. Ernst Magnus Noah, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Was ist der 14 Punkte Plan?

Es handelt sich um eine Art Sammlung verschiedener Faktoren die eine Brustvergrößerung sicherer machen können. Die Daten stammen aus Studien und wurden in 14 Empfehlungen an die Chirurgen zusammengefasst. Dabei wird z.B. empfohlen die Unterbrustfalte als Zugangsweg zu nehmen, die Tasche unter dem Muskel, die Nippel abzudecken während der Op, atraumatisch zu operieren (nicht reißen sondern präparieren) und wenn möglich auf Drainagen zu verzichten. Das Implantat selbst sollte möglichst nicht mit der Haut in Berührung kommen und das Pocket gespült werden.

Für wen ist welches Implantat am besten geeignet?

Bei der Wahl des richtigen Implantates spielen neben Deiner gewünschten Körbchengröße auch die Form Deines Brustkorbes, die Menge und Struktur Deines Brustgewebes sowie die Beschaffenheit Deiner Brustdrüsen und Brusthaut eine wichtige Rolle. Der Arzt muss die Elastizität der Haut und die Stützkraft des Bindegewebes berücksichtigen, sonst kann sich das Komplikationsrisiko erhöhen. Ein zu großes Implantat in einer kleinen Brust kann nicht nur unnatürlich und unästhetisch aussehen, sondern auch zu Spannungen in der Haut führen.

Das Ziel des Arztes und der Patientin bei dem Eingriff, egal ob Brustvergrößerung, Brustrekonstruktion oder Bruststraffung, soll eine natürlich wirkende Brust sein, die in einem harmonischen Einklang zu den übrigen Körperproportionen steht. In anerkannten Kliniken werden nur hochwertige, zertifizierte Implantate verwendet, die Du Dein Leben lang tragen kannst (sofern keine anderweitigen, medizinischen Komplikationen bei Deiner Brust auftreten). Bei der Brustvergrößerung setzen die plastischen Chirurgen die Implantate meist unter dem Brustmuskel ein, da so das Komplikationsrisiko geringer und das Kissen weniger tastbar ist.

Welches Implantat passt zu mir?

Wenn Du Dich dafür entscheidest, Dir ein Brustimplantat einsetzen zu lassen oder neue Implantate möchtest, wird Dir Dein Arzt die Vor- und Nachteile der verschiedenen Größen, Formen, Strukturen und Füllungen der Implantate aufzeigen und Dich beraten. Möchtest Du eine natürlich aussehende Brust, kann Dir Dein Arzt ein tropfenförmiges aber auch rundes Implantat empfehlen, je nachdem wie sich Deine Anatomie gestaltet. Der Plastische Chirurg berücksichtigt sowohl Deine persönlichen Wünsche als auch Deinen Körperbau, Deine Brust und Deine Brusthaut, damit Komplikationen minimiert werden und Du Dich nach dem Eingriff rundum wohl mit Deinem neuen Busen fühlst.

Was ist unter dem Begriff “Rippling” zu verstehen?

Von Rippling spricht die Medizin, wenn es bei einem eingesetzten Brustimplantat zur Wellenbildung kommt, welche auch durch die Haut hindurch seh- und tastbar ist. Diese Symptome treten vor allem bei älteren Implantaten auf, welche eine sehr dünne Silikonfüllung enthalten. Dies gilt im Übrigen auch für Kochsalzimplantate. Wurde das Implantat über den Brustmuskel eingesetzt, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es zum Rippling kommt. Sollte dies bei Dir der Fall sein, dann suche am besten einen Spezialisten auf.