Insights vom AMWC aus Monaco

Diesen April fand der große Aesthetic & Anti Aging World Congress (AMWC) in Monaco zum sechzehnten mal statt. Wie immer gab es ein spannendes Programm, zahlreiche neue Ideen wurden präsentiert, Vorträge gehalten, Diskussionen geführt und Netzwerke geknüpft. Was es Neues im Bereich der Hyaluron-Filler gibt, haben wir für Sie direkt aus Monaco zusammengefasst. Wir berichten über den Trend in Richtung Kombinationsbehandlungen, diskutieren über neue Produkte und Techniken und zeigen den Vergleich zwischen New York-Gesichtern und L.A.-Gesichtern.

Kombinationsbehandlungen

Großes Diskussionsthema auf dem diesjährigen AMWC war der Trend nicht mehr “nur” eine Falte im Gesicht, sondern vielmehr das Gesicht als Ganzes zu behandeln. Es geht also weniger darum Single-Therapie, wie zum Beispiel nur Botulinumtoxin oder Hyaluronsäure einzusetzen, sondern PatientInnen individuell anzuschauen und ein speziell adaptiertes Behandlungskonzept zusammenzustellen. PatientInnen wünschen sich zunehmend minimal-invasive oder nicht-invasive Behandlungsmöglichkeiten mit geringen Ausfallzeiten und wünschen sich Kombinationstherapien.

Kate Goldie stellte am AMWC einen passenden Vergleich auf: In der Arbeit trägt man nicht nur eine Hose, sondern auch eine entsprechende Bluse, Schuhe sowie eine passende Jacke. Genau so solle man auch den Körper als Gesamtbild ansehen und einen individuellen Plan für die jeweiligen PatientInnen zusammenstellen.

Temple-Lift (Temporal Lift)

Genau wie auch in anderen Therapiebereichen ist es zunehmend wichtig nicht mehr nur eindimensional sondern dreidimensional zu denken und zu arbeiten. Beim Temple-Lift gilt es besonders 3 Vektoren anzusehen, an denen das Volumen verloren gegangen ist.

  • Vektor 1 ist das Lateral Brow Lifting, also die seitliche Hebung der Augenbrauen.
  • Vektor 2 ist das Anterior Temple Lifting, das den seitlichen Bereich der Augen im Temporalbereich liftet. Dies hat zusätzlich den positiven Effekt, dass auch das Unterlid gestrafft und gehoben wird, was sich ebenfalls positiv auf die Tränenrinnen auswirkt.
  • Vektor 3 ist das Lateral Cheek Lifting: also das seitliche Wangenlift, wobei Volumen hinzugefügt wird und die Mandibula sowie eine Halsdefinition erzielt wird. Die Mandibula bzw. die Kinnlinie kann so wieder definiert und besser dargestellt werden.

Natürlich gilt es auch immer die anatomischen Gegebenheiten und Begrenzungen zu beachten.

Jawline

Besonders wurde die Kieferpartie, die Jawline, in den Fokus verschiedenster Diskussionen des AMWC gerückt. Die Kombination aus verschiedenen Fillern sollte hier der Schlüssel zum Erfolg sein, der Fokus wird auf das Mittelgesicht gelegt. Bei dieser Therapie finden sich geschlechtsspezifische Unterschiede: während Frauen Rundungen und Projektion im Obergesicht wünschen, wollen Männer mehr Ecken und Kanten. Ebenfalls lassen sich altersbedingte Unterschiede erkennen: Junge Menschen weisen die Gesichtsform eines V’s auf, wenn die Projektion in der oberen Gesichtshälfte dominiert, während ältere Menschen ein A-Shape aufweisen, wenn die Projektion nach unten gerutscht ist.

Neue Präparate & Techniken mit Kanülen

Die Vor- und Nachteile von neuen Botulinumtoxinpräparaten wie zum Beispiel HUTOXⓇ wurden ebenfalls ausführlich diskutiert. Allerdings gab es kein klares Ergebnis, welches Produkt letztendlich besser sein soll, weshalb viele Diskussionsteilnehmer lieber auf das alt bewährte Produkt zurückgreifen, als ein neues auszutesten.

Zudem wurden neue Techniken vorgestellt, bei denen die Unterspritzung mit Kanülen durchgeführt werden soll. Die Idee ist es durch die Technik mit Kanülen sicherer zu behandeln, Komplikationen zu reduzieren und die Gefahr der intravasalen Injektionen von Produkten zu minimieren.

Vergleich: L.A.-Gesicht VS. New York City-Gesicht:

Tatsächlich konnten plastische Chirurgen Unterschiede zwischen den Gesichtern der amerikanischen Westcoast und der Eastcoast feststellen:

  • NYC: Power & Money: Wichtig ist es nicht verändert, sondern einfach nur besser und frischer auszusehen. Das Gesicht muss sich bewegen können und hat mehr Kanten, eine strenge Kinnlinie und Nase.
  • L.A: celebrity & Sex: Hier wollen die Patientinnen eher operiert und Karikaturartig aussehen. Im Gesicht soll sich nicht viel bewegen, es soll süß und feminin wirken, mit großen Lippen und einer schmalen Nase.

Zur besseren Veranschaulichung haben wir zwei Beispiele von Celebrities herausgesucht, die die Unterschiede sehr gut darstellen. Auf der linken Seite sehen Sie Kim Kardashian, die ein Paradeexample für das Voluminöse, Übertriebene und Künstliche L.A-Gesicht durch ihre großen Lippen, Brüste und ihrem bekannten Hintern darstellt.

Auf der anderen Seite sehen Sie die Schauspielerin Sienna Miller, die sich sehr kultiviert und intelligent präsentiert. Es ist klar, dass sie gewisse Kleinigkeiten verbessern lässt, um sich die Frische im Gesicht zurückzuholen, aber ihr Ausdruck bleibt total natürlich. Änderungen spielen sich nur im feinen Bereich ab, es gibt nichts Übertriebenes, sodass sie immer der komplett selbe Mensch bleibt.





L.A. Gesicht: Kim Kardashian

Foto Quelle: Instagram (KimKardashian)




NYC Gesicht: Sienna Miller

Foto Quelle: Instagram (Siennamiller1)