Zehn Fragen und Antworten zur Kapselfibrose! - MOOCI
Zehn Fragen und Antworten zur Kapselfibrose!

Die Brustvergrößerung gehört nach wie vor zu den beliebtesten Operationen der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie. In sehr seltenen Fällen kommt es zu einer Kapselfibrose, wenn der Körper das Implantat abstößt. Mit zehn Fragen und Antworten klären wir Dich über das Risiko „Kapselfibrose“ auf.

1. Was versteht die Medizin unter einer Kapselfibrose?

Eine Kapselfibrose ist eine dünne Bindegewebeschicht, die sich um das Implantat bildet, wenn Dein Körper dieses als Fremdkörper wahrnimmt. Das bleibt meist unbemerkt, weil das Gewebe elastisch und weich ist. Es kann jedoch vorkommen, dass Dein Körper stärker reagiert und eine dickere, festere Schicht bildet und die Kapsel zusammenzieht (kontrahiert). Die sogenannte Kapselfibrose kann dann zu Sensibilitätsstörungen, einer Verformung der Brust und zu Schmerzen führen.

2. Wie entsteht eine Kapselfibrose?

Die Kapselfibrose entsteht aus einer ganz natürlichen Immunreaktion Deines Körpers. Dieser möchte das Implantat „abkapseln“ und bildet eine Schutzschicht um das Implantat. Die ersten Symptome treten meist in den ersten drei Jahren nach der Brustvergrößerung auf.

3. Welche Symptome treten bei einer Kapselfibrose auf?

Bei einer Kapselfibrose kann es zu leichten bis starken Schmerzen, Verhärtungen, Verformungen und Spannungen in der Brust kommen. Oft fühlen sich die Brüste unterschiedlich an. Die Schmerzen können auch nur bei bestimmten Bewegungen zu spüren sein. Es kann zudem zu einer Lageveränderung in der Brust kommen, bei der sich das Implantat sichtbar unter der Haut abzeichnet. Wenn Du merkst, dass sich eine oder beide Brüste verändern und sich unangenehm anfühlen, gehe bitte zum Arzt und lass Dich untersuchen.

4. Wie sehen die verschiedenen Stadien einer Kapselfibrose aus?

Die Kapselfibrose wird in mehrere Schweregrade nach Baker unterteilt. Anhand dieser Stufen können die Ärzte feststellen, wie weit die Kapselfibrose schon fortgeschritten ist.

Stadium 1
Die Brust verhärtet sich etwas und leichte Schmerzen können auftreten – dies bleibt von der Patientin oft unbemerkt.

Stadium 2
Mittelstarke Verhärtungen, Spannungsgefühle und leichte Schmerzen sind möglich

Stadium 3
Um das Implantat bilden sich feste Kapseln, die sich zusammenziehen und stärkere Schmerzen verursachen können.

Stadium 4
Eine Verformung der Brust und der Implantate ist erkennbar und die Brust schmerzt bei Berührungen und Bewegung.

5. Wie lässt sich eine Kapselfibrose behandeln?

Je nach Schweregrad stehen verschiedene Behandlungen zur Wahl. Ziel ist es, die Kapsel zu spalten, zu erweitern oder chirurgisch zu entfernen. Die Ultraschall-Methode setzen Ärzte meist präventiv nach einer Brustvergrößerung ein, um der Entstehung einer Kapselfibrose vorzubeugen. Die Hochfrequenz-Wellen fördern die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gewebes. Es handelt sich bei dieser Methode um eine Vorbeugung, eine Behandlung einer bestehenden Kapselfibrose ist meist nicht sinnvoll.

Der Fibrosenschnitt ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, bei dem das vernarbte Kapselgewebe eingeschnitten und so mehr Platz für das Implantat geschaffen wird. Diese Behandlung kommt bei einer leichten Kapselfibrose in Frage- es kann zu einem Rezidiv kommen. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung ist möglicherweise ein Implantatwechsel erforderlich. Der Chirurg entfernt das Silikonkissen sowie die verdickte Kapsel und setzt ein neues Implantat ein. Bei einer starken, schmerzhaften Kapselfibrose mit deutlich verformter Brust ist es notwendig das Implantat und dessen Kapsel komplett zu entfernen. Anstelle eines neuen Implantats können Ärzte die Brust auch in einigen Fällen mit Eigenfett neu formen.

Die Eigenfett-Transplantation ist eine schonende Alternative zum Implantatwechsel. Hierbei kommen keine Fremdkörper zum Einsatz und einer neuen Kapselfibrose wird vorgebeugt. Die Form verändert sich bei dieser Methode jedoch, da Fett im Vergleich zu einem Implantat weich und verschiebbar ist. Allerdings steht seit ein paar Jahren der Verdacht im Raum, dass eine Brustvergrößerung mittels Eigenfett das Risiko erhöht, an Brustkrebs zu erkranken.

6. Wann ist eine Operation notwendig?

Qualitativ hochwertige Implantate können Jahrzehnte lang in der Brust bleiben. Die Kissen sollten jedoch gewechselt werden, wenn der Tragekomfort nicht mehr gegeben ist und wenn Verhärtungen oder sogar Schmerzen entstehen. Es gilt: Je früher die Kapselfibrose erkannt und behandelt wird, desto geringer ist die Notwendigkeit einer dauerhaften operativen Entfernung des Implantats.

7. Bei wem treten Kapselfibrosen am häufigsten auf?

Es gibt mehrere Faktoren, die zur Entstehung einer Kapselfibrose beitragen. Dazu zählt vor allem die Position der Implantate. Das Erkrankungsrisiko ist höher, wenn die Kissen über dem Brustmuskel eingesetzt wurden. Die Beschaffenheit der Implantate kann das Risiko ebenfalls erhöhen oder senken. Auch Patientinnen mit einer genetischen Neigung zu Narbenbildung, mit einer Autoimmunstörung des Bindegewebes oder Blutergüsse in der Wundhöhle können das Erkrankungsrisiko begünstigen. Besonders Brustkrebspatientinnen gehören zur Risikogruppe, nachdem sie sich einer Bestrahlung unterzogen haben.

8. Welche Rolle spielen die unterschiedlichen Implantate bei der Entstehung einer Kapselfibrose?

Bei neueren Implantaten mit aufgerauter Oberfläche ist das Erkrankungsrisiko deutlich geringer als bei älteren, glatten Implantaten. Bei älteren Modellen besteht die Gefahr, dass diese aufplatzen, Silikon austritt und so eine Kapselfibrose begünstigen.

9. Wie kann ich einer Kapselfibrose vorbeugen?

Die meisten Patientinnen einer Kapselfibrose tragen das Implantat über dem Brustmuskel. Setzen die Plastischen Chirurgen das Implantat bei der Operation unter dem Brustmuskel ein, kann das Risiko vermindert werden. Bei den neueren Generationen der Implantate mit einer Kohäsivgel-Füllung gibt es ebenfalls immer geringere Risiken für das Austreten von Silikon und der damit einhergehenden Kapselfibrose. Auch die Sorgfältigkeit und Hygiene des Arztes während der Operation und die Achtsamkeit der Patientin nach dem Eingriff (Tragen eines Kompressions-BHs) können das Risiko minimieren. Durch eine vorbeugende Ultraschall-Untersuchung können Ärzte sehen, ob die Sauerstoffversorgung und Durchblutung des Brustgewebes ausreichend vorhanden ist und die Patientin gegebenenfalls behandeln.

10. Wer übernimmt die Kosten der Behandlung bei einer Kapselfibrose?

Bei einer diagnostizierten Kapselfibrose übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Implantatentfernung, nicht jedoch den Implantatwechsel oder den stationären Aufenthalt, da dies aus Sicht der Krankenkasse eine “privater, ästhetischer Eingriff” ist. Die Kosten einer Implantatentfernung belaufen sich auf etwa 3.900 Euro. Für einen Implantatwechsel musst Du mit Kosten von ungefähr 3.900 bis 5.900 Euro rechnen. Dies entspricht dem finanziellen Aufwand einer normalen Brustvergrößerung.